# taz.de -- Feiern zu 250 Jahren USA: Wenn das die Gründerväter wüssten
       
       > Vor 50 Jahren bekamen die USA die Feierlichkeiten ganz gut über die
       > Bühne. Nicht so jetzt zum 250. Geburtstag, Trump macht halt Trump-Sachen.
       
 (IMG) Bild: Besucher posieren für ein Foto auf der „Great American State Fair“ auf der National Mall in Washington, D.C., USA, am 25. Juni 2026
       
       Gerald Ford war gewiss keine Lichtgestalt unter den US-Präsidenten, aber er
       brachte zumindest eines einigermaßen zustande: die Feierlichkeiten zum 200.
       Geburtstag der USA. Ford fuhr nach Philadelphia, zum Staatshaus, in dem die
       56 Delegierten der Gründerstaaten die Unabhängigkeitserklärung
       unterschrieben hatten.
       
       Er betonte in seiner Rede die Weitsicht und den Mut, den dieser Akt
       erforderte, aber auch die Verpflichtung, die das Dokument bis heute für
       jede Amerikaner*in bedeutet. Schließlich zog er Bilanz, wie weit man
       bei der Verwirklichung der Ideale gekommen sei und wie weit der Weg noch
       ist.
       
       Und Trump? In seiner Rede zur Eröffnung der Feiern zum Geburtstag der USA
       erwähnte der gegenwärtige Präsident die Unabhängigkeitserklärung auch kurz.
       Die Gründerväter seien zusammengekommen, um Amerika 250 Jahre „glorreicher
       Freiheit zu schenken“. Und er sei gerade dabei, die Nation noch größer und
       noch besser zu machen als je zuvor.
       
       Das Geschichtsbild, das Trump transportierte, entsprach genau dem Mythos,
       den [1][James Baldwin] einst sarkastisch so paraphrasierte: „Die Vorfahren
       waren alles freiheitsliebende Helden, sie wurden in das großartigste Land
       der Welt geboren, sie sind unbesiegbar im Krieg und weise im Frieden, die
       Männer sind viril und stark und die Frauen rein.“
       
       ## Kirmes und Käfigkämpfe
       
       Ein Streben nach einer „perfekteren Union“, wie es die Präambel der
       Verfassung vorsieht, ist für Trump unnötig. Entsprechend ahistorisch fallen
       die weiteren Festlichkeiten der kommenden Tage aus. Die National Mall wird
       in eine „State Fair“ verwandelt, eine Mischung aus Kirmes und Bauernmarkt,
       die die Agora der Nation wie schon die Käfigkämpfe im Weißen Haus
       vulgarisieren.
       
       Es wird eine Militärparade und eine Flugshow geben, und schließlich wird
       Trump zum [2][Mount Rushmore] fahren, um sich anmaßend zwischen den
       Bildnissen der Präsidenten Lincoln, Roosevelt, Washington und Jefferson
       einzureihen.
       
       Einen offiziellen Diskurs über den Zustand der Nation wird es nicht geben.
       Nicht überraschend, aber immer wieder schockierend.
       
       27 Jun 2026
       
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