# taz.de -- Bei Protesten festgenommen: Todesurteil gegen Rapper in Iran
       
       > 900 Exekutionen gab es schon in diesem Jahr in Iran. Nun will das Regime
       > auch den Rapper Mahnam Navab Safavi hinrichten.
       
 (IMG) Bild: Der zum Tode verurteilte 22-jährige Rapper Mahnam Navab Safavi
       
       Unbeirrt sucht das iranische Mullah-Regime seine KritikerInnen mundtot zu
       machen oder zu exekutieren. Schon 900 ProtestlerInnen wurden seit Januar
       dieses Jahres [1][hingerichtet.] Weitere 70 Menschen warten im
       Zentralgefängnis von Isfahan, von denen 26 bereits in Einzelhaft und
       Quarantänebereiche gebracht wurden, was auf die baldige Exekution
       hindeutet. Und es trifft längst nicht mehr nur JournalistInnen und
       AktivistInnen, sondern auch ReiseveranstalterInnen, KünstlerInnen,
       SporttrainerInnen.
       
       Das alles passiert im vermeintlichen Windschatten öffentlicher Wahrnehmung
       angesichts des Streits um die [2][Straße von Hormuz.] Das Regime lässt die
       Muskeln auch im Inneren spielen.
       
       Der neueste, jetzt bekannt gewordene Todeskandidat ist der 22-jährige
       Rapper Mahnam Navab Safavi. Er wurde wie Hunderte andere am 10. Januar 2026
       während der [3][landesweiten Proteste] in Isfahan festgenommen. Die
       bekannten, stereotypen Vorwürfe lauten: „Krieg gegen Gott“, „Propaganda
       gegen das Regime“, „Versammlung und Verschwörung gegen die nationale
       Sicherheit“. Zudem wirft man ihm laut Hengaw Organization for Human Rights
       die „Zerstörung öffentlichen Eigentums“ durch das Beschriften von Mauern
       mit regimekritischen Slogans vor.
       
       ## Schweigen und systematische Repressionen
       
       Belegt ist nur, dass Navab Safavi im Dezember 2025 in seinem
       Social-Media-Kanal verkündet hatte, er werde an den Protestkundgebungen
       teilnehmen. Seine beiden Anwälte durften dem Vernehmen nach weder die
       Prozessakte einsehen noch ihn verteidigen, auch fand der Prozess in
       Abwesenheit statt. Eine Verletzung der Verfahrensstandards, die
       Menschenrechtsorganisationen vermehrt bei festgenommenen ProtestlerInnen
       beobachten.
       
       In einer Pressemitteilung fordert nun der PEN Berlin, der die Nachricht der
       geplanten Hinrichtung veröffentlichte, die Bundesregierung auf, den auf
       wirtschaftliche Folgen fixierten „Tunnelblick“ auf die Straße von Hormus zu
       beenden und klare Worte für die Menschenrechtslage zu finden. Das Schweigen
       zu den systematischen [4][Repressionen,] den anhaltenden Hinrichtungen und
       der Verfolgung von KünstlerInnen und JournalistInnen sende ein fatales
       Signal an das iranische Regime.
       
       10 Aug 2026
       
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