# taz.de -- Afrika gegen Infantino: Das ist wirklich groß
       
       > Die Kritik an Fifa-Präsident Gianni Infantino wächst weiter. Nun stellen
       > sich afrikanische Verbände gegen ihn – und er könnte gestürzt werden.
       
 (IMG) Bild: Eine Geste, die Realität werden könnte: Fifa-Boss Gianni Infantino hebt schon mal die Hände
       
       Es war kein gutes Wochenende für Gianni Infantino. 15 Nationalverbände aus
       dem sicher geglaubten Rückhalt Afrika haben sich vom Fifa-Präsidenten
       losgesagt und der Rebellion vieler Verbände Europas, Asiens und
       Nordamerikas angeschlossen. Es gibt Gespräche mit Fifa-Generalsekretär
       Mattias Grafström über eine Gegenkandidatur. Fanverbände Europas, Afrikas
       und Nordamerikas haben ein Bündnis geschlossen, das Infantino stürzen will
       und Fan-Mitsprache bei der Fifa fordert.
       
       Derweil [1][verkündeten die Uefa] und Nordamerikas Concacaf Pläne für eine
       gemeinsame Nations League ohne die Fifa, ein weiterer Affront. Und
       Infantino, der bei einem Jugendturnier in der Karibik auf Stimmenfang gehen
       wollte, wurde dort ausgeladen. Es wird wahrscheinlicher, was lange
       undenkbar schien: [2][Infantino könnte stürzen]. Der Fußball, wo man
       normalerweise frei nach Lenin für eine Revolution erst ein Ticket kaufen
       geht, erlebt eine beispiellose globale Protestbewegung.
       
       Das ist wirklich groß. Es geht nicht mehr nur um taktisches Geschacher, es
       geht vielen Engagierten auch ums Prinzip: Zu viel Macht hat Infantino
       angesammelt, zu viele Alleingänge unternommen, zu gern Werkzeuge aus dem
       Diktaturbaukasten genutzt. Gelingt der Sturz, könnte das die Fifa
       tatsächlich etwas demokratisieren. Wichtig ist vor allem die Fanbewegung,
       die echte Chancen für globale Kämpfe eröffnet.
       
       Überhöhte moralische Erwartungen an eine Ära nach Infantino braucht man
       allerdings nicht zu haben. Afrikanische Verbände haben bereits klargemacht,
       dass, wer ihre Stimme haben will, mindestens so viel Kohle bieten muss wie
       Infantino. Allen Verbänden geht es zuvorderst um mehr Geld. Und mögliche
       Gegenkandidaten wie [3][Bahrains Herrscherspross Scheich Salman], gegen den
       es Foltervorwürfe gibt, sind auch keine besseren Demokraten.
       
       Die Bewegung also hat einen gemeinsamen Feind, aber sehr heterogene
       Interessen. Die in Einklang zu bringen, wird die größte Schwierigkeit.
       Gelingt es nicht, kann Infantino womöglich den Kopf aus der Schlinge ziehen
       – am besten mit mehr Geldversprechen.
       
       23 Aug 2026
       
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