# taz.de -- Kriegsprofiteure im Iran-Konflikt: Täglich 31,4 Millionen Euro Übergewinn
       
       > Die Fossilkonzerne bereicherten sich über den hohen Ölpreis hinaus, zeigt
       > Greenpeace. An deutschen Tankstellen kämen so 3,94 Milliarden Euro
       > zusammen.
       
 (IMG) Bild: In keinem direkten Verhältnis zum Rohölpreis – außer: im Zweifel höher? Spritpreistafeln an einer Tankstelle
       
       afp/taz | Im Großhandel mit Diesel und Benzin haben die Mineralölkonzerne
       Berechnungen von Greenpeace zufolge im Juli „Übergewinne“ in Rekordhöhe
       verbucht. Die Unternehmen hätten pro Tag 31,4 Millionen Euro an
       zusätzlichen Gewinnen eingestrichen, erklärten die Umweltschützer am
       Mittwoch.
       
       Für ihre Berechnungen haben sie nach eigenen Angaben die Entwicklung des
       Rohölpreises mit den Tankstellenpreisen für Diesel und Benzin verglichen
       und auf den Kraftstoffabsatz in Deutschland hochgerechnet.
       
       Die Preise bei den klimaschädigenden fossilen Endprodukten an den
       Tankstellen sind demnach deutlich stärker gestiegen als der Rohölpreis
       beziehungsweise weniger stark gesunken im Fall gegenteiliger Entwicklungen
       am Rohölmarkt. Bis Mitte April gehen die Umweltschützer so von insgesamt
       1,18 Milliarden Euro aus, die auf dem deutschen Tankstellenmarkt an
       [1][sogenannten Übergewinnen] erzielt worden sind. Bis Anfang Juli stieg
       die Summe auf 3,15 Milliarden Euro weiter an, bis Ende des Monats dann auf
       3,94 Milliarden Euro.
       
       „Angesichts der immer noch problemlosen Versorgung der deutschen
       Raffinerien mit Rohöl kann diese Preisschere nicht durch höhere Kosten oder
       eine knappe Versorgung erklärt werden“, erklärte Greenpeace. „Die
       Preissituation lässt nur den Schluss zu, dass es der deutschen
       Mineralölwirtschaft gelungen ist, ihre Gewinnmargen massiv auszuweiten.“
       
       Konzerne wie Shell und TotalEnergies betreiben Raffinerien in Europa. Dort
       wird Rohöl zu Endprodukten weiterverarbeitet. Der Preisunterschied zwischen
       Rohöl und Raffinerieprodukt ist die Bruttoraffineriemarge der Ölkonzerne,
       wie Greenpeace erklärt. Die Umweltschützer verweisen auch auf die
       inzwischen vorliegenden Konzernbilanzen für das zweite Quartal. Mehrere
       Ölkonzerne hatten in den vergangenen Wochen massive Gewinnsteigerungen
       gemeldet.
       
       Verschiedene Akteure wie die Entwicklungsorganisation Oxfam oder die Grünen
       fordern deshalb eine Übergewinnsteuer von der EU, [2][wie einzelne Länder
       sie bereits planen].
       
       12 Aug 2026
       
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