# taz.de -- Milliardenprojekte bei der Bahn: Bundestag macht Weg für Neubaustrecken frei
       
       > Zunächst muss die Bahn ihr marodes Schienennetz sanieren, damit Züge
       > pünktlicher fahren. Doch es gibt auch große neue Projekte. Ein Überblick.
       
 (IMG) Bild: Von Dresden nach Prag, von Augsburg nach Ulm und die Marschbahn nach Sylt: Der Bund will Milliarden investieren
       
       dpa | Der Bundestag hat den Weg für die weitere Planung von
       Milliardenprojekten bei der Bahn freigemacht. Dabei geht es um eine
       Neubaustrecke von Dresden bis zur Grenze nach Tschechien, um die
       Neubaustrecke Augsburg-Ulm sowie den Ausbau der Strecke von Niebüll nach
       Westerland in Schleswig-Holstein.
       
       Dem Beschluss sind lange Vorplanungen der Deutschen Bahn vorausgegangen.
       Das Bundesverkehrsministerium legte dazu Berichte an den Bundestag vor.
       Diese enthalten jeweils „Vorzugsvarianten“ für die Strecken. Der
       Verkehrsausschuss legte zu den Berichten Beschlussempfehlungen vor.
       
       [1][Die Befassung im Bundestag] ist ein wichtiger Schritt. Danach folgt
       aber für die Projekte erst noch die konkrete Entwurfs- und
       Genehmigungsplanung. Bis zum Baubeginn kann es noch viele Jahre dauern.
       Außerdem muss die Finanzierung sichergestellt sein. Das
       Bundesverkehrsministerium sieht für den Ausbau von Bahnstrecken in den
       kommenden Jahren Milliardenlücken in der Finanzplanung.
       
       Ein Sprecher sagte, das Ministerium arbeite an einer Lösung der
       Finanzierungssituation. Die Grünen-Haushälterin Paula Piechotta sagte: „Es
       braucht eine große Lösung im Haushalt für echte [2][zusätzliche
       Investitionen in die Verkehrswege].“
       
       ## Augsburg-Ulm
       
       Die bisherige, etwa 85 Kilometer lange Schienenverbindung ist rund 170
       Jahre alt. Sie entspricht laut Bahn-Infrastruktursparte InfraGO nicht mehr
       den Anforderungen einer modernen Hochgeschwindigkeitsstrecke, ein Ausbau
       sei nicht möglich. Deswegen soll eine neue Strecke gebaut werden. Die
       Fahrtzeit der ICE zwischen Augsburg und Ulm soll sich von bislang mehr als
       40 auf 26 Minuten verkürzen. Die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke soll
       weitgehend parallel zur Autobahn 8 (München-Stuttgart) verlaufen.
       
       Die Züge sollen künftig bis zu 300 km/h schnell fahren können. Dadurch
       sollen Anforderungen des geplanten „Deutschlandtakts“ erfüllt werden. Das
       Ziel: mehr Reiseverbindungen, gut abgestimmte Anschlüsse und insgesamt
       kürzere Reisezeiten. Die geschätzten Gesamtkosten liegen bei mindestens
       knapp 8,2 Milliarden Euro.
       
       ## Dresden-Prag
       
       Die geplante Neubaustrecke von Dresden zur Grenze nach Tschechien sei ein
       zentraler Baustein des geplanten internationalen
       Hochgeschwindigkeitskorridors zwischen Berlin, Prag und Wien, so das
       Bundesverkehrsministerium. Im Kern bestehe das Projekt aus einem 30
       Kilometer langen Tunnel durch das Erzgebirge. Die Reisezeit zwischen
       Dresden und Prag soll von 2,5 Stunden auf künftig eine Stunde verkürzt
       werden. Die geplante Neubaustrecke soll den Engpass der durch das Elbtal
       verlaufenden Bestandsstrecke auflösen und die vom Lärm im oberen Elbtal
       betroffenen [3][Anwohnerinnen und Anwohner entlasten]. Der Güterverkehr
       soll auf die Neubaustrecke verlagert werden.
       
       Die geschätzten Gesamtkosten liegen bei mindestens rund 5,6 Milliarden
       Euro. Der Baubeginn ist laut InfraGO für den Dezember 2032 avisiert. Die
       Neubaustrecke soll Ende 2044 in Betrieb gehen. Sofern der Bundestag der
       Fortführung des Vorhabens zustimme, kann laut Ministerium ein Staatsvertrag
       mit der Tschechischen Republik unterzeichnet werden – sofern die
       Haushaltsmittel geklärt seien.
       
       ## Marschbahn
       
       Die Strecke nach Sylt ist ein Nadelöhr und hoch belastet. Das geplante
       Vorhaben auf der „Marschbahn“ sieht einen zweigleisigen Streckenausbau
       zwischen Niebüll und Klanxbüll sowie Morsum und Tinnum vor. Auf dem
       Abschnitt zwischen Niebüll und Klanxbüll sollen die Züge künftig satt 100
       dann 140 km/h fahren können. Die Gesamtkosten werden auf mindestens rund
       426 Millionen Euro geschätzt. Der Baubeginn ist laut InfraGO für den Sommer
       2032 geplant, die Inbetriebnahme im Herbst 2039.
       
       22 May 2026
       
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