# taz.de -- Spahns Vaterglück durch Leihmutterschaft: Für konservative Werte – außer es betrifft ihn selbst
       
       > Der CDUler und sein Partner sind mithilfe einer Leihmutterschaft Eltern
       > geworden. Hierzulande ist das verboten – auch wegen seiner Partei.
       
 (IMG) Bild: Der Wunsch nach einem eigenen Kind darf in Deutschland nicht über Leihmutterschaft erfüllt werden
       
       Der Chef der konservativen Unionsfraktion im Bundestag findet die Politik
       seiner Partei nicht gut – zumindest wenn sie ihn persönlich einschränkt.
       [1][Jens Spahn] und sein Ehemann Daniel Funke haben sich ein Kind
       gewünscht. Und weil es in Deutschland nicht erlaubt ist, eine andere Person
       mit dem Austragen eines Kindes zu beauftragen, mussten sie eben auf ein
       Land mit liberalerer Gesetzgebung ausweichen. In dem Fall die USA. Dort ist
       eine Leihmutterschaft kommerziell zu haben: für rund 150.000 bis 250.000
       Dollar. Die Leihmutter erhält davon nur einen Bruchteil.
       
       Spahns Partei hat unterdessen bei ihrem Parteitag vor ein paar Monaten
       erneut bekräftigt, dass Leihmutterschaft ausdrücklich verboten bleiben
       soll.
       
       Die Frage der Legalisierung von Leihmutterschaft ist ein schwieriges Thema.
       Konservative können es sich dabei leicht machen – indem sie alles, was
       nicht heteronormativer Fortpflanzung entspricht, einfach ablehnen.
       
       Aus linker Sicht ist es komplexer. Natürlich sollen Queere und ungewollt
       Kinderlose die Möglichkeit haben, ein eigenes Kind zu bekommen. Natürlich
       sollen Frauen selbst entscheiden, was sie mit ihrem Körper tun.
       
       Man kann aber auch argumentieren, dass Leihmutterschaft eine
       kapitalistische Ausnutzung des weiblichen Körpers bedeutet. Dass Frauen,
       die gegen Geld eine Schwangerschaft für andere auf sich nehmen, dies in den
       meisten Fällen aus finanzieller Notwendigkeit tun.
       
       Dennoch hätte Spahn auch hierzulande seinen Kinderwunsch wahr werden lassen
       können, Stichwort Adoption oder Pflegeelternschaft. Geht es einem um ein
       biologisch eigenes Kind, ist [2][Co-Parenting] eine Möglichkeit. Es gibt
       einige [3][Single-Frauen, die keine Lust] oder Zeit mehr haben, nach einem
       passenden Partner zum Kinderkriegen Ausschau zu halten und sich stattdessen
       eine alternative Familiengründung vorstellen können. Aber dafür braucht es
       eben Kompromisse mit anderen. Etwas, was Spahn nicht so zu liegen scheint.
       
       16 Jul 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Jens-Spahn-und-Peter-Thiel/!6189077
 (DIR) [2] /Co-Parenting/!6151825
 (DIR) [3] /Verzicht-auf-Dating/!6095470
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Eva Fischer
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Konservatismus
 (DIR) Jens Spahn
 (DIR) Leihmutterschaft
 (DIR) Kommentar
 (DIR) Familienpolitik
 (DIR) Reden wir darüber
 (DIR) Social-Auswahl
 (DIR) CDU/CSU
 (DIR) Jens Spahn
 (DIR) Jens Spahn
 (DIR) Leihmutterschaft
 (DIR) Spanien
 (DIR) wochentaz
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Jens Spahn tritt zurück: Eine Frage der Glaubwürdigkeit
       
       Nachdem bekannt wurde, dass Spahn mit Hilfe einer Leihmutter in den USA
       Vater geworden ist, hat der Kanzler ihm den Rücktritt nahegelegt.
       
 (DIR) Unionsfraktionschef tritt zurück: Der Fall des Jens Spahn
       
       In der CDU mehrte sich die Kritik an Spahn, der sich seinen Kinderwunsch
       mithilfe einer Leihmutter erfüllt hat. Nun hat sich wohl auch Merz gegen
       ihn gewandt.
       
 (DIR) Jens Spahns Leihmutter-Kind: Auch in der CDU regen sich die Rücktrittsforderungen
       
       Der erste CDU-Landesverband fordert Rücktritt Spahns in der
       Leihmutterschaftsdebatte. Bundeskanzler Merz will den Fall im CDU-Präsidium
       diskutieren.
       
 (DIR) Theater Lübeck verhandelt Kinderwunsch: Das Drama geliehener Mutterschaft
       
       Ahlers' „Milch & Schuld“ am Theater Lübeck verhandelt Irrungen und
       Wirrungen der Leihmutterschaft. Die Inszenierung wirkt dabei ziemlich
       grell.
       
 (DIR) Spanien: Staatsanwaltschaft stoppt Kampagnen für Leihmutterschaft
       
       Obwohl Leihmutterschaft in Spanien verboten ist, werben Unternehmen immer
       wieder dafür. Dagegen hat eine Frauenorganisation geklagt – mit Erfolg.
       
 (DIR) Leihmutterschaft: Ihr Bauch, mein Baby
       
       Christina Martens möchte ein Kind, doch auf natürlichem Weg geht es nicht.
       Ist eine Leihmutterschaft Ausbeutung oder Altruismus?