# taz.de -- Zukunft von Volkswagen: VW-Beschäftigte in Zwickau bangen
> Der Vorstand des Autobauers besucht die Werke in Emden und Zwickau.
> Gewerkschafter hoffen auf klare Ansagen zur Zukunft der Standorte.
(IMG) Bild: Keine Sorge, wir sind doch alle im selben Boot. Demonstrationen heute vor der außerordentlichen Betriebsversammlungen in Zwickau
Die VW-Beschäftigten im Zwickauer Werk haben ihr Ziel im letzten Jahr
erreicht: Die Kosten, die am Standort im südwestlichen Sachsen für die
Produktion eines Fahrzeugs anfallen, sind deutlich gesunken. So deutlich
wie der Konzern vorgegeben hatte. Es ist ein Erfolg, der keinem anderen
VW-Werk gelang. Und er sollte den Arbeiter:innen eigentlich Sicherheit
für ihre berufliche Zukunft geben – zumindest hatte es nach der Einigung
zwischen Arbeitnehmervertreter:innen und Konzernvorstand im Jahr
2024 so ausgesehen.
Und doch bangen die Beschäftigten im Zwickauer Werk Mosel heute wieder um
ihre Jobs, wieder steht die Werkschließung im Raum. Unter den Arbeitenden
herrsche eine „wahnsinnige Existenzangst“, erzählt Thomas Knabel, Erster
Bevollmächtigter der Gewerkschaft IG Metall Zwickau.
Nun habe der Vorstand des großen Autobauers Volkswagen „die Pflicht und
auch die Chance zu erklären, welche Zukunftspläne er für das Werk hat“,
sagt Knabel. Am Dienstag nämlich [1][startete die VW-Führungsriege eine
Tour quer durch die Bundesrepublik], um der Belegschaft an verschiedenen
Standorten Rede und Antwort zu stehen. Am Mittwoch besuchte Vorstandschef
Oliver Blume zunächst die Fabrik im ostfriesischen Emden, am Nachmittag
dann das sächsische Zwickau.
Blume will weltweit zusätzlich rund 50.000 Stellen streichen, um
Konzernkosten zu drücken. Etwa die Hälfte beträfe deutsche Standorte. Blume
ließ seine Pläne [2][im Juli an die Öffentlichkeit durchdringen] und
brachte damit die Schließung mehrerer Werke ab 2030 zurück ins Gespräch:
Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm.
## Demonstrationen vor VW-Werk in Zwickau
Wie viele andere kritisiert auch Gewerkschafter Knabel vor allem eins:
Seine Kolleg:innen mussten aus der Presse erfahren, dass ihr Standort
auf dem Spiel steht, obwohl dort [3][schon seit 2020 nur noch E-Fahrzeuge
gefertigt werden]. Blume hatte die Beschäftigten nicht direkt informiert.
Das will der Vorstandschef auf seiner Reise nachholen, und er versucht zu
betonen, dass die Werkschließungen noch nicht beschlossen sind. Blume
wiederholte am Mittwoch in Emden, dass für die deutschen Standorte in den
nächsten Monaten Zukunftsperspektiven ausgearbeitet werden sollen. Außerdem
sagte er, dass sich die Sparmaßnahmen auch im Management auswirken – dort
solle ein Viertel der Stellen wegfallen. „Es ist ein Kraftakt, der nur
gemeinsam gelingen kann“, sagte er.
Dass es nur gemeinsam gelingen kann, das sieht auch Gewerkschafter Knabel
so. Die Mitbestimmung der Arbeitnehmer:innen sei einer der
Erfolgsgaranten des Konzerns. Wenn sich der Vorstand nicht auf einen
gemeinsamen Weg begebe, „dann werden wir das nicht kampflos über uns
ergehen lassen“, sagt Knabel. Schon vor Blumes Ankunft am
Mittwochnachmittag demonstrierten vor dem Werk Mosel Beschäftigte von VW
und Zulieferern aus der Region für eine sichere Zukunft.
26 Aug 2026
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(DIR) Nanja Boenisch
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