# taz.de -- „Faschismus“-Vorwurf des Linken-Chefs: Theaterdonner gegen Pantisano
       
       > Die Empörung der Union über den neuen Linken-Chef ist völlig überzogen.
       > Sie soll davon ablenken, dass sie selbst in der Tat immer weiter nach
       > rechts rutscht.
       
 (IMG) Bild: Unionsfraktion im Empörungsmodus: Der Bundestag soll jetzt auf ihren Wunsch über Pantisanos Äußerungen diskutieren
       
       Die Aussage des neuen Linken-Chefs Luigi Pantisano, es gebe keinen
       Unterschied mehr zwischen der Union und der AfD, war unglücklich und
       falsch. Nein, die Politik der CDU ist nicht „faschistisch“ – auch wenn ihr
       [1][Migrationskurs an die Grenzen der Rechtsstaatlichkeit geht],
       CDU-Fraktionschef Jens Spahn [2][an Geheimtreffen des rechtsextremen
       Tech-Milliardärs Peter Thiel teilnimmt] und manche [3][im Osten mit der AfD
       liebäugeln]. Pantisano hat sich inzwischen [4][für seinen verbalen
       Fehltritt entschuldigt], und damit könnte man es gut sein lassen.
       
       Nicht aber die Union. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann lehnt die
       Entschuldigung des neuen Linken-Chefs ab; mehrere Unionsgranden fordern gar
       Pantisanos Rücktritt. Dieser Theaterdonner soll davon ablenken, dass die
       Union in der Tat immer weiter nach rechts rutscht. Das Entsetzen darüber,
       dass sie sich mit ihrer rabiaten Migrationspolitik zum „Steigbügelhalter“
       der Rechtsextremen macht, wie es [5][Heidi Reichinnek in ihrer berühmten
       „Brandmauer“-Rede vor der Wahl] ausdrückte, hat der Linken enormen Zulauf
       beschert.
       
       Zugleich ist sie aber bis an die Schmerzgrenze pragmatisch, nur um zu
       verhindern, dass die AfD an die Macht kommt: Die Linke toleriert in Sachsen
       und Thüringen bereits CDU-geführte Minderheitsregierungen, und sie wird das
       zur Not auch in Sachsen-Anhalt tun – das hat Pantisano bestätigt.
       
       ## Die Union ist selbst nicht zimperlich
       
       Erstaunlich ist deshalb, wie viele sich den rassistischen und unsozialen
       Kurs der Union nun schönreden und ihr eine Art Persilschein ausstellen –
       selbst in der Linken. Als würde man die zarten Seelen in die Arme der AfD
       treiben, wenn man sie mit zu harschen Worten kritisiert. Dabei ist die
       Union selbst nicht gerade zimperlich damit, die Linken pauschal als
       „Antidemokraten“, „Stalinisten“ und „Antisemiten“ zu beschimpfen.
       Tolerieren lässt man sich im Osten aber trotzdem gerne von ihr.
       
       Die Kritik der Union an Pantisano ist überzogen und verlogen.
       Möglicherweise ist er als Mensch mit Migrationsgeschichte gegenüber den
       Auswirkungen ihrer Politik einfach etwas sensibler als andere. Und im Ton
       vergriffen haben sich vor ihm schon viele andere.
       
       23 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) Daniel Bax
       
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