# taz.de -- Folgen des CSD-Anschlags: Linken-Chef wirft Union „unwürdiges Spiel“ vor
> Luigi Pantisano fordert sichtbaren Beistand für die queere Szene. Die
> Union instrumentalisiere das Leid für ihre Hardliner-Forderungen.
(IMG) Bild: Linken-Chef Luigi Pantisano
Der Linken-Vorsitzende Luigi Pantisano kritisiert [1][Forderungen aus CDU
und CSU], als Lehre aus dem [2][Anschlag auf den Christopher Street Day]
die Befugnisse der Polizei zu erweitern. „Die Unionsparteien führen das
gleiche unwürdige Spiel auf wie nach jedem Anschlag. Sie holen ihre
Polizeistaats-Wunschlisten heraus und instrumentalisieren das entstandene
Leid für die eigene Agenda“, sagte Pantisano der taz.
Die „ganzen Vorschläge an Verschärfungen“ gingen am Thema vorbei, so
Pantisano weiter. „Dieser Täter war Islamist, der nächste kann auch wieder
ein Nazi sein. Es geht hier um Hass auf queere Menschen.“ Die Polizei könne
zwar Täter dingfest machen und mit Glück auch schon vor einer Tat stoppen,
aber nicht Hass bekämpfen und Radikalisierung verhindern.
„Das ist Aufgabe der Politik, die sichtbar an der Seite queerer Menschen
stehen muss. Dazu gehören Symbole wie die Beflaggung des Reichstages, vor
allem aber die Unterstützung von Strukturen und von Bildungsarbeit, die
dazu beitragen, dem Hass entgegenzuwirken.“
## Fußfesseln und Präventivhaft
Nach dem Berliner Anschlag hatte beispielsweise Innenminister Alexander
Dobrindt (CSU) härtere Maßnahmen gegen potenzielle Täter gefordert. Für
Personen, die die Polizei als Gefährder einstuft, sollten ihm zufolge
elektronische Fußfesseln „ein obligatorisches Mittel“ zur Überwachung
werden. Sie sollten schneller in Präventivhaft landen, und auf volljährige
Gefährder sollten Gerichte das Jugendstrafrecht nicht mehr anwenden dürfen.
Familienministerin Karin Prien (CDU) will über das Projekt „Demokratie
Leben“ auch Deradikalisierungsprogramme stärken. Sie steht jedoch
gleichzeitig in der Kritik queerer Verbände, unter anderem, weil sie
[3][dem queeren Jugendnetzwerk Lamda die Förderung streicht.]
Auch Linke in der Kritik
Kritik gab es in den letzten Tagen aber auch am Umgang der Linken mit dem
Anschlag auf den Christopher Street Day – und das wiederum unter anderem
aus der CDU. Anlass war ein [4][Instagram Post des Linken-Kreisverbands
Neukölln], in dem von „queer- und transfeindlicher Ideologie durch rechte
und konservative Kräfte“ als Wegbereiter der Tat die Rede war. Die
islamistischen Motive des Täters wurden in dem Post nicht benannt.
Der Berliner CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers [5][sagte daraufhin der
Welt]: „Die Realitätsverweigerung im Umgang mit politischem Islam und
Islamismus ist Teil des Problems dieser Linken.“ Man könne ein Problem
nicht lösen, wenn man es nicht beim Namen nennt.
Die Linke Neukölln hat ihren Post inzwischen korrigiert, ihr
Spitzenkandidat für die Berliner Abgeordnetenhauswahl entschuldigte sich.
Der Parteivorsitzende Pantisano geht dagegen in den Gegenangriff.
„Konservative Politiker kürzen Gelder für queere Projekte, machen die
Community verächtlich und stellen sich dann als Beschützer dar. Das ist
absurd. Sie lenken damit nur von ihrem eigenen Versagen ab“, sagte er der
taz am Donnerstag.
30 Jul 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Nach-CSD-Attentat/!6199464
(DIR) [2] /Christopher-Street-Day/!t5034790
(DIR) [3] /Jugendnetzwerk-Lambda/!6192551
(DIR) [4] https://www.instagram.com/p/DbQmWm8jZxq/?utm_source=ig_embed&ig_rid=AUd7MyPuBqmXPnH286JaBJc
(DIR) [5] https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a6705dccbfb33efe26fa57a/csd-anschlag-die-realitaetsverweigerung-im-umgang-mit-politischem-islam-ist-teil-des-problems-dieser-linken.html
## AUTOREN
(DIR) Tobias Schulze
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