# taz.de -- Niedrigwasser am Rhein: Verdi warnt vor Lkw-Sonntagsfahrten
> CDU-Verkehrsminister Steffen Bilger will das Lkw-Fahrverbot an Sonntagen
> lockern. Kritik kommt von Verdi: Die Gewerkschaft verweist auf
> Fachkräftemangel.
(IMG) Bild: Wegen des Niedrigwassers sollen mehr Transporte auf Lkws und Güterzüge verlagert werden
rtr/taz | Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi stellt sich gegen die
Pläne, [1][wegen des Niedrigwassers am Rhein] das Lkw-Fahrverbot an Sonn-
und Feiertagen zu lockern.
„Der Vorstoß geht zulasten der Beschäftigten im Transport- und
Logistikgewerbe und stellt die gesetzlich geschützten Sonn- und Feiertage
als Tage der Ruhe und Erholung infrage“, sagte Verdi-Logistikexperte Uwe
Köpke am Freitag.
„Wer das Sonn- und Feiertagsfahrverbot aus reinen wirtschaftlichen
Erwägungen teilweise abschaffen will, greift direkt in die Arbeits- und
Lebensbedingungen von hunderttausenden Berufskraftfahrerinnen und
Berufskraftfahrern ein“, warnte Köpke. Die Branche sei aber bereits von
Fachkräftemangel, hohem Zeitdruck und belastenden Arbeitsbedingungen
geprägt. Mit einer Lockerung würde die Erwartung wachsen, auch an sieben
Tagen der Woche Dienstleistungen bereitzustellen.
Der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger hatte am Donnerstag [2][nach
einem Krisentreffen Konsequenzen wegen des Niedrigwassers an Rhein und
Donau angekündigt]. Ziel sei es, mehr Transporte auf Lkws und Güterzüge zu
verlagern. Dafür soll auch das Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen so lange
wie nötig ausgesetzt werden. CDU-Politiker Bilger sagte, er werde darüber
kurzfristig mit den Ländern reden.
## Bahn will mehr Güter transportieren
Unterstützung bekam er von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Es sei
gut, dass schnell erste Maßnahmen identifiziert worden seien. „Eine
Lockerung des Sonntagsfahrverbots für Lkws kann für die betroffene
Industrie eine echte Erleichterung sein“, so CDU-Politikerin Reiche. Das
Niedrigwasser beeinträchtige wichtige Transportwege und führe zu höheren
Transportkosten. „Erste Institute befürchten negative Auswirkungen für
unsere Wirtschaft insgesamt.“
Betroffen vom Niedrigwasser ist unter anderem die Stahlbranche. Der
Stahl-Verband-Saar sprach von einem positiven ersten Signal durch Bilger.
Neben dem Lkw-Vorstoß sei auch die Zusage der Bahn-Güterverkehrstochter DB
Cargo positiv, zusätzliche Kapazitäten bereitstellen zu wollen.
7 Aug 2026
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