# taz.de -- Hohe Ernteausfälle: Klimawandel, wie das brutzelt
> Der Bauernverband rechnet mit hohen Ernteausfällen in diesem Jahr, höhere
> Preise für Essen inklusive. Für ihn ist das dennoch kein Grund für mehr
> Klimaschutz.
(IMG) Bild: Trockenheit in der Landwirtschaft: lieber Soforthilfen als Klimaschutz
Das Essen hierzulande dürfte wieder teurer werden. Das machen Zahlen
deutlich, die der Deutsche Bauernverband am Dienstag veröffentlichte.
Aufgrund von Dürre und Hitze wird die [1][Getreideernte in diesem Jahr
unterdurchschnittlich ausfallen], so der Verband: um 3,3 Millionen Tonnen
weniger als im Vorjahr, ein Rückgang von sieben Prozent. Am stärksten
betreffen die Ernteausfälle aber Winterraps mit einem Rückgang von 20
Prozent, was zusätzlich auf Schädlingsbefall zurückzuführen sei.
Auch Heu, Stroh und Futtermittel werden knapp. Demnach müsse man entweder
mehr importieren oder den Tierbestand reduzieren, Ergo: Die Kosten für
tierische Lebensmittel steigen.
Damit zeigt sich, worauf die Klimaforschung schon lange aufmerksam macht:
[2][Der Klimawandel bedroht unsere Ernährungssicherheit].
Hierzulande ist die Landwirtschaft laut Umweltbundesamt der fünftgrößte
Emittent von Klimagasen mit ungefähr 8,8 Prozent der Gesamtemissionen. Bei
den Landwirtschaftsemissionen handelt es sich allerdings kaum um CO₂,
sondern zu mehr als 95 Prozent um das noch klimaschädlichere Methan und
Lachgas. Sie werden durch die Bearbeitung der Böden, den Einsatz von
Stickstoffdüngemittel sowie Nutztiere freigesetzt. Dementsprechend gilt
eine andere Ernährung als wirkungsvollste Maßnahme zur
Treibhausgasreduktion des Sektors, was aber für die [3][stark von der
Viehzucht geprägten deutsche Landwirtschaft] Einbußen bedeuten würde.
So nahm auch Verbandspräsident Joachim Rukwied bei der Pressekonferenz das
Wort Klimawandel nicht von selbst in den Mund. Die Bauernbranche betreibe
bereits ambitionierten Klimaschutz, so seine Antwort auf Nachfrage.
Statt von der Politik mehr Maßnahmen gegen den Klimawandel zu verlangen,
fordert der Bauernverband lieber ein „Sofortpaket“: mehr EU-Millionenhilfen
für Düngemittel, ein früheres Auszahlen der meisten Direktzahlungen, Steuer
auf Diesel runter. Ohne im Gegenzug Klimazusagen machen zu wollen. Eine
Zukunft der Landwirtschaft auf einem wärmer werdenden Planeten sieht anders
aus.
18 Aug 2026
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## AUTOREN
(DIR) Eva Fischer
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