# taz.de -- Volksbad in Berlin: Veranstaltung wegen Sicherheitsbedenken abgesagt
> Das Freibad vor der Volksbühne sollte Schwarzen Kindern und Jugendlichen
> für einige Stunden exklusiv zur Verfügung stehen. Nach Gewaltandrohungen
> wurde das Event abgesagt.
(IMG) Bild: Die Rechte und Rechtsextreme machen seit Tagen Stimmung gegen das Volksbad
dpa | Wegen Sicherheitsbedenken haben die Berliner Volksbühne und der
Verein „Each One Teach One“ (Eoto) [1][eine geplante Veranstaltung
abgesagt]. Für Freitagnachmittag war ursprünglich vorgesehen gewesen,
Schwimmen exklusiv für Menschen der Schwarzen Community anzubieten.
Die Volksbühne und der Verein könnten eine sichere An- und Abreise der
angemeldeten Besucher ebenso wenig garantieren wie einen entspannten
Feriennachmittag, hieß es. Eoto ist im Bereich der Rassismusprävention
tätig und setzt sich für das Empowerment Schwarzer Menschen ein. Der Verein
ist einer der Träger des Black Communities Center in Berlin-Wedding, das
dieses Jahr eröffnet wurde.
Seit dem 7. August 2026 und noch bis Anfang Oktober steht vor dem Theater
ein 25 Meter langes und 1,30 Meter tiefes Freibad, [2][das sogenannte
Volksbad]. Der Eintritt ist kostenlos. An einigen Tagen allerdings ist das
Schwimmbecken für bestimmte Vereine reserviert – am Freitag war die
Exklusivnutzung von Eoto geplant gewesen.
Diese Exklusivnutzung war auf Kritik gestoßen. Das Schwimmen für Schwarze
Kinder und Jugendliche sei zum Ziel rechter und rassistischer Hetze
geworden, so die Volksbühne. AfD-Chefin Alice Weidel sprach von
„Apartheid“, bezog sich also auf das frühere politische System in
Südafrika. Obwohl die überwiegende Mehrheit der Menschen Schwarze waren,
hatten nur die Weißen das politische Sagen. Auch eine junge Berliner
CDU-Kommunalpolitikerin äußerte Unverständnis und sagte, sie dürfe nicht
ins Freibad, weil sie weiß sei. Dies sei ein diskriminierendes Gefühl.
## Anfeindungen gegen Verein für Rechte Schwarzer Menschen
Auch der Verein Eoto direkt sei angefeindet worden: „Seit Beginn der
öffentlichen Diskussion über die Veranstaltung erhalten wir rassistische
Droh-E-Mails sowie Gewaltandrohungen und diskriminierende Kommentare auf
Social-Media“, so der Verein. Die Kinder- und Jugendabteilung von Eoto sei
von der Berliner Volksbühne eingeladen worden.
Die Volksbühne bleibt trotz der Kritik bei ihrem Standpunkt: „Wir werden
selbstverständlich weiterhin positive Maßnahmen für strukturell
benachteiligte Menschen anbieten“, teilte der Intendant der Berliner
Volksbühne, Matthias Lilienthal, mit. Auch die Zusammenarbeit mit dem
Verein Eoto solle fortgesetzt werden. Allerdings habe der Schutz von
Gästen, Partnern und Mitarbeitern oberste Priorität.
Weil es Probleme mit den Duschen gibt, ist das Volksbad seit Dienstag
geschlossen. Laut Programmvorschau soll es am Freitag wieder öffnen. Ob der
öffentliche Badebetrieb ab 18.00 Uhr wie geplant stattfinden kann, sei
allerdings noch unklar, sagte eine Sprecherin am Donnerstagnachmittag der
Deutschen Presse-Agentur.
13 Aug 2026
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