# taz.de -- USA feiern 250 Jahre Unabhängigkeit: Trump will USA gegen Kommunisten verteidigen
       
       > Unterbrochen von Hitze und Unwetter feiert US-Präsident Donald Trump in
       > Washington das 250-jährige Bestehen der USA – und natürlich sich selbst.
       
 (IMG) Bild: Donald Trump auf der National Mall in Washington mit einer Flagge aus dem Jahr 1777
       
       Es sollte eines der größten Feste in der Geschichte der Vereinigten Staaten
       werden. Doch eine erdrückende Hitzewelle, die politische Spaltung im Land
       und ein starkes Unwetter haben die geplanten [1][Feierlichkeiten zum 250.
       Geburtstag der USA] in Washington am Samstag durcheinander geworfen.
       US-Präsident Donald Trump blickte in seiner verspäteten Ansprache auf die
       Geschichte des Landes zurück, warb für sein Wahlreformgesetz und warnte vor
       Kommunismus.
       
       „Wir werden immer ganz oben stehen. Wir werden niemals zulassen, dass unser
       Land zu Fall kommt. Wir werden immer die Besten sein“, sagte Trump, dessen
       Rede aufgrund der Wetter-Verzögerungen erst um kurz nach 23 Uhr Ortszeit
       begann.
       
       Die US-Hauptstadt wollte sich an diesem speziellen Jahrestag von ihrer
       besten Seite zeigen. Die Stadt schimmerte deshalb auch in Rot, Weiß und
       Blau. Die Nationalfarben haben das Straßenbild in den vergangenen Wochen
       und Monaten geprägt. Mit den Planungen für die 250-Jahr-Feier wurde bereits
       vor über zehn Jahren begonnen, doch die Auswirkungen wurden erst in diesem
       Jahr sichtbar.
       
       Festivitäten waren im gesamten Land geplant, doch natürlich sollte
       Washington die Hauptrolle spielen. Eine große Parade und Dutzende Flyovers
       der US-Luftwaffe sollten für Unterhaltung sorgen. Das Abendprogramm bestand
       aus musikalischen Einlagen, Trumps Rede und einem ausgeweiteten Feuerwerk.
       
       ## Rassisten-Truppe sorgt für Schlagzeilen
       
       Am Ende sorgten eine Unwetterwarnung am Abend und eine Hitzewelle, die seit
       Tagen Regionen im Osten der USA stark zusetzt, dafür, dass die Erwartungen
       nicht ganz erfüllt werden konnten.
       
       Im Vorfeld mussten aufgrund der Hitze bereits Anpassungen vorgenommen
       werden, um sicherzugehen, dass die erwarteten Besuchermassen, die
       Gelegenheiten haben, sich abzukühlen. Die Parade wurde kurz bei erwarteten
       40 Grad Celsius kurzfristig am Freitagabend abgesagt.
       
       Trotzdem strömten am Tag bereits Tausende auf die National Mall, deutlich
       mehr als an den Vortagen, an denen das Fest praktisch menschenleer
       geblieben war, um dort bei der Great American State Fair und dem
       offiziellen Fifa-Fanfest zur Fußballweltmeisterschaft den Feiertag zu
       verbringen.
       
       Für Negativschlagzeilen sorgte ein Aufmarsch einer
       White-Supremacy-Gruppierung, die vermummt mit Maske und Sonnenbrillen durch
       die US-Hauptstadt lief. Knapp 400 Mitglieder der Patriot Front sollen die
       Aufmerksamkeit herum um die Feierlichkeiten zur Propaganda ihrer rechten
       Ideologie genützt haben. Die Website dieser Gruppierung ruft weiße
       US-Amerikaner europäischer Abstammung dazu auf, ihr „Recht auf kulturelle
       Unabhängigkeit“ geltend zu machen.
       
       Wahlkampfrede mit einer Note US-Geschichte 
       
       Trotz des rassistischen Aufmarsches blieb es ruhig in der Stadt. Viele
       Menschen versuchten sich in Museen oder Cafés abzukühlen. Am späten Abend
       folgte dann große Aufregung. Eine Sturmwarnung des US-Wetterdienstes sorgte
       für eine Evakuaierung der National Mall gegen 19 Uhr.
       
       Die Menschen mussten sich in Sicherheit begeben. Erst mehr als zwei Stunden
       später wurden die Tore der Veranstaltung, die den Namen „Salute to America“
       trug, wiedereröffnet. Längst nicht alle Besucher kamen zurück.
       
       Als Trump um kurz nach 23 Uhr die Bühne betrat, hatte es endlich aufgehört
       zu regnen. Im Gegensatz zu anderen Präsidenten nützte Trump den
       Unabhängigkeitstag nicht dazu, für mehr Einheit im Land zu plädieren. Trump
       stattdessen lobte seine eigenen Verdienste und hielt eine Wahlkampfrede mit
       einer Note US-amerikanischer Geschichte.
       
       „Von 1776 bis heute hat die amerikanische Flagge überall geweht und war ein
       Symbol für Stärke, Rechtschaffenheit und Hoffnung – denn genau das sind die
       Amerikaner“, sagte Trump.
       
       ## Back to the fifties: Trump warnt vor dem Kommunismus
       
       Er behauptete, dass es den USA jetzt besser gehe „als je zuvor“. In seiner
       Rede würdigte er die Errungenschaften der Amerikaner in den Bereichen
       Technologie und Weltraumforschung. Zeitweise wurde er dabei auf der Bühne
       von den vier Nasa-Astronauten begleitet, die die Besatzung der jüngsten
       Mondmission Artemis II bildeten.
       
       Wie schon am Vortag [2][in South Dakota] sprach Trump über Kommunismus. Der
       habe in den USA nichts verloren. Die jüngsten Attacken gegen den
       Kommunismus kommen, nachdem Kandidaten der Demokratischen Sozialisten
       [3][mehrere Vorwahlen gewinnen konnten].
       
       „Unsere Kämpfer haben nicht auf Schlachtfeldern in aller Welt gegen den
       Kommunismus gekämpft, nur damit dieses Unheil ausgerechnet hier in Amerika
       wieder sein hässliches Gesicht zeigt“, sagte Trump.
       
       Das abschließende Feuerwerk war mit seinen 850.000 Pyrokörpern ein
       Spektakel. Aber da es erst um kurz vor Mitternacht losging, dürften viele
       Feiernde bereits im Bett gelegen haben.
       
       5 Jul 2026
       
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       Nicht so jetzt zum 250. Geburtstag, Trump macht halt Trump-Sachen.