# taz.de -- Kloppomania in Deutschland: Es kann nur einen geben!
       
       > Den deutschen Fußball kann einzig und allein Jürgen Klopp retten. Die taz
       > präsentiert fast alle Gründe, warum das so ist.
       
 (IMG) Bild: Der einzige deutsche Gewinner: Jürgen Klopp beim Sechzehntelfinale gegen Paraguay in Siegerpose
       
       – Holt dem DFB jede Menge Sponsoren ins Haus.
       
       – Hat immerhin eine Spielidee.
       
       – Der DFB braucht endlich einen Trainer mit richtigem Biss.
       
       – Einen besseren Fußballerklärer gibt es nicht; einen besseren Motivator
       auch nicht.
       
       – Kann Menschen fangen; es gibt keinen größeren Menschenfänger.
       
       – Ist alternativlos; der einzige deutsche Trainer von internationalem Rang
       trainiert schon eine andere Nationalmannschaft.
       
       – Ist nicht mit einer ehemaligen Bild-Journalistin liiert.
       
       – Kann besser als alle anderen mit Journalisten.
       
       – Kann Journalisten in den Senkel stellen wie kein zweiter. („Du
       Seuchenvogel“)
       
       – Geht souverän mit Niederlagen um.
       
       – Braucht eine Beschäftigung, bevor er weiter allen Deutschen die
       Zahnarzttermine wegnimmt.
       
       – Ist als ehemaliger Borussia-Trainer auch für Friedrich Merz ein
       Glücksfall; so kann der Borussen-Fan endlich mal einen Erfolg feiern.
       
       – Weiß aus seiner Zeit bei Mainz 05, wie man mit sehr begrenzten
       Möglichkeiten ein gutes Team formt. – Hat Erfahrungen im Ausland gemacht;
       wann wurde die DFB-Elf schon einmal von einem betreut, der zweimal zum
       Welttrainer gekürt wurde?
       
       – Hat viel Geduld bewiesen, bevor er [1][seinen ersten Titel] gewinnen
       konnte; die könnte er beim DFB ganz gut gebrauchen.
       
       – Ist in seiner aktiven Zeit wie Weltmeistertrainer Joachim Löw eher als
       Zweitligafußballer aufgefallen, ein gutes Vorzeichen.
       
       – Nimmt seine Spieler gerne in den Arm; die DFB-Elf braucht endlich wieder
       einen Kumpeltyp.
       
       – Ist vielseitig einsetzbar; mit Klopp kann der DFB künftig auf
       Sportdirektoren, Pressesprecher und auf seine PR-Abteilung verzichten, weil
       er diese Jobs in Personalunion übernehmen kann.
       
       – Ist Everybody’s Darling; dann ist auch Lothar Matthäus zufrieden, dann
       ist auch Bastian Schweinsteiger zufrieden, dann ist auch Mats Hummels
       zufrieden, dann ist auch Oliver Bierhoff zufrieden.
       
       – Sorgt dafür, dass sich Pep Guardiola weiter mit gutem Fußball
       beschäftigen kann.
       
       – Organisiert endlich wieder gutes Oberkörpertraining.
       
       – Kann sich endlich von den Rasenballsportlern trennen; [2][der Job war eh
       keine gute Idee], Deutschland braucht einen German Head of Soccer.
       
       – Vereint das Ruhrgebiet und Schwaben in seiner Person.
       
       – Ist ein Gegengewicht zum monströsen und Fußballdeutschland zerstörenden
       FC Bayern München.
       
       – Kann dennoch mit den richtig geilen Bayern-Spielern.
       
       – Kann eigentlich mit jedem.
       
       – Hat eh kaum Konkurrenz, weil Oliver Glasner bei Nottingham Forrest
       anfängt und sich Thomas Tuchel nach dem England-Aus gegen Mexiko erst noch
       erholen muss; Tuchel hat sowieso kein gutes Standing in Deutschland.
       
       – Langweilt sich sonst überzahlt zu Tode in seinem Job bei Red Bull.
       
       – Steht für Heavy Metal statt für Polka; [3][auch Paraguays Trainer Gustavo
       Alfaro], der das deutsche Spiel so bezeichnet hatte, wird wissen, was
       wirklich die bessere Mucke ist.
       
       – Hat aus Mainz 05 einen Erstligisten und aus Dortmund ein Topteam geformt
       hat.
       
       – Kann mit Typen.
       
       – Kann endlich wieder von der Steuer absetzen, wenn er m[4][it DFB-Vize und
       BVB-Präsi Hans-Joachim Watzke] essen geht.
       
       – Würde sich prächtig machen als cool guy am Brandenburger Tor auf der
       Fanmeile 28, 30, 32 und 34, dem Jahr, in dem er in Saudi-Arabien (!)
       endlich dem DFB den fünften Stern holt.
       
       – Wäre in einer zunehmend polarisierten Öffentlichkeit einer der wenigen
       Menschen, auf die sich erstaunlich viele einigen könnten.
       
       – Ist das beste Konjunkturprogramm, das sich für Deutschland vorstellen
       lässt; ein Bundestrainer kostet Geld, Jürgen Klopp verdient Geld, denn die
       Trikotverkäufe würden explodieren; Sponsoren würden zahlen, solange noch
       ein Logo neben all die anderen auf die (stylischen
       Oversize-)Trainingsjacken passt.
       
