# taz.de -- Bahnhofsneubau in Stuttgart: Zwölf Jahre Verspätung wegen Verzögerungen im Bauablauf
> Die Bahn verschiebt die Inbetriebnahme des Projekts Stuttgart 21 auf
> 2031. Ursprünglich sollte der unterirdische Neubau schon 2019 fertig
> gewesen sein.
(IMG) Bild: Kommt die Bahn irgendwann auf den Trichter? Die Baustelle der unterirdischen Bahnhofshalle in Stuttgart
dpa/taz | Die Deutsche Bahn verschiebt die Inbetriebnahme des Bahnprojekts
Stuttgart 21 um fünf Jahre. Der neue Tiefbahnhof solle Ende 2031 in Betrieb
genommen werden, sagten Bahnvertreter laut Teilnehmerkreisen im
Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages.
Im November hatte die Bahn die für Ende 2026 geplante Teileröffnung des
neuen Tiefbahnhofs in der baden-württembergischen Landeshauptstadt unter
anderem wegen Problemen bei der Digitalisierung abgesagt. Bahnchefin Evelyn
Palla hatte daraufhin zunächst keinen neuen Termin genannt und eine
umfassende Überprüfung des Projektes angekündigt. Die Verschiebung auf 2031
ist nun ein Ergebnis dieser Prüfungen.
Über den neuen Termin war bereits in den vergangenen Wochen von mehreren
Medien berichtet worden. [1][Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem
Özdemir (Grüne) hatte daraufhin eine konkrete Terminplanung der Bahn
eingefordert.]
## Inbetriebnahme schon häufig verschoben
Gebaut wird an dem Projekt bereits seit 2010. Die Inbetriebnahme war
bereits mehrfach verschoben worden, [2][zuletzt auf Dezember 2026]. Bei
Abschluss der Finanzierungsvereinbarung im Jahr 2009 war man von einer
Eröffnung 2019 ausgegangen.
Das Projekt Stuttgart 21 steht nicht nur für den Bau des neuen
Hauptbahnhofs in der Landeshauptstadt, sondern für die komplette Neuordnung
des Bahnknotens Stuttgart. Gebaut werden neue Bahnhöfe – etwa ein neuer
Fernbahnhof am Flughafen –, Dutzende Kilometer Schienenwege und
Tunnelröhren, Durchlässe sowie Brücken.
## Bahnknoten soll komplett digitalisiert werden
Das Bahnprojekt Stuttgart-Ulm schließt neben Stuttgart 21 auch den Neubau
der bereits 2022 eröffneten Schnellfahrstrecke Wendlingen-Ulm ein.
Herzstück von Stuttgart 21 ist der neue unterirdische Hauptbahnhof, der im
Gegensatz zum bisherigen Kopfbahnhof ein Durchgangsbahnhof sein wird.
Im Rahmen von Stuttgart 21 wird der Bahnknoten in Stuttgart zugleich als
erster bundesweit komplett digitalisiert. Züge des Fern- und
Regionalverkehrs sowie S-Bahnen sollen dann mit dem digitalen
Zugsicherungssystem ETCS fahren – und zwar nur damit. Klassische
Lichtsignale werden im Stuttgarter Bahnknoten nicht mehr verbaut.
Auch die Kosten für das Projekt haben sich über die Jahre steil nach oben
entwickelt. In einem Finanzierungsvertrag aus dem Jahr 2009 ist nur die
Verteilung von Kosten bis zu einer Höhe von gut 4,5 Milliarden Euro
geregelt. Zuletzt bezifferte die Bahn die Kosten auf rund 11,3 Milliarden
Euro – mit der erneuten Verschiebung um fünf Jahre dürften diese aber noch
deutlich ansteigen. Die Mehrkosten muss die Bahn einem Gerichtsurteil
zufolge alleine tragen.
24 Jun 2026
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