# taz.de -- Demos in Landeshauptstädten: Knapp 10.000 gehen für AfD-Verbotsverfahren auf die Straße
       
       > Seit Monaten demonstrieren Menschen für die Überprüfung eines AfD-Verbots
       > durch das Bundesverfassungsgericht – auch an diesem Wochenende.
       
 (IMG) Bild: „Prüfung rettet übrigens Freiheit“ (Foto von einer Demo im Juni): Die Prüf-Initiative appelliert vor allem an die Landesregierungen
       
       epd | Bundesweit sind am Wochenende nach Veranstalterangaben knapp 10.000
       Menschen für ein Verbotsverfahren [1][gegen die AfD] auf die Straße
       gegangen. Insgesamt gab es am Samstag in elf Städten Demonstrationen, wie
       die Bürgerinitiative Prüf mitteilte. „Prüf“ steht dabei für „Prüfung rettet
       übrigens Freiheit“.
       
       Während sich in Berlin rund 800 Menschen vor dem Brandenburger Tor
       versammelten, waren es [2][in Potsdam] rund 300 Menschen. Bundesweit seien
       es insgesamt 9.460 Personen gewesen, teilte Prüf Brandenburg am Sonntag
       mit. Die bundesweite Initiative organisiert jeden zweiten Samstag im Monat
       Demonstrationen in den Landeshauptstädten.
       
       Die Initiative fordert, alle Parteien, die vom Verfassungsschutz als
       rechtsextremer Verdachtsfall oder gesichert rechtsextrem eingestuft werden,
       durch das Bundesverfassungsgericht überprüfen zu lassen. Ein Antrag auf ein
       Verbotsverfahren kann nur von Bundestag, Bundesrat oder Bundesregierung
       beim Bundesverfassungsgericht gestellt werden.
       
       Die Prüf-Initiative appelliert vor allem an die Landesregierungen, im
       Bundesrat ein Verfahren nach Artikel 21 Absatz 2 Grundgesetz einzuleiten.
       Die Initiative stützt ihre Forderung unter anderem auf ein Ende Juni
       veröffentlichtes Rechtsgutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte, das
       anhand von Belegen zum Schluss kommt, dass die AfD gegen die Menschenwürde
       und das Demokratieprinzip verstößt.
       
       Gegründet wurde die Prüf-Initiative von dem Aktivisten Nico Semsrott. Das
       Bundesamt für Verfassungsschutz hatte die [3][AfD Anfang Mai 2025 als
       „gesichert rechtsextremistische Bestrebung“] eingestuft. Dagegen geht die
       AfD juristisch vor. Die Einstufung wurde im Februar vom Kölner
       Verwaltungsgericht per Beschluss in einem Eilverfahren ausgesetzt. Auf
       vielen Plakaten der Demonstranten stand unter anderem „Prüf heute – schütz
       morgen“.
       
       9 Aug 2026
       
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