# taz.de -- Apps für Hitzetage: Achten Sie auf sich – und auf Ihre Daten!
> Erinnerungen, Warnungen, Wegeführung: Apps sollen beim Schutz vor Hitze
> helfen. Welche wo sinnvoll sein können und was zu beachten ist.
(IMG) Bild: Trinken und Wasser über den Kopf schütten, beides ist gut bei Hitze
Wünschen Sie sich auch manchmal, jemand würde Ihnen ein bisschen Belastung
im Alltag abnehmen? Eine kluge App? Besonders jetzt, wo in vielen Teilen
Deutschlands über 30 Grad herrschen und die Temperaturen weiter steigen
sollen, ist oft jede Hilfe willkommen, denn die Hitze ist nicht nur nervig,
sondern auch [1][gesundheitsgefährdend].
Apps und Web-Anwendungen können beim Hitzeschutz unterstützen. Doch halten
sie ihr Versprechen, den Alltag zu erleichtern?
Wer sich schwer damit tut, [2][genug Wasser zu trinken], kann sich zum
Beispiel von einer App erinnern lassen, regelmäßig einen Schluck zu nehmen.
Viele Anwendungen sind auch personalisierbar: Man gibt Körpergewicht und
Alter ein – und der persönliche Wasserbedarf wird errechnet.
## Reminder: Genug trinken!
Besonders für ältere Menschen kann das hilfreich sein: „Das Problem ist,
dass bei Senior*innen manchmal das Durstempfinden nachlassen kann“,
erklärt Britta Schautz von der Verbraucherzentrale Berlin. Auch im
stressigen Arbeitsalltag würden manche Leute vergessen zu trinken. „Da kann
so eine Erinnerung eigentlich ganz gut sein.“ Doch sollte man sich
überlegen, ob man wirklich eine App dafür brauche, gerade wenn sie
kostenpflichtig sei. „Vielleicht reicht es auch, einen regelmäßigen Alarm
im Smartphone festzulegen“, so Schautz.
Neben den Kosten besorgt sie auch der Datenschutz: Bei vielen Apps ist
nicht klar, was mit den eigenen Angaben, besonders zur Gesundheit,
passiert. „Wir wissen zum Beispiel nicht, an wen die Daten weitergegeben
werden können“, sagt Schautz.
Neben Trink-Apps werden besonders Anwendungen empfohlen, die vor Hitze
warnen, wie die [3][Warnwetter-App des Deutschen Wetterdienstes] und die
[4][Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes, NINA.] Sie helfen
bei akuter Hitzegefahr, richtig zu reagieren. Schautz empfindet die Apps
als sinnvoll: „Gerade Menschen, die nicht so gut mit heißen Temperaturen
klarkommen, können ihren Alltag an die Vorhersagen anpassen“, sagt sie.
## Orientierung: der schattigste Weg
Wer nicht vermeiden kann, rauszugehen, wenn es heiß wird, dem kann
[5][Shaded Openrouteservice] helfen. Die Anwendung wurde vom Heidelberg
Institute for Geoinformation Technology (HeiGIT)entwickelt. Sie
funktioniert wie andere Navigationsapps – nur hitzeangepasst: Man gibt
Start und Ziel ein und die Anwendung gibt den schattigsten Weg an. „Wir
wollten zeigen, dass es möglich ist, Routing schattig zu planen“, sagt
Julian Psotta vom HeiGIT.
Bisher ist die Anwendung nicht als App, sondern nur im Browser, und nur für
etwa 80 Städte verfügbar. „Es ist keine klassische Navigationsapp“, gibt
Psotta zu. Für die Entwickler*innen steht auch nicht die persönliche
Anwendung im Vordergrund. Sie ermöglicht eher, die Betroffenheit von
Einrichtungen aufzuzeigen. „Ziel ist es, den Dialog zwischen Bürger und
öffentlichen Einrichtungen zu eröffnen“, sagt Psotta.
Auch für Schautz von der Verbraucherzentrale sind individuelle Anwendungen
nicht die einzige Lösung: „Grundsätzlich müssen wir auch die Städte und
Gemeinden mehr in die Pflicht nehmen, anstatt die Verantwortung allein auf
die Verbraucher abzuwälzen“, sagt sie.
10 Aug 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Neue-Zahlen-des-RKI/!6202139
(DIR) [2] /Gefaehrliche-Klimaerhitzung/!6198933
(DIR) [3] https://www.dwd.de/DE/leistungen/warnwetterapp/warnwetterapp.html
(DIR) [4] https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Warn-App-NINA/warn-app-nina_node.html
(DIR) [5] https://shaded.openrouteservice.org/#/place/@8.68112,49.410757,12
## AUTOREN
(DIR) Pauline Ruprecht
## TAGS
(DIR) Hitze
(DIR) Digital
(DIR) Datenschutz
(DIR) Trinken
(DIR) Social-Auswahl
(DIR) Leben mit Behinderung
(DIR) Hitze
(DIR) Klimaneutralität
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Klima und Ableismus: Nicht alle trifft die Hitze gleich
Bei der Debatte um Schutzmaßnahmen bleiben Menschen mit Behinderungen oft
außen vor. Dabei sind gerade sie auf barrierefreie Kühlräume angewiesen.
(DIR) Kühle Orte in Berlin: Zuflucht vor dem Hitzeschlag
Die offiziellen Karten, die kühle Orte in Berlin ausweisen, liefern
dürftige Ergebnisse. Ein Berliner hat auf eigene Faust etwas Besseres
programmiert.
(DIR) Plan für kommunale Wärmeplanung: Bedenken beim Datenschutz
Das Bauministerium bereitet ein Gesetz zur Wärmeplanung vor: Die Länder
sollen Pläne zur Wärmewende liefern. Die FDP bemängelt „Datensammelwut“.