       – Würde die Einschaltquoten in die Höhe treiben.
       
       – Könnte jedes Stadion zweimal füllen.
       
       – Gibt die Garantie für den Halbfinaleinzug bei jedem Turnier; mindestens.
       
       – Würde damit die Konsumlaune der Nation in die Höhe treiben.
       
       – Ist ein Geschichtenerzähler; Menschen kaufen Geschichten, keiner kann sie
       besser erzählen.
       
       – Ist ein Erklärbar: Selbst die nerdigsten Zusammenhänge werden für alle
       verständlich.
       
       – Ist emotional und glaubwürdig
       
       – Verbindet Fans, Medien und Mannschaft, statt sie gegeneinander
       auszuspielen.
       
       – Ist immer sprechfähig.
       
       – Ist ein Linker.
       
       – [5][Ist „the normal one“.]
       
       – Gewinnt nicht einfach Spiele; er verändert die DNA von Mannschaften.
       
       – Treibt durch seine bloße Anwesenheit die Zweikampfquote in die Höhe
       rasen; auch wenn sich keine seriöse Studie dazu finden lässt, ist sich da
       jedes Boulevardblatt sicher.
       
       – Hat eine zugewandte Diktion; Gegentore werden unter Klopp nicht kassiert,
       sondern „mutig zugelassen, um daraus zu lernen“.
       
       – Ist wunderbar unideologisch. Mit seinem aktuellen Werbevertrag mit
       Anheuser-Busch bewirbt er schon die dritte Biermarke
       
       – Steht für Tempofußball; weniger Verlängerungen dank schneller Erfolge
       bedeuten weniger Flutlichtstunden und einen kleineren CO2-Fußabdruck bei
       den Turnieren.
       
       – Geht mit jeder Pressekonferenz viral, wird er mit jeder Einlassung
       Kandidat für das Zitat des Jahres wird; die PR-Abteilung könnte sich der
       DFB sparen.
       
       – Sieht für sein Alter noch ganz gut aus.
       
       – Kann aus einem Łukasz Piszczek eine Legende machen und aus einen Kevin
       Großkreutz einen Weltmeister formen; dann sollte es doch auch mit dem
       Spielermaterial klappen, das Deutschland derzeit zu bieten hat.
       
       – Strahlt heller als jede Flutlichtanlage und ist derjenige, der nach dem
       Tod der Lichtgestalt des deutschen Fußballs endlich wieder Licht ins Dunkel
       des deutschen Spiels bringen kann.
       
       – Ist der Großmeister des Gegenpressings; seine Spieler kleben an den
       Gegnern; kein Wunder, dass er mal Werbung für Tapetenkleister gemacht hat.
       
       – Steht für Malocherfußball, auch wenn er gerade bei einem Klub arbeitet,
       dessen Besitzer Milliarden mit Wetten auf den Lebensmittelmarkt gemacht
       hat.
       
       – [6][Wirkt überall authentisch], sogar in einer Werbung für Opel; er kann
       sicher auch authentischer bei Lidl einkaufen als Julian Nagelsmann.
       
       – Kann sich [7][als TV-Experte] nach dem Spiel gleich selbst interviewen.
       
       – Bringt Glück, wenn man ihn anfasst, und alles, was er anfasst, gelingt.
       
       – Ist Kummer gewöhnt, saß am Sterbebett von Red-Bull-Milliardär Dietrich
       Mateschitz; so jemandem graut es vor gar nichts, nicht einmal vor der
       Anfälligkeit der deutschen Defensive.
       
       – Hat das Wort Gier positiv besetzt; das gibt es sonst nur an der
       Wallstreet: Weltklasse.
       
       – Bezeichnet seine Spieler grundsätzlich als Jungs; Papa Kloppo wird’s
       schon richten.
       
       – Muss weinen, wenn’s emotional wird; genau der Richtige, um der DFB-Elf
       die blutleeren Auftritte auszutreiben.
       
       – Ist mit Campino befreundet; vielleicht gibt es ja an Tagen wie diesen
       endlich eine neue Torhymne.
       
       – Beherrscht den Text der Nationalhymne („You never walk alone“).
       
       – Kennt die großen Superstars des Fußballs persönlich und findet alle toll;
       dem glaubt man auch, wenn er DFB-Präsident Bernd Neuendorf einen
       „Riesentyp“ nennt.
       
       – Hat noch nie eine Kabine verloren.
       
       – Kann selbst einem griesgrämigen Sauerländer wie dem DFB-Vize Aki Watzke
       ein Lächeln auf den Mund zaubern.
       
       – Hat mal „Momo“ von Michael Ende als sein Lieblingsbuch bezeichnet; da
       sollte er ja wohl gewappnet sein für den Umgang mit den grauen Herren vom
       DFB.
       
       – Kann Basecaps tragen, ohne das Gesicht zu verlieren; die
       DFB-Merchandising-Abteilung wird das zu schätzen wissen.
       
       – Bezeichnet Jesus Christus als seinen Leitfaden fürs Leben; damit
       [8][liegt er absolut im Trend.] 
       
       – Kann Spieler zu Mentalitätsmonstern machen; in der DFB-Elf absolute
       Mangelware.
       
       – Hat Aura; muss ja nicht schaden.
       
       3 Jul 2026
       
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