# taz.de -- Ein Mieter über Verdrängung: „Aufgeben ist keine Option“
       
       > Daniel Diekmann wohnt seit über 20 Jahren in einem Plattenbau in Berlin.
       > Das Haus steht inzwischen fast leer, denn der Eigentümer will es abreißen
       > lassen.
       
 (IMG) Bild: Den Ausblick ist okay, drinnen ist das nicht unbedingt so. Daniel Diekmann schaut aus einem Fenster
       
       taz: Herr Diekmann, Sie wohnen hier in der Habersaathstraße als einer der
       letzten Mieter in einem Plattenbau, den der Eigentümer abreißen lassen
       will. Fühlen Sie sich hier noch zu Hause? 
       
       Daniel Diekmann: Ja, das hier ist nach wie vor nicht nur das Dach über dem
       Kopf, sondern auch mein Zuhause. Es wird einem mit all den Katastrophen
       natürlich schwer gemacht, das noch so zu empfinden. Aber wenn man so lange
       darum kämpft, kann man auch nicht einfach aufgeben.
       
       taz: Ist es noch lebenswert, wenn der Vermieter es einem so ungemütlich
       macht, dass man möglichst auszieht? 
       
       Diekmann: Es ist umständlich, wenn man keine Heizung hat, kein Wasser und
       alles schleppen muss. Früher habe ich sündhaft teures französisches
       Mineralwasser hochgeschleppt, jetzt nur noch aufgefüllte Wasserkanister.
       Ich sehe das positiv: Bauch, Beine Po, dafür zahlen Leute viel Geld im
       Fitnessstudio – ich hab’ das gratis.
       
       taz: Seit wann haben Sie kein Wasser mehr? 
       
       Diekmann: Ohne heißes Wasser lebe ich hier seit dem 9. August 2023,
       [1][ohne Heizung seit dem 11. November] 2025 und ohne Trinkwasser seit dem
       22. Januar 2026. Ab dem 9. August 2023 war ich auch vier Tage ohne Strom,
       nachdem hier die Stromzähler rausgerissen wurden.
       
       taz: Wieso wissen Sie die Daten so genau? 
       
       Diekmann: Weil ich so ein Akten- und Zahlenfresser bin, sagen zumindest
       andere. Und auch, weil das einschneidende Erlebnisse sind.
       
       taz: Wie wehren Sie sich gegen die ganzen Schikanen? 
       
       Diekmann: Ich habe eine Standleitung zum Amtsgericht: Da gibt es dann eine
       Strafankündigung für den Vermieter über 250.000 Euro und dann geht das auf
       einmal ganz schnell. So war es zumindest beim Strom. Beim Trinkwasser haben
       wir das jetzt nicht gemacht. In den Wohnungen drunter und drüber sind die
       Leitungen abgeschlagen, da kann ich ja bei mir nicht aufdrehen. Ich möchte
       ja nicht im Schwimmbad wohnen.
       
       taz: Aber duschen müssen Sie schon? 
       
       Diekmann: Es gibt viele solidarische Nachbarn. Ich kann mir hier fast in
       jedem Haus in der Nachbarschaft aussuchen, wo ich duschen kann. Das ist
       kein Problem. Und es schweißt die Nachbarschaft auch zusammen. Das ist eine
       ganz andere Art von Haustürwahlkampf: Da geht man hin und spricht mit den
       Leuten und ist im Austausch. Die sind damit immer auf dem neuesten Stand.
       
       taz: Die letzte Eskalation im Haus war im Januar. Was ist da passiert? 
       
