# taz.de -- Jürgen Klopps Entschuldigung: Das Unwort des Jahres
> Jürgen Klopp sagte, dass Trainer Julian Nagelsmann „noch“ die Aufstellung
> bestimme. Mit dieser flapsigen Aussage hat Klopp für Aufregung gesorgt.
(IMG) Bild: Munter drauflosgeplappert: TV-Experten Jürgen Klopp (rechts) und Thomas Müller am WM-Eröffnungstag im Stadion in Mexiko
„Das Unwort meines Jahres hab ich bereits gefunden: Das ist: noch“, sagte
[1][Jürgen Klopp] im Interview mit Bundestrainer Julian Nagelsmann nach
[2][dem souveränen 7:1-Auftaktsieg gegen Curaçao.] Es sei ihm „flapsig
rausgerutscht“. Dafür hätte er sich „aufs Maul hauen können“, entschuldigte
sich der ehemalige Liverpool-Trainer. Nagelsmann quittierte dies mit einem
müden Lächeln.
Die Szene, auf die Klopp anspielte, hatte sich drei Tage zuvor abgespielt.
Beim Eröffnungsspiel präsentierten er und Thomas Müller als Expertenduo von
Magenta TV ihre Wunschaufstellung für die deutsche Nationalmannschaft.
Dabei erklärte Klopp zunächst, dass zum Glück Julian Nagelsmann die
Mannschaft aufstelle. Anschließend schob er das kleine aber feine „noch“
hinterher – und wiederholte das Wort gleich noch einmal. Müller sprang
sofort auf den Zug auf und ergänzte, es sei ja schließlich „noch nicht
September“. Eine Anspielung auf die immer wieder aufkommenden Spekulationen
um Klopp als möglichen Bundestrainer.
Die Szene machte schnell die Runde. Ehemalige DFB-Größen wie Lothar
Matthäus und Stefan Effenberg kritisierten Klopp scharf. Nagelsmann selbst
zeigte sich auf der Pressekonferenz vor dem Curaçao-Spiel sichtlich
genervt. Auf die Frage angesprochen, gab er sie kurzerhand an die
anwesenden Journalistinnen und Journalisten zurück und wechselte
anschließend demonstrativ das Thema. Eine Entschuldigung Klopps vor dem
deutschen WM-Auftakt war also zu erwarten.
Von echter Reue war vor dem Spiel allerdings noch wenig zu spüren. Als
DFB-Sportdirektor Rudi Völler live zugeschaltet wurde und vorschlug, sich
im Laufe des Turniers einmal mit Klopp und Müller zu treffen, um ein paar
„grundsätzliche Dinge“ zu besprechen, lachte Klopp laut auf. Müller
erklärte, dass er sich grundsätzlich immer gerne mit Völler treffe. Klopps
Antwort? Natürlich: „noch“.
Nach dem Spiel schlug der 59-Jährige dann versöhnlichere Töne an. Er
betonte, dass er und Müller sich inoffiziell als Teil des Teams fühlten,
und dementsprechend nichts tun würden, was die Arbeit der
Nationalmannschaft stören könnte. Man darf gespannt sein. Denn das Turnier
dauert schließlich noch ein paar Wochen.
15 Jun 2026
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