# taz.de -- Zerstörung von KI-Kameras: Macht kaputt, was euch überwacht
> KI-unterstützte Kameras filmen den öffentlichen Raum. Eine
> Online-Community gibt sich Tipps, was man dagegen tun kann – und was man
> lassen sollte.
(IMG) Bild: Das Licht der Laserstrahlen kann Überwachungskameras, wenn man direkt die Linse anvisiert, überfordern und den Sensor beschädigen
Es klingt beinahe wie ein biblisches Gebot. „Du sollst niemals einen
Laserpointer auf Flock-Kameras richten.“ Nicht auf Steintafeln findet man
den Satz, sondern [1][in einem Social-Media-Post], in dem Berliner_innen
darüber sprechen, wie man sich gegen neue staatliche Überwachungstechnik
wehren kann. Zwar werden, wie es im Post steht, in Berlin keine Modelle der
Marke Flock verwendet, gemeint ist aber das Gleiche:
Massenüberwachungskameras.
Das Licht der Laserstrahlen kann solche Kameras, wenn man direkt die Linse
anvisiert, überfordern und den Sensor beschädigen. Und das wollen Menschen,
die diese Überwachung kritisieren, natürlich auf keinen Fall! Alles andere
wäre schließlich ein Aufruf zu einer kriminellen Handlung. Deswegen das
Gebot in Verbotsform.
Die Kameras, um die es geht, sind mit KI-Systemen ausgestattet, die
auffällige Verhaltensmuster von Personen im öffentlichen Raum erkennen
sollen, etwa Bewegungen, die auf einen Kampf hindeuten. Dabei sind die
Kameras anfällig für Fehler. Insbesondere liegende Personen werden als
auffällig eingeschätzt, wodurch Obdachlose Personen diskriminiert werden
könnten, [2][wie Netzpolitik berichtet].
Seit der [3][Reform des Berliner Polizeigesetzes] im Frühjahr wurden
weiterreichende Befugnisse für die Polizei beschlossen, so auch, dass es
ihr unter anderem gestattet ist, Videomaterial in Echtzeit von einer KI
auslesen zu lassen.
Orte, wie das Kottbusser Tor, die als sogenannte kriminalitätsbelastete
Orte eingeschätzt werden, dürfen nun dauerhaft und mit KI überwacht werden.
Überwachung an der Warschauerstraße, am Alexanderplatz und am Görlitzer
Park soll später folgen.
## Mittel zum Machtmissbrauch
Auch in den USA gibt es Auflehnung gegen solche Kameras, diesmal
tatsächlich jene des Herstellers Flock Safety. Sie erfassen automatisch
Fahrzeugdaten und lesen Autokennzeichen, so gibt es Flock auf [4][seiner
Website] an. Auch ohne richterlichen Beschluss dürfen örtliche
Polizeibehörden auf diese Daten zurückgreifen, um so Fahrzeuge ausfindig zu
machen, deren Fahrer in Straftaten involviert sind.
Dutzende Fälle des Machtmissbrauchs wurden in Verbindung mit den
Flock-Kameras bereits gemeldet. [5][CNN nennt] etwa einen Polizisten, der
seine Ex-Partnerin gestalkt hat, ein anderer, der zwei Personen mit Daten
der Flock-Kameras verfolgt und beschattet hatte. Auch ohne solche
Grenzfälle kritisieren Gegner_innen die Kameras als Mittel zur
Massenüberwachung, die in die Privatsphäre eingreifen.
Online hat sich deswegen eine Community gebildet, die in Videos vermummt
auftritt und ihren Widerstand gegen die landesweite Dauerüberwachung
dokumentiert. Um rechtssicher zu bleiben, posten die
Social-Media-Nutzer_innen Antianleitungen, Videos, in denen sie
beschreiben, was man auf keinen Fall mit den Kameras tun sollte.
Man sollte zum Beispiel nicht auf [6][deflock.org] gehen, um Kameras
ausfindig zu machen. 125.671 Stück sind in den USA dort bisher aufgelistet.
Man sollte nicht an die jeweiligen Standorte heranzoomen, um zu prüfen, in
welche Richtung die Kameras filmen. Man sollte auch nicht außerhalb des
Aufnahmewinkels von hinten an die Kamera treten, die Stange hochklettern
und das hinten angebrachte Kabel durchschneiden. Das wäre schließlich
strafbar.
6 Aug 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.instagram.com/p/DblKb1DCG1x/
(DIR) [2] https://netzpolitik.org/2026/videoanalyse-fuer-die-bundespolizei-bahnhofs-kameras-sollen-menschen-und-ihr-verhalten-erkennen/
(DIR) [3] /Berliner-Abgeordnetenhaus/!6124349
(DIR) [4] https://www.flocksafety.com/
(DIR) [5] https://edition.cnn.com/2026/07/26/us/flock-cameras-surveillance-abuse
(DIR) [6] https://maps.deflock.org/?lat=0.0000&lng=-19.2835&zoom=0.68
## AUTOREN
(DIR) Valérie Catil
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