       Diekmann: [2][Da kam der Eigentümer Andreas Pichotta mit einem
       Schlägertrupp], so paramilitärische Typen, albanische Mafia, keine Ahnung.
       Die hatten Baseballschläger, Eisenstangen, Vorschlaghammer und haben dann
       zunächst in einem Aufgang alle Türen eingetreten, Türgriffe abgeschlagen,
       Schlösser kaputt gemacht. In den Badezimmern wurde alles kurz und klein
       geschlagen: Spülkästen, Toiletten- und Waschbecken, Badewannen. Dann haben
       sie noch auf die Wasserleitungen im Versorgungsschacht draufgekloppt,
       sodass dann hier alles überflutet war. Dann haben sie in einem zweiten
       Aufgang weitergemacht. Es sollte sichergestellt werden, dass in den
       Wohnungen niemand mehr leben kann.
       
       taz: Zahlen Sie noch Miete?Diekmann: Na ja, mit der Mietminderung ist das
       ja so eine Sache. Wenn man zwei Mieten nicht gezahlt hat, ist das ein
       kündigungsrelevanter Grund. Und deswegen zahlen wir die Mieten unter
       Vorbehalt. Ich zahle für meine 40 Quadratmeter 300 Euro warm: 200 Euro
       Miete, 50 Euro Vorauszahlung für Nebenkosten und 50 Euro für Heizung, die
       es ja auch nicht mehr gibt.
       
       taz: Wie war die Situation, als Sie hier eingezogen sind? 
       
       Diekmann: Das war 2005 und das war ganz verrückt, Zeiten, an die sich heute
       keiner mehr erinnern kann. Über die Schwiegereltern hatte ich Kontakt zur
       Hausverwaltung – das Haus gehörte ja zur Charité – und dann habe ich hier
       den Verwalter getroffen und der hatte zehn Schlüssel mitgebracht. Ich
       durfte mir eine Wohnung aussuchen.
       
       taz: Wieso sind Sie nach Berlin-Mitte gezogen? 
       
       Diekmann: Nachdem meine Freundin damals verstorben war, konnte ich unsere
       große Wohnung in Wilmersdorf nicht halten. Da habe ich gesagt: Okay, der
       Lebensabschnitt ist beendet, jetzt kommt was Neues. Nach Mitte wollte ich
       eigentlich nie wegen den ganzen Hipstern. Aber es hat sich so ergeben. Und
       hier haben überwiegend Charité-Mitarbeiter gewohnt, von Putzkräften über
       Pflegekräfte bis hin zu Ärzten, viele davon Vietnamesen, die einst als
       Arbeiter aus dem sozialistischen Bruderland in die DDR geholt wurden. Ich
       habe da nur gute Erinnerungen dran.
       
       taz: Dann ging das Ungemach los? 
       
       Diekmann: Das Haus wurde von der Charité 2006, ein halbes Jahr nach meinem
       Einzug, für 2 Millionen Euro – unter 400 Euro pro Quadratmeter – verkauft.
       Der damalige Finanzsenator Thilo Sarrazin versprach uns als Mieterbeirat
       damals, dass sich für uns nichts ändern wird. Doch das Theater begann
       direkt mit einer Modernisierungsankündigung: neue Fenster, Wärmedämmung.
       Mehrere Nachbarn haben sich vor Gericht erfolgreich gegen die hohe
       Modernisierungsumlage gewehrt. Doch die Ankündigung war: Hier wird kein
       Stein auf dem anderen bleiben.
       
       taz: Wollten Sie nicht sofort wieder raus? 
       
       Diekmann: Nein, daran habe ich gar nicht gedacht. Ich hatte gerade hier neu
       angefangen, das Umfeld erkundet, die Nachbarn kennengelernt. Ich bin ja
       kein Nomade. Aber es ging mir auch damals schon um den Kampf um günstigen
       Wohnraum. Wohnen ist ein Menschenrecht, und nur weil die fette Rendite
       machen wollen, gehen wir nicht einfach.
       
       taz: Was haben Sie also gemacht? 
       
       Diekmann: Wir haben die Interessengemeinschaft Habersaathstraße gegründet,
       denn uns war völlig klar, dass wir uns dagegen organisieren müssen. Ich
       wurde direkt deren Sprecher. Ich bin ein alter Gewerkschafter, ich weiß,
       wie das geht. Aber viele, vor allem ältere Nachbarn, haben gesagt, das
       machen wir nicht mit und sind ausgezogen. Alle leer stehenden Wohnungen
       wurden dann saniert und nur noch befristet als möblierte Appartements
       vermietet. Viele standen auch leer. Das war Zweckentfremdung, und das haben
       wir angezeigt. Der Eigentümer hatte angesichts der drohenden Strafen die
       Schnauze voll und hat den Komplex direkt weiterverkauft – für 28 Millionen
       an die heutige Eigentümergesellschaft.
       
       taz: In dieser Zeit brannte Ihr Auto. 
       
