# taz.de -- Tödliche Hitzewelle: Grüne fordert Gedenktag für die Hitzetoten
       
       > Die Juni-Hitzewelle tötete mehr Menschen als je eine Naturkatastrophe in
       > Deutschland. Grünen-Politikerin Badum fordert einen Gedenktag für die
       > Opfer.
       
 (IMG) Bild: Fordert einen Gedenktag für die Hitzetoten: Lisa Badum (Bündnis 90/Die Grünen)
       
       Nach der Hitzewelle Ende Juni, bei der etwa 4.100 Menschen gestorben sind,
       fordert die Grünen-Politikerin Lisa Badum einen Gedenktag für die
       Hitzetoten. „Es geht darum zu zeigen, dass die Klimakrise nichts Abstraktes
       ist oder nur weit entfernt in Pakistan und Bangladesch stattfindet, sondern
       bei uns zusätzliche Tote nach sich zieht“, sagte Badum der taz.
       
       [1][Laut Robert-Koch-Institut (RKI)] tötete die Hitze in diesem Jahr
       bereits 4.400 bis 5.800 Menschen, darunter vor allem Menschen über 85. Das
       sind mehr als doppelt so viele Hitzetote wie im gesamten vergangenen Jahr.
       Zum Vergleich: Bei der durch den Klimawandel verschärften
       Ahrtal-Katastrophe im Jahr 2021 starben 135 Menschen, im Straßenverkehr kam
       es 2025 zu etwa 2.800 Todesfällen.
       
       In Deutschland werden Hitzetote nicht direkt gezählt, weil sie häufig an
       einer Kombination aus Hitzebelastung und bestehenden Erkrankungen sterben.
       Deshalb modelliert das RKI die Zahl der Hitzetoten anhand der
       Übersterblichkeit und den gemessenen Temperaturen.
       
       „Hitzetote sind unsichtbar, sie sterben in ihren Wohnungen oder in
       Pflegeheimen“, sagt Badum. Um Menschen zu schützen, seien politische
       Maßnahmen bei [2][Klimaschutz] und [3][Hitzeanpassung] nötig. „Aber ein
       Gedenktag ist als Symbol wichtig.“
       
       ## Viele weitere Opfer in Westeuropa
       
       Die Hitzewelle im Juni war [4][laut der Forschungsgruppe World Weather
       Attribution (WWA)] nur durch die Erderhitzung in diesem Ausmaß möglich, die
       durch das anhaltende Verbrennen fossiler Brennstoffen, Trockenlegen von
       Mooren und Roden von Wäldern fortschreitet. „Praktisch unmöglich“ wären die
       Extremtemperaturen in Westeuropa noch vor 50 Jahren gewesen, schreiben die
       Wissenschaftler*innen.
       
       Der EU-Erdbeobachtungsdienst Copernicus stellte am Donnerstag fest, dass
       der Juni in Westeuropa so heiß war wie kein Juni seit Beginn der
       Aufzeichnungen. Weltweit war es der zweitheißeste jemals gemessene Juni. In
       Belgien starben [5][laut dem britischen Guardian] im ersten Sommermonat
       knapp 1.800 Menschen durch die Hitze, in Frankreich waren es
       [6][Schätzungen zufolge] etwa 2.700.
       
       10 Jul 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.rki.de/DE/Themen/Gesundheit-und-Gesellschaft/Gesundheitliche-Einflussfaktoren-A-Z/H/Hitze/Bericht_Hitzemortalitaet.html
 (DIR) [2] /Fossile-Abhaengigkeit-statt-Klimaschutz/!6194444
 (DIR) [3] /Rekordhitze-und-Massnahmen/!6191468
 (DIR) [4] /Studie-zur-extremen-Hitze/!6190981
 (DIR) [5] https://www.theguardian.com/environment/2026/jul/09/uk-swelters-third-heatwave-western-europe-counts-cost-hottest-ever-june
 (DIR) [6] https://www.carbonbrief.org/guest-post-frances-june-heatwave-caused-more-than-2700-heat-related-deaths/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Jonas Waack
       
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