# taz.de -- Türkei: EU-Beitritt ist für Erdoğan keine Priorität mehr
> Die Beitrittsverhandlungen zwischen der Türkei und der EU liegen wegen
> Erdoğans autoritären Kurses auf Eis. Der Präsident hält sich aber eine
> Tür offen.
(IMG) Bild: Erdoğan hat jetzt neue Verbündete, die EU ist altes Eisen
dpa | Für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan hat der
EU-Beitritt seines Landes keine Priorität mehr. Ankara habe die Tür für
einen Beitritt zwar nicht geschlossen, er habe aber keinen Vorrang, sagte
er in einem Interview mit dem Sender Al Jazeera. „Die Europäische Union ist
für uns keine Priorität“, sagte er. Aus seiner Sicht sei die EU der
Verlierer, wenn sie die Türkei weiter ablehne.
Die Türkei ist seit 1999 EU-Beitrittskandidat. Im Jahr 2005 wurden
Beitrittsverhandlungen eröffnet, die aber wegen fortdauernden Rückschritten
des Landes in den Bereichen Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Grundrechte
inzwischen vollständig auf Eis liegen.
## Vorgehen gegen Opposition in Kritik
Zuletzt war die türkische Führung vor allem wegen des Vorgehens gegen die
Opposition in Kritik geraten, insbesondere wegen der Inhaftierung des
Erdogan-Rivalen und ehemaligen Istanbuler Bürgermeisters Ekrem İmamoğlu.
Das Mammutverfahren gegen İmamoğlu wird heute unter großer Aufmerksamkeit
im Gerichtsgebäude im Istanbuler Bezirk Silivri fortgesetzt. Ihm werden
unter anderem Korruption, Geldwäsche und die Bildung einer kriminellen
Vereinigung vorgeworfen.
Die türkische Opposition wertet das Verfahren gegen İmamoğlu als politisch
motiviert und wirft Erdogan vor, mithilfe der Justiz seinen profiliertesten
Rivalen ausschalten zu wollen. Die Regierung weist Einflussnahme auf die
Justiz zurück.
17 Aug 2026
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ist.