# taz.de -- Kritik an Metas KI-Bildgenerator „Muse“: Not your Muse
> Meta nimmt wegen öffentlichen Aufruhrs neue KI-Funktionen offline.
> Datenschutz ist für den Konzern egal, Hauptsache, der Ruf leidet nicht.
(IMG) Bild: Meta betreibt die Apps, die wir alle fast täglich nutzen, ohne immer genau zu wissen, was mit den Daten passiert
„Wir haben die Verantwortung, eure Daten zu schützen. Wenn wir das nicht
können, verdienen wir es nicht, euch zu dienen“, schrieb Mark Zuckerberg
noch 2018 entschuldigend, als herauskam, dass sensible Daten von 87
Millionen Meta Nutzer:innen für politische Werbung verkauft wurden. Acht
Jahre und einer Rekordstrafe der EU von 1,2 Milliarden Euro später, weil
Meta Nutzer:innendaten von EU-Bürgern an Regierungsbehörden der USA
übermittelt hatte, bleiben das leere Worte.
Zu sehen ist das an der vor wenigen Tagen eingefügten
KI-Bildgenerierungsfunktion „Muse Image“. Schnell folgte massive Kritik:
zum einen, weil sich solche Systeme für Deepfakes oder pornografische
Inhalte missbrauchen lassen – eine Gefahr, die mit anderen [1][KI-Tools
längst Realität geworden ist]. Zum anderen, weil Meta vorsah, öffentliche
Profile für das Training der KI zu nutzen. Wer das nicht wollte, musste
selbst aktiv widersprechen. Datenschutz per Opt-out: genau andersherum, als
es sein sollte.
## Wer so viel Macht besitzt, trägt Verantwortung
Es lag in Metas Hand, das so zu tun. Der Konzern betreibt Plattformen mit
Milliarden Nutzer:innen, entscheidet über Sichtbarkeit und Teilhabe. Wer
diese Macht besitzt, trägt Verantwortung. Mit einer so mächtigen KI
verschiebt Meta die Grenzen dessen, was mit den Daten geschieht.
Dass die Funktion nach öffentlicher Empörung nach nur vier Tagen wieder
offline ging, ist kein Beweis für Einsicht. Es zeigt vor allem, worauf der
Konzern reagiert: auf schlechten Ruf und wirtschaftliche Risiken.
Der Datenschutz, auch wenn Zuckerberg es 2018 noch so bedeutungsschwer
sagte, ist kein Anliegen des Konzerns. Das [2][Geschäftsmodell von Meta]
basiert darauf, möglichst viele Daten auszuwerten.
Solange sich damit Milliarden verdienen lassen, werden die [3][Interessen
der Nutzer:innen] nie die des Konzerns sein. Vier Tage sind zudem genug
Zeit, Daten abzugreifen, Deepfakes zu erstellen und alles wer weiß schon wo
zu speichern. Vertrauen wir nicht mehr darauf, dass [4][Tech-Milliardäre]
unsere Interessen schon im Blick haben werden.
12 Jul 2026
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## AUTOREN
(DIR) Ann-Kathrin Leclere
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