# taz.de -- Krieg in Iran: Ratloser Trump droht Teheran mit „Wirtschaftskrieg“
> Weil militärische wie diplomatische Erfolge ausbleiben, verschärft der
> US-Präsident die Rhetorik. Irans Staatsmedien zeigen sich unbeeindruckt.
(IMG) Bild: Bäckerei in Teheran: Werden sich Trumps Drohungen mit einem „Wirtschaftskrieg“ auf die Versorgung der Menschen auswirken?
dpa/taz | Vor dem Hintergrund fehlender Erfolge bei den Verhandlungen mit
Teheran hat US-Präsident Donald Trump Iran mit einem beispiellosen
„Wirtschaftskrieg“ gedroht. Auch müsse jedes Land samt seiner
Finanzinstitutionen, Unternehmen, Flughäfen und Regierungsbehörden bei
einer Unterstützung des Irans mit „GEWALTIGEN wirtschaftlichen
Konsequenzen“ rechnen, verkündete er auf seiner Plattform Truth Social. Es
brauche die Hilfe aller Verbündeten der USA, um die vom Iran ausgehende
Bedrohung zu stoppen.
Die staatlich kontrollierten Medien im Iran reagierten unbeeindruckt auf
Trumps neue Drohung. Der Republikaner habe schon zuvor wiederholt vom
angeblich unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruch Irans und von Schlägen
historischer Dimension gesprochen, schrieb die Nachrichtenagentur Fars auf
Telegram. Seine Behauptungen seien bloß als übliche „psychologische
Kriegsführung und Propagandakampagne“ zu verstehen.
Die Nachrichtenagentur Tasnim schrieb ebenfalls, dies sei „keine neue
Entwicklung, da die Vereinigten Staaten seit Jahren versuchen, jegliche
finanziellen und wirtschaftlichen Beziehungen zum Iran zu unterbinden“. Der
Iran habe jedoch „gelernt, diese Beschränkungen zu umgehen, und ist darin
mittlerweile sehr versiert“.
## Innenpolitischer Druck auf US-Regierung wächst
Zweieinhalb Monate vor den wichtigen Zwischenwahlen in den USA steht Trump
innenpolitisch stark unter Druck – auch weil er in seinem Krieg gegen Iran
seit Wochen keine offensichtlichen Erfolge für sich verbuchen kann. Weder
auf diplomatischer noch auf militärischer Ebene scheint es in seinem Sinne
voranzugehen. Nicht nur bei den Verhandlungen über eine Wiedereröffnung der
Straße von Hormus, die Handelsschiffe vor Kriegsbeginn noch ungehindert
passieren konnten, zeigte sich Teheran unbeeindruckt von den regelmäßigen
Drohgebärden des Republikaners.
Immer wieder legt Trump mit Drohungen gegen die Führung der Islamischen
Republik nach – und auch dieses Mal wählte er scharfe Worte und wieder
Superlative. So sprach er von „Maßnahmen historischen Ausmaßes“ und der
„verheerendsten Wirtschaftsoperation“, die jemals gegen ein Land veranlasst
worden sei. Sein Vorhaben verglich er mit einem „wirtschaftlichen D-Day“
für den Iran.
Der sogenannte D-Day am 6. Juni 1944 markierte mit der Landung der
alliierten Truppen in der Normandie den Auftakt der Befreiung Frankreichs
und Westeuropas von der Naziherrschaft im Zweiten Weltkrieg.
Schon seit Längerem gelten Sanktionen der USA gegen den Iran. Nun scheint
Trump diese nochmal ausweiten zu wollen. „Ölschmuggel,
Währungstauschabkommen, Geldtransfers, Wechselstuben, Schiffsregister,
Tarnfirmen – all das muss sofort gestoppt werden“, schrieb Trump weiter.
Wie genau der US-Präsident die Führung in Teheran in die Knie zwingen will,
blieb zunächst aber offen. Ebenso die Frage, welche Konsequenzen Ländern
drohen, die den Iran „unterstützen“. Damit könnten vor allem Staaten wie
China gemeint sein, die weiterhin iranisches Öl beziehen. Der Ölexport ist
die wichtigste Einnahmequelle des islamistischen Machtapparats im Iran.
Unterdessen berichtete das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf zwei
US-Beamte, das amerikanische Militär habe einen Schifffahrtskorridor für
die Ein- und Ausfahrt aus der Straße von Hormus eingerichtet, um den
Transport von täglich mehreren Millionen Barrel Öl zu ermöglichen. Seit
einigen Wochen passierten jede Nacht 15 bis 20 Tanker die Meerenge über
eine südliche Route entlang der Küste des Omans, hieß es. Jeden Tag
gelangten so rund 10 Millionen Barrel Öl – etwa die Hälfte des Volumens aus
der Zeit vor dem Krieg – auf den globalen Energiemarkt.
## Wochen ohne Verhandlungsfortschritte
Vor wenigen Tagen war eine Frist abgelaufen, in der Vertreter der USA und
Irans Verhandlungen über zentrale Streitfragen wie das iranische
Atomprogramm abschließen wollten. Wesentliche Fortschritte auf
diplomatischer Ebene scheint es aber nicht gegeben zu haben. Gegen die nie
konsequent umgesetzte Waffenruhe und weitere Punkte des Abkommens wurde in
den vergangenen Wochen immer wieder verstoßen.
Nach den Worten Trumps vom Dienstag gab es zuletzt keine laufenden
Verhandlungen mehr. „Es finden derzeit keine Gespräche oder Verhandlungen
mit der Islamischen Republik Iran statt, und es sind auch keine geplant“,
teilte er mit.
Am Vortag hatte er dem US-Sender Fox News noch gesagt, Vertreter der
US-Regierung stünden im direkten Kontakt mit den mächtigen iranischen
Revolutionsgarden. In der Vergangenheit hatte Trump immer wieder mit
Behauptungen zu angeblichen Gesprächen und Verhandlungsständen für Aufsehen
gesorgt, die vom Iran flugs dementiert wurden und sich oft als
Propagandalügen entpuppten.
Am Vortag hatte ein verärgerter Trump auch erstmals [1][dem Oman mit
Bombardierung gedroht], weil dieser in seinen Gesprächen mit Iran über die
Straße von Hormus noch keine Einigung erzielt habe. Davor hatte er bereits
erklärt, [2][er wolle die Straße von Hormus annektieren].
20 Aug 2026
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