# taz.de -- Sunnitisches Militärbündnis: Die Atombombe im Blick
       
       > Neues „Mekka-Bündnis“: Die Türkei, Pakistan und Saudi-Arabien wollen
       > nicht tatenlos abwarten, wie Iran sich atomar bewaffnet.
       
 (IMG) Bild: Mekka-Bündnis: der türkische Präsident Erdogan (l-r), der saudische Kronprinz bin Salman und der pakistanische Premier Sharif
       
       Der Nahe Osten hat ein neues Militärbündnis. Und nicht nur irgendeines,
       sondern ein Bündnis, das laut türkischem Außenminister Hakan Fidan die
       gesamte Region stabilisieren soll, die seit der Aufteilung des Osmanischen
       Reiches durch die europäischen Kolonialmächte nicht mehr zur Ruhe gekommen
       ist. Das will symbolträchtig das sogenannte Mekka-Bündnis der sunnitischen
       Regionalmächte Türkei, Saudi-Arabien und Pakistan nun ändern.
       
       Das Bündnis, so Fidan weiter, sei offen für weitere Mitglieder, als Erstes
       sei an Ägypten gedacht. Anders als von vielen gleich vermutet, sei es nicht
       gegen den schiitischen Iran gerichtet und auch nicht gegen Israel.
       
       De facto tritt die Türkei einem Bündnis bei, das Saudi-Arabien und Pakistan
       schon früher geschlossen hatten, weil beide wissen, [1][dass sie sich auf
       die USA nicht mehr verlassen] können. Der türkische Präsident Recep Tayyip
       Erdogan will das Bündnis nicht als Alternative zu Nato, sondern als
       ergänzende Struktur in der Region.
       
       Das Bündnis sieht zwar eine Beistandsklausel ähnlich dem Artikel 5 der Nato
       vor, doch niemand scheint davon auszugehen, dass türkische oder saudische
       Soldaten Pakistan in einem neuen Krieg mit Indien unterstützen werden oder
       Saudi-Arabien die Türkei bei einem Konflikt mit Griechenland. Es geht mehr
       um die Bündelung jeweiliger Fähigkeiten.
       
       Die [2][Türkei hat in den letzten Jahren ihre Waffenindustrie immer mehr
       ausgebaut], ist jetzt international konkurrenzfähig und sucht sichere
       Absatzmärkte. Pakistan hat eine große Armee, die Saudis haben Geld und die
       Türkei die Militärtechnik. Das soll allen dreien nutzen, denn sie werden
       weniger abhängig von US-Waffenkäufen. Es gibt aber noch eine
       weiterreichende Überlegung. Pakistan ist zwar arm, aber es ist dennoch eine
       Atommacht.
       
       Sowohl die Saudis wie die Türkei gehen davon aus, dass es Trump und
       Netanyahu letztlich nicht gelingen wird, den Iran vom Bau einer Atombombe
       abzuhalten. Für diesen Fall wollen sie vorbereitet sein und dafür ist die
       pakistanische Atomtechnik die beste Möglichkeit zur eigenen Atombombe,
       unabhängig von den USA.
       
       9 Aug 2026
       
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