       Diekmann: Ja, 2018 war das; vorm großen Mietengipfel mit Merkel und
       Seehofer. Ein paar Wochen vorher stand auf der Windschutzscheibe in den
       Staub geschrieben: „Ausziehen oder brennen.“ Das habe ich gar nicht ernst
       genommen.
       
       taz: Hat Ihnen das Angst gemacht? 
       
       Diekmann: Nein, ich halte das mit den Worten meines Vaters: Angst und Geld
       hatten wir nie.
       
       taz: War Ihr Elternhaus auch schon politisch? 
       
       Diekmann: Oh ja. Ich komme aus einer westfälischen Großfamilie mit 17
       Leuten. Wenn man von dort kommt, hat man eine stramme katholische
       Ausbildung hinter sich. Da geht es um Achtung vor dem Mensch, dem Tier, vor
       dem Nächsten. Mein Vater war Dekorateurmeister in Bochum, aber nach dem
       Umzug mit meiner Mutter in den Hochsauerlandkreis völlig orientierungslos.
       Dann ist er Mitte der 60er-Jahre zur Polizei gewechselt und war eine Art
       Dorf-Sheriff. Ich kann mich erinnern, wie ich einmal auf den Funkwagen
       geklettert bin, um Republikaner-Plakate abzumachen. Ich hatte Angst und
       habe gefragt, was ist, wenn die die Polizei rufen. Mein Vater sagte nur:
       „Die Polizei bin ich und die ist schon da.“
       
       taz: Sind Sie hier im Kampf um dieses Haus zum Aktivisten geworden oder
       waren Sie es vorher schon? 
       
       Diekmann: Ich bin mit 19 in die Gewerkschaft eingetreten, mit 20 war ich
       das erste Mal Betriebsratsvorsitzender. Da hatte ich schon das erste Mal
       zerstochene Reifen und ein zerkratztes Auto, weil es Leute überhaupt nicht
       toll fanden, dass ich schon damals das Betriebsverfassungsgesetz umzusetzen
       wusste. Das war eine gute Vorbereitung für das, was noch kommen sollte.
       
       taz: Welche berufliche Laufbahn haben Sie eingeschlagen? 
       
       Diekmann: Ein bisschen Privatsphäre muss ich wahren, aber so viel kann ich
       sagen: Ich hab in jungen Jahren eine mittlere Schule besucht, dann auf
       einer höheren Handelsschule Abitur und eine Ausbildung in einem
       Handwerksberuf gemacht: Aber das gefiel mir gar nicht. Ich war immer eher
       der weiche, softe Typ, keiner, der morgens um acht auf der Baustelle Bier
       gesoffen hat. Später habe ich eine kaufmännische Ausbildung bei einem
       großen Dienstleistungsbetrieb gemacht, bin Abteilungsleiter geworden. Ich
       war also schon früh in Verantwortung für Kollegen und Mitarbeiter. Das ist
       auch eine gute Schule.
       
       taz: Haben Sie heute neben dem ganzen Kampf um das Haus überhaupt noch Zeit
       für eine Erwerbsarbeit? 
       
       Diekmann: In Berlin habe ich lange noch in dem Dienstleistungsberuf
       gearbeitet. Seit 15 Jahren arbeite ich für einen Verwaltungsbetrieb. Das
       ist in der Regel vormittags. Mittags bin ich dann zu Hause, dann geht das
       Elend und das Chaos hier weiter.
       
       taz: Wie viele Altmieter leben noch im Haus? 
       
       Diekmann: Es sind noch fünf Altmietparteien. Bei insgesamt 120 Wohnungen in
       dem Häuserkomplex.
       
       taz: Wie ist die Situation Ihrer Mitstreiter:innen? 
       
