# taz.de -- Queerer Coming-of-Age Film: Die wärmste Umarmung
       
       > Das Finale der „Hearstopper“-Reihe handelt von queerer Liebe. Und davon,
       > warum es sich lohnt, dafür kämpfen.
       
 (IMG) Bild: Happy End!
       
       Gibt es so etwas wie Seelenverwandtschaft? Wenn es nach den Freund*innen
       von Nick und Charlie geht, dann kommt die High-School-Romanze der beiden
       nah dran. Doch Nick und Charlie sind sich da im Finale der
       „Heartstopper“-Reihe nicht ganz so sicher. Während Rugbycaptain Nick kurz
       vor Unibeginn daran zweifelt, wer er eigentlich abseits von seiner
       Beziehung zu Charlie sein will, kämpft dieser mit einem wenig
       kommunikativen Nick und seiner eigenen Essstörung.
       
       „Heartstopper“ fühlt sich an wie die wohligste warme Umarmung, die einem
       Netflix seit Langem beschert hat. Denn trotz aller Konflikte und Probleme
       für die beiden jungen Männer und ihre [1][queeren] Freund*innen ist
       sicher: Hier findet jede Person ihr Happy End. Auch im Finale springen und
       schweben die Gefühle von Nick und Charlie in Anlehnung an das
       Comic-Original als kleine illustrierte Herzen, Minifeuerwehr oder dunkle
       Schatten durch das Bild.
       
       Es lohnt sich zu kämpfen, um zu sein, wie du willst, und du wirst dabei nie
       allein sein. Das vermittelt die Serie schon in der Anfangsszenen auf einer
       Hausparty. Isaac, der sich aus allem Drama heraushält und seine Nase selbst
       auf der Party demonstrativ nicht aus seinem Buch zieht, wird von Charlies
       Schwester gefragt, ob er nicht geärgert werde, für seine Verhalten.
       „Manchmal, aber mir ist es egal“ antwortet er und liest unbeirrt weiter.
       
       ## Liebevoll erzähle Storylines
       
       Das Finale zeigt klar politisch Haltung. Wie etwa, wenn Charlie versucht
       eine queere AG zu gründen und am Direktor scheitert. „Wir Queers haben in
       der Vergangenheit nie nach der Erlaubnis gefragt zu existieren“, muntert
       ihn danach einer seiner Lehrer auf und bietet ihm an, die AG in seinem
       Klassenzimmer auszurichten.
       
       Besonders berührend ist, wenn Elle, eine der besten Freundinnen von Charlie
       und trans Frau, den voll Liebeskummer rumvegetierenden Charlie dazu
       auffordert, sie auf die Pride zu begleiten. „Ich habe Angst. Die Welt hasst
       mich. [2][Die Regierung nimmt mir meine Rechte], und alles, wofür wir
       gekämpft haben. Ich brauche gerade einfach meine besten Freund*innen an
       meiner Seite auf der Pride“. Umso schöner der Moment, in dem Elle auf einem
       Wagen umringt von ihren Freund*innen steht.
       
       Klar ist, dass ein knapp zweistündiger Film den vielen liebevoll erzählten
       Storylines der letzten drei Staffeln nicht gerecht werden kann. Und doch
       fühlt sich das Finale an, wie ein letzter lauer Sommerabend mit den besten
       Freund*innen.
       
       31 Jul 2026
       
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