# taz.de -- Fifa-Krise: Der Druck auf Infantino steigt
       
       > 15 afrikanische Verbände wenden sich von Infantino ab. Die Uefa und die
       > nordamerikanische Concacaf wollen eine gemeinsame Nations League ohne
       > Fifa.
       
 (IMG) Bild: Läuft bei ihm nicht mehr: Gianni Infantino
       
       Der [1][angeschlagene Fifa-Präsident Gianni Infantino] gerät stärker unter
       Druck. Laut dem britischen Guardian sind 15 afrikanische Verbände aus dem
       Infantino-Lager ausgebrochen. Bisher hatte Infantino in Afrika
       uneingeschränkten Rückhalt und eine starke Machtbasis. Nun haben die
       oppositionellen Verbände offenbar Gespräche mit [2][Fifa-Generalsekretär
       Mattias Grafström] geführt, ob dieser sich eine Gegenkandidatur vorstellen
       könne. Grafström hat sich dazu bisher nicht geäußert.
       
       Mattias Grafström hatte sich initial gegen [3][Infantinos
       Privatisierungspläne bei der Fifa] gestellt und war dann eingeknickt. Doch
       offenbar, so der Guardian, habe seine erste Reaktion bei mehreren
       afrikanischen Verbandspräsidenten Hoffnung geweckt für die Wahl zum
       Fifa-Präsidenten im März 2027. Die anonymen Quellen brachten auch Scheich
       Salman, den Präsidenten des asiatischen Verbands AFC, als Infantinos
       Gegenkandidaten ins Spiel, der „mit Sicherheit gewählt“ werden würde.
       
       Damit wird die Unterstützung für Gianni Infantino immer dünner. Der
       umstrittene Fifa-Chef hatte einen milliardenschweren Verkauf von Anteilen
       an den Fußballweltmeisterschaften an Investoren angestrebt. Mit dem Verkauf
       von rund 20 Prozent der Anteile sollten bis zu 4,2 Milliarden US-Dollar
       eingenommen werden. Für die Umsetzung wollte die Fifa das
       Tochterunternehmen Fifa Forward Enterprise (FFE) gründen. Auch der
       Trump-Clan sollte beteiligt sein.
       
       Infantinos Alleingang [4][löste Proteste und Boykottdrohungen] vonseiten
       der Uefa, der nordamerikanischen Concacaf und der asiatischen AFC aus.
       Mittlerweile musste der Fifa-Boss einknicken. Längst geht es den Gegnern
       ganz grundsätzlich um seinen Sturz. Die Kontinentalverbände sind dabei
       allerdings keine geschlossenen Lager, weil vor allem kleine Verbände auf
       Fifa-Gelder angewiesen sind. So werden bei der Wahl im März insbesondere
       aus Asien und der Karibik Abweichler erwartet.
       
       ## Neue Nations League
       
       Die Uefa und die nordamerikanische Concacaf, die im Zuge der Proteste näher
       zusammengerückt sind, haben nun Pläne für eine gemeinsame Nations League
       verkündet. Alle 96 Nationen sollen dabei sein. Das Turnier könnte erstmals
       2028 stattfinden. Nach einer Ligaphase soll es ein Final-Four-Turnier
       geben. Nach jetzigem Stand wäre es ein Wettbewerb ohne die Fifa und damit
       ein weiterer Affront gegen Infantino. Auch Asien ist mittelfristig an einer
       Teilnahme interessiert. Allerdings könnten die weiten Flugreisen und hohen
       Emissionen auf gesellschaftlichen Widerstand stoßen.
       
       23 Aug 2026
       
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