       Diekmann: Ambivalent. Es brauchte viele Durchhalteparolen in dem
       arschkalten Winter, der hinter uns liegt. Die Zeit mit Eis und Minusgraden
       war lang und ohne Heizung war das ein absoluter Härtetest. Statt der im
       Mietvertrag zugesicherten Fernwärme haben wir Ölradiatoren gekriegt. Die
       Kosten kriegen wir dann, wenn überhaupt, in 10 Jahren erstattet.
       
       taz: Durchhalten wollen alle? 
       
       Diekmann: Es ist eine Dauerbelastung. Neulich hat mir eine Nachbarin
       gesagt, sie wolle jetzt doch verhandeln und gucken, welche Abfindung sie
       bekommen könnte. Ich kann verstehen, wenn es nicht mehr geht, aber es wäre
       schade. Ich hab ihr gesagt: Wir sind fünf. Wie fünf Finger an einer Faust.
       
       taz: Hat Ihnen der Eigentümer jemals Geld für einen Auszug geboten? 
       
       Diekmann: Ja, das hat er immer wieder. Erst waren es 2.000 Euro, dann
       5.000. Dann waren es 30.000 und schließlich 50.000. Ich hab irgendwann mal
       bei einem Interview gesagt, ab 250.000 Euro könnte es losgehen. Das hat er
       dann gelesen und unseren Anwalt angerufen und gesagt: Wir können doch über
       alles reden.
       
       taz: Und haben Sie geredet? 
       
       Diekmann: Nein, ein Zuhause ist ja mehr als ein paar Euro. Ich weiß, wenn
       das einer liest, denken die Leute: „Mann, ist der bescheuert. Dem wurde
       Ersatzwohnraum angeboten, dem wurde Geld angeboten, warum nimmt er das
       nicht an?“ Das ist diese kapitalistische Verwertungslogik: Wenn ich dir was
       gebe, kann ich dir was wegnehmen. Da mache ich nicht mit. Und: Es gab auch
       Nachbarn, den wurden 30.000 Euro versprochen, aber sie haben am Ende nur
       die Hälfte bekommen.
       
       taz: Wie gucken Sie auf Ihren Eigentümer? 
       
       Diekmann: Ich habe mich immer an Recht und Gesetz gehalten, sämtliche
       Prozesse um meine Wohnung gewonnen und habe immer dafür gesorgt, dass es
       den Menschen um mich herum besser ging. Nur dann scheint die Sonne auch auf
       mich. Das sehe ich bei Andreas Pichotta völlig anders. Der guckt ja in
       erster Linie danach, dass es ihm gut geht und er seine Rendite hat. Und er
       verfährt hier nach dem Motto: legal, Illegal, scheißegal.
       
       taz: Neben Altmietern wie Ihnen wohnen in der Habersaathstraße noch etliche
       Bewohner:innen ohne Mietvertrag. Wie ist es dazu gekommen? 
       
       Diekmann: Die Besetzung war mitten in der Pandemie. Da gab es den Satz
       „Stay at home“. Aber wie geht das, wenn man kein Zuhause hat? Damals hat
       sich die Initiative „Leerstand hab ich Saath“ dazu entschieden, mit einer
       Gruppe von Wohnungslosen einen Teil der leer stehenden Wohnungen zu
       besetzen. Die erste Besetzung im Dezember 2020 wurde geräumt, bei der
       zweiten ein Jahr später konnte man das nicht mehr halten, die Leute durften
       bleiben. Etwa 60 Wohnungslose durften sich beim Sozialamt melden und
       einziehen.
       
       taz: Wie viele sind es heute noch? 
       
       Diekmann: Vielleicht 30, die noch hier wohnen. Nach diesen ganzen
       Verdrängungsstrategien …
       
       taz: Im August 2023 ließ der Eigentümer allen Bewohner:innen ohne
       Mietvertrag den Strom abstellen. 
       
       Diekmann: Genau. Und im vergangen Oktober [3][gab es 12 Räumungstitel]. Die
       meisten Betroffenen haben die Wohnungen schon vorher verlassen. Viele, die
       von der Straße kommen, haben schon eine Geschichte hinter sich und sagen:
       Noch eine Zwangsräumung, das halt’ ich nicht aus.
       
       taz: Wie ist das Verhältnis zu den neuen Bewohner:innen? 
       
