# taz.de -- Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD: „Wir haben spontan angeboten, die Gegenstände zu sichern“
> Trauernde hatten Blumen und Kerzen, aber auch persönliche Dinge am Tatort
> und am Brandenburger Tor abgelegt. Die sind jetzt erst mal im Schwulen
> Museum.
(IMG) Bild: Nach der Attacke auf den Berliner CSD: Ein neu gepflanzter Ahorn und eine Regenbogenbank erinnern im Tiergarten an den Anschlag
Im Tiergarten am Ahornsteig erinnert seit knapp einer Woche eine
Regenbogenbank an den Anschlag beim Berliner CSD, außerdem hat der Bezirk
Mitte dort einen neuen Baum gepflanzt. Ein Mann war [1][am Abend der Pride
Parad][2][e mit einem weißen Transporter in die Menge gerast], hatte mit
dem Auto und danach wohl einer Machete 31 Menschen teils schwer verletzt
und eine Frau getötet. Unzählige Menschen hatten in den folgenden Tagen
dort und am Brandenburger Tor Blumen abgelegt, Kerzen angezündet und auch
zahlreiche eher persönliche Gegenstände hinterlassen. Viele kamen dorthin,
um zu trauern oder Anteilnahme zu zeigen.
taz: Frau Meyer, die Gegenstände, [3][die Menschen als Zeichen der Trauer
am Tatort im Tiergarten und vor dem Brandenburger Tor] abgelegt hatten,
sind dort inzwischen abgeräumt. Wie kam es dazu?
Birga Meyer: Wir haben uns mit dem CSD-Verein, dem LSVD und mit den
Verwaltungen aus Tempelhof-Schöneberg und Mitte zusammengesetzt und uns
beraten, was aus den Gegenständen werden soll, die Menschen dort abgelegt
haben. Die Sachen sind ja draußen bei Wind und Wetter nicht dauerhaft
haltbar. Wir haben dann vom Schwulen Museum spontan angeboten, die
Gegenstände erst mal hier zu sichern. Das war eine Entscheidung im
Zusammenspiel zwischen Community und Verwaltung.
taz: Was haben Sie von den Erinnerungsorten mitgenommen?
Meyer: Da waren ganz, ganz viele persönliche Gegenstände, Briefe, Poster,
bemalte Steine und Kuscheltiere, das ist der größte Anteil. Wie eine
Momentaufnahme aus Trauer, Schock, aber auch viel Kraft und Solidarität.
Dann gab es auch viele Schleifen von offiziellen Gebinden und Kränzen, aber
teils auch selbst gestaltete Bänder mit Botschaften. Und dann waren da noch
Fahnen, Banner, T-Shirts und Fähnchen aus verschiedenen Stoffen. Etwas
Besonderes war auch das Gedenkbuch. Unter den Gegenständen, die wir jetzt
mitgenommen haben, waren einige angebrannt. Die haben wir beiseite gelegt,
weil die Polizei aktuell noch ermittelt, ob die vielleicht absichtlich
beschädigt worden sind. Dahinter steht vielleicht eine doppelte Geschichte.
Wir waren vom Museum her jedenfalls alle im Einsatz beim Sortieren und auch
beim Zuordnen, was an welchem Ort abgelegt worden war.
taz: Was passiert jetzt mit den Gegenständen?
Meyer: Wir haben sie erst mal mitgenommen, damit sie nicht irgendwann
weggeworfen werden und auch, damit wir Zeit gewinnen, um zu entscheiden,
wie wir die Anteilnahme, die die Menschen damit ausgedrückt haben,
festhalten. Wir haben die Papiere, Pappen und Fahnen bei uns im Hof
ausgebreitet und in der Sonne getrocknet. Jetzt können sie gesäubert,
weiter gesichert und richtig sortiert werden. Als Archiv und Sammlung
kennen wir uns damit aus, daher haben wir das jetzt erst einmal übernommen.
Was mit den Gegenständen langfristig passiert, kann so in Ruhe entschieden
werden, und wir alle haben Zeit zu trauern und das Ereignis zu verarbeiten.
13 Aug 2026
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## AUTOREN
(DIR) Uta Schleiermacher
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