# taz.de -- Konflikt im Nahen Osten: Der Irankrieg verstärkt die Ungleichheit
       
       > Besonders arme Haushalte spüren die seit Beginn des Irankrieges
       > gestiegenen Inflationsraten. Auch die Kluft beim Einkommen wächst.
       
 (IMG) Bild: Immer ungleicher verteilt in Deutschland: Euroscheine im Portemonnaie
       
       Die Preisschocks infolge des [1][Irankriegs] treffen besonders
       einkommensschwache Haushalte sowie ältere Menschen. Während das ärmste
       Zehntel der Bevölkerung durch die seit dem Beginn des Krieges gestiegene
       Inflation im Schnitt 2,87 Prozent ihrer Kaufkraft eingebüßt hat, sind es
       beim reichsten Zehntel nur 0,65 Prozent. Dies hat das Münchner ifo Institut
       in einer am Montag veröffentlichten Studie berechnet. Demnach stieg auch
       die Ungleichheit.
       
       Für ihre Studie verglichen die ifo-Forschenden ihre ursprünglichen
       Inflationsprognosen mit den nach dem Krieg geschätzten Teuerungsraten und
       analysierten, wie diese sich auf die einzelnen Haushaltstypen auswirkten.
       So ging das Institut vor der Eskalation von einem Anstieg der Energiepreise
       in diesem Jahr von 0,9 Prozent aus, mittlerweile halten sie 8,3 Prozent für
       realistisch. Für nächstes Jahr gingen sie zunächst von 0,4 Prozent aus,
       jetzt sind es 2,7 Prozent.
       
       Bereits Berechnungen im Rahmen der Energiekrise, die der russische Angriff
       auf die Ukraine auslöste, zeigten, dass ärmere Haushalte einen besonders
       großen Anteil ihres Einkommens für Lebensmittel und Haushaltsenergie
       ausgeben müssen. Dies trifft auch auf Senioren zu, weshalb diese
       Personengruppe ebenfalls von den im Zuge des Irankrieges [2][gestiegenen
       Spritpreisen] betroffen war.
       
       Insgesamt schrumpft die Kaufkraft der Bevölkerung infolge des Irankrieges
       im Schnitt um 1,15 Prozent. „Gerade, weil es für diesen Schock keinen
       europäischen Preisdeckel gibt wie in der Energiekrise 2022, landet die Last
       fast ungebremst bei den Haushalten – und dort besonders bei denen mit
       niedrigen Einkommen“, erklärt ifo-Forscher Andreas Peichl. „Wir sehen, dass
       ärmere Haushalte einem Preisschock, der Tausende Kilometer entfernt seinen
       Ursprung hat, schlechter ausweichen können und größere Kaufkraftverluste
       erleiden“, ergänzt Ifo-Forscherin Tiphaine Wibault.
       
       Dies hat auch Auswirkungen auf die Einkommensverteilung. Laut dem ifo
       Institut steigt auch der sogenannte Gini-Koeffizient durch den
       [3][Irankrieg]. Dieser gibt an, wie sehr das gesamtgesellschaftliche
       Einkommen bei wenigen reichen Haushalten angehäuft ist. Ist er hoch, ist
       auch die Konzentration besonders hoch.
       
       10 Aug 2026
       
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