# taz.de -- Klima und Ableismus: Nicht alle trifft die Hitze gleich
       
       > Bei der Debatte um Schutzmaßnahmen bleiben Menschen mit Behinderungen oft
       > außen vor. Dabei sind gerade sie auf barrierefreie Kühlräume angewiesen.
       
 (IMG) Bild: Allgemein sind die Kenntnisse über die Lebenswelten behinderter Menschen eher dürftig
       
       Hitzewellen wirken sich nicht auf alle behinderten Menschen gleich aus. Bei
       Menschen mit Multipler Sklerose kann die Wärmeregulation des Körpers
       gestört sein. Menschen mit Gehbehinderungen müssen im Alltag mehr Kraft
       aufwenden, um sich im öffentlichen Raum zu bewegen. Das erhöht das Risiko,
       einen Hitzschlag zu bekommen. Oder Informationen sind nicht barrierefrei
       verfügbar und Schutzmaßnahmen können deshalb nicht ergriffen werden.
       
       Allgemein sind die Kenntnisse über die Lebenswelten behinderter Menschen
       eher dürftig. Und doch gibt es Ansätze für effektiven Hitzeschutz. In
       vielen Ländern werden insbesondere in Großstädten vermehrt Kühlräume
       angeboten. In Spanien oder Italien werden die Räume auch von kulturellen
       Angeboten wie einem Museumsbesuch oder Kinovorstellungen begleitet. Bologna
       bietet auf vorherige Nachfrage auch Assistenz vor Ort an.
       
       All das bringt allerdings nur kurzfristig Abhilfe, da die Menschen
       spätestens abends wieder in ihre überhitzten Wohnungen zurückkehren. Die
       Anforderungen an [1][Barrierefreiheit] müssen hoch sein, um möglichst allen
       Menschen mit verschiedenen Behinderungen gerecht zu werden. Oft wird schon
       der Weg zum [2][Kühlraum] für Menschen mit Körperbehinderung zur Hürde. Das
       wirft die Frage nach Verteilungsgerechtigkeit auf: Wer muss unbedingt
       Kühlung in den eigenen vier Wänden erhalten?
       
       Nicht alle Menschen mit Behinderungen haben die Möglichkeit, ihre Wohnungen
       zu verlassen, um einen Kühlraum aufzusuchen. Eine [3][Klimaanlage] ist hier
       unumgänglich. Wir müssen gemeinsam diskutieren, wie inklusive Stadtplanung
       mit Grünanlagen und Wasserflächen stets mit Barrierefreiheit verbunden
       werden kann, um ein Leben für alle zu ermöglichen.
       
       Derartige Debatten werden überwiegend ohne Input von den Menschen geführt,
       die es betrifft. Sie reden nicht mit, wenn über ihre Lebenswelten
       entschieden wird. Dabei wäre der effektivste Schutz für sie, wenn die
       Menschen mit Behinderungen Teil der politischen Debatte über Hitzeschutz
       wären und ihre Ideen aktiv einbringen könnten.
       
       5 Aug 2026
       
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