       Diekmann: Für mich war es von Anfang an eine schwierige Lage, da ich ja die
       Interessen der Langzeitmieter vertreten musste. Dazu kommt: Ich halte es
       für keine gute Idee, Leute von der Straße in eine Wohnung zu sperren und
       dann sich selbst zu überlassen. Weil, die Menschen brauchen Hilfe. Es heißt
       zwar „Housing first“, aber das heißt nicht „Housing only“ oder „Housing
       lonely“.
       
       taz: Eigentlich plante der Bezirk nach der Besetzung, dauerhaft zwei
       Sozialarbeiter vor Ort einzusetzen, doch das Angebot wurde schon nach
       anderthalb Jahren eingestellt. 
       
       Diekmann: Ja, dabei wäre das notwendig gewesen. Viele der Menschen hatten
       eine massive Drogen- und Suchtproblematik, viele sind heroinabhängig, viele
       alkoholabhängig, viele mit massiven Gewalterfahrungen, psychischen
       Erkrankungen, Paranoide, Schizophrene. Da standen Leute am Fenster und
       haben laut geschrieben oder nachts Geister gesehen.
       
       taz: Der Bezirk hat dem Treiben des Eigentümer nie so wirklich Grenzen
       gesetzt, ihm sogar eine Abrissgenehmigung erteilt. Ist Ihr Glauben an die
       Politik erodiert? 
       
       Diekmann: Das kann man so nicht sagen. Ich bin in diesen ganzen Prozessen
       aber erwachsener geworden. Ich lasse mich einfach nicht so schnell
       verarschen. Diese Hinhaltestrategien von diesen ganzen Politikern. Das ist
       schon schwierig. Diese Untätigkeit. Wenn ich immer höre vom Bezirksamt, uns
       sind die Hände gebunden, wir suchen noch nach dem Hebel, damit wir was
       machen können. Da halte ich überhaupt nichts von. Was ich sagen kann, die
       meisten Politiker, mit denen wir in den letzten Jahren zu tun hatten, sind
       Geschichte und uns gibt es immer noch.
       
       taz: Im September sind Abgeordnetenhauswahlen. Verbinden Sie Hoffnungen
       damit? 
       
       Diekmann: Mein Herz schlägt links, ich hoffe dass wir nach den Wahlen im
       September eine stabile linke Regierung haben, die dafür sorgt, dass endlich
       die Volksentscheide „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ und „100 Prozent
       Tempelhofer Feld“ umgesetzt werden. Ich will keine Wohnsilos auf dem
       Tempelhofer Feld. Wir haben genügend Leerstand in Berlin, wir haben
       genügend Wohnraum, wir haben einen demografischen Wandel. Wir brauchen
       nicht Tausende neue Wohnungen, die kein Mensch bezahlen kann. Ich will es
       noch mal sagen: Mieten steigen nicht, Mieten werden erhöht. Und dafür
       brauchen wir wirksame Instrumente, die dem einen Riegel vorschieben.
       
       taz: Was ist Ihr Best-Case-Szenario für das Haus und Ihre Zukunft hier? 
       
       Diekmann: Im Dezember stehen die Entscheidungen der fünften Klagewelle bei
       unseren Räumungsklagen an. Wenn wir auch die gewonnen haben, hoffe ich,
       dass der Bezirk, wie angekündigt, die Abrissgenehmigung wieder zurückzieht.
       Und grundsätzlich wäre es das Beste, wenn die Wohnungen in eine
       Genossenschaft überführt werden.
       
       taz: Wenn es aber doch so weitergehen solle wie bisher, wie lange halten
       Sie es noch durch? 
       
       Diekmann: Aufgeben ist keine Option. Wir dachten immer, es kann nicht
       schlimmer kommen und dann kam es schlimmer. Der Mensch wächst mit seinen
       Aufgaben. So lange ich gesund bleibe, werde ich weitermachen. Ich bin ja
       nicht allein.
       
       15 Aug 2026
       
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