# taz.de -- Erneute Verzögerung bei „Stuttgart 21“: Özdemir will zügig Zahlen sehen
       
       > Baden-Württembergs Ministerpräsident bezeichnet den Bahnhofsbau als
       > Lachplatte. Die Bahn solle sagen, wann einzelne Etappen und das Projekt
       > fertig werden.
       
 (IMG) Bild: Achtung Achtung, es kommt zu Verzögerungen im Betriebsablauf bei Stuttgart 21 – mal wieder
       
       dpa/taz | Nach Berichten über weitere Verzögerungen beim Projekt Stuttgart
       21 muss die Bahn aus Sicht des baden-württembergischen Ministerpräsidenten
       Cem Özdemir alle Karten auf den Tisch legen. „Ich will nicht, dass wir da
       jetzt jedes Jahr neue Zahlen bekommen“, sagte der Grünen-Politiker in
       Stuttgart. „Aber es muss ja auch mal ein Ende haben.“ Er verlange von der
       Bahn belastbare Zahlen und Antworten auf die Fragen, wann die einzelnen
       Etappen und wann das gesamte Projekt Stuttgart 21 fertig seien.
       
       Medienberichten zufolge wird das Bahnprojekt nochmals später in Betrieb
       gehen als zuletzt angenommen. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ)
       unter Berufung auf das Umfeld der mit dem Projekt vertrauten Personen
       berichtete, müsse die Eröffnung des Durchgangsbahnhofs auf Ende 2031
       verschoben werden.
       
       [1][Ende 2025 hatte die Bahn die damals für Ende 2026 geplante
       Teileröffnung auf unbestimmte Zeit verschoben]. Es war von Beginn an
       [2][von heftigen Protesten] begleitet. Gebaut wird an dem umstrittenen
       Projekt bereits seit 2010. Bei Abschluss der Finanzierungsvereinbarung im
       Jahr 2009 war man von einer Eröffnung 2019 ausgegangen. Insgesamt verspätet
       sich damit die Fertigstellung nun um 12 Jahre – mindestens.
       
       Das Projekt werde langsam „zur Lachplatte“, sagte Özdemir auch mit Verweis
       auf die als „Fernwanderweg“ bekanntgewordene Umleitung für Fußgänger von
       den Gleisen in die Stadt. Es gehe auch darum zu zeigen, dass Stadt, Land
       und die Bundesrepublik Großprojekte stemmen könnten und sich nicht in Grund
       und Boden schämen müssten.
       
       Auch die Kosten für das Projekt haben sich über die Jahre steil nach oben
       entwickelt. In einem Finanzierungsvertrag aus dem Jahr 2009 ist nur die
       Verteilung von Kosten bis zu einer Höhe von gut 4,5 Milliarden Euro
       geregelt. Zuletzt bezifferte die Bahn die Kosten auf rund 11,3 Milliarden
       Euro. Die Mehrkosten muss die Bahn einem Gerichtsurteil zufolge alleine
       tragen.
       
       9 Jun 2026
       
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