# taz.de -- WM-Äußerung von Spaniens Ex-Premier: Im Wettbewerb mit den Rechtsextremen
> Spaniens ehemaliger Regierungschef Rajoy äußert sich in einer Kolumne
> rassistisch über die französische Elf. Und verursacht diplomatische
> Verstimmung.
(IMG) Bild: Schon damals, als die spanische Nationalmannschaft noch unter Del Bosque kickte, dachte Rajoy (l.), er habe Ahnung von Fußball
Spaniens Ex-Premier, Mariano Rajoy, versucht sich als Sportkolumnist und
sorgt damit für diplomatische Verstimmung. „Wir dürfen nicht vergessen,
dass Frankreich zweimaliger Weltmeister und Finalist der letzten WM war.
(…) Sie verfügen über ein hochkarätiges Team. Wenn auch ohne Franzosen“,
schreibt der Konservative auf eldebate.com – einer katholischen
Onlinezeitung für grantige, alte, weiße Spanier aus der Medienwelt und der
Politik, die von der rechten Regionalregierung per Werbung finanziert wird.
Die Reaktionen von jenseits der Pyrenäen lassen nicht auf sich warten:
„Diese ständigen rassistischen Ausrutscher sind unerträglich“, schimpft die
französische Gleichstellungsministerin Aurore Bergé. Zu sehr erinnert sie
der Satz Rajoys an das, was die Anhänger der rechtsextremen Marine Le Pen
in Frankreich verbreiten.
„[1][Nach jedem Sieg der ‚Bleus‘ tauchen immer wieder dieselben
rassistischen Obsessionen und Beleidigungen auf]“, sagt die Ministerin für
Überseegebiete, Naïma Moutchou. Dies seien keine „bloßen Versprecher;
sondern ein systematischer und normalisierter Hass auf Frankreich und das,
wofür es steht“, fügt sie hinzu. Und Innenminister Laurent Nuñez erklärt,
was das ist: „Eine Republik, in der jeder seinen Platz finden sollte.“
Olivier Faure, Vorsitzender der französischen Sozialistischen Partei, gibt
Nachhilfeunterricht in Sachen Staatsrecht. „Frankreich ist keine ethnische
Nation; es hat keine Hautfarbe und keine Religion. Es ist eine politische
Nation, geeint durch das republikanische Motto. [2][Auch wenn das die
rassistische Rechte stört]“, antwortet er auf X.
## Kein zufälliger Ausrutscher
Laut französischen Botschaft in Madrid sind 23 der 26 zur WM angereisten
Spieler in Frankreich geboren. „Die drei, die außerhalb Frankreichs geboren
wurden, sind ebenfalls Franzosen“, heißt es aus der diplomatischen
Vertretung.
Viele in Spanien glauben nicht an einen zufällige Ausrutscher Rajoys,
sondern an [3][gezielte politische Propaganda]. Denn seine Partido Popular
versucht sich im Wettbewerb mit der rechtsextremen VOX, die stetig in der
Wählergunst zunimmt.
Deshalb stößt Rajoy, der bereits in seinen Jahren als Regierungschef immer
wieder damit angab, Fußballexperte zu sein und als erste Zeitung am Tag
eines der großen Sportblätter Spaniens zu lesen, auf Ablehnung. Allen voran
bei seinem Nachfolger und derzeitige spanischen Ministerpräsidenten, Pedro
Sánchez: „So mancher definiert Zugehörigkeit nach dem Nachnamen, dem
Geburtsort oder der Hautfarbe“, klagt der Chef einer Koalitionsregierung
aus Sozialisten und Linksalternativen.
„Frankreich, wir sehen uns im Halbfinale. Auf dass der Bessere gewinne und
der Rassismus verliere“, wünscht er sich.
13 Jul 2026
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## AUTOREN
(DIR) Reiner Wandler
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