# taz.de -- Deutsche Stromproduktion im Mai: So viel Solarstrom wie noch nie
> Im Mai haben Solaranlagen in Deutschland so viel Strom produziert wie
> noch nie in einem Monat. Aber Wind- und Wasserkraft schwächeln – trotz
> Ausbau.
(IMG) Bild: Erzeugen aus Sonnenlicht elektrische Energie: Photovoltaikanlagen
Die Stromerzeugung aus Solarenergie hat im Mai 2026 einen Höchststand
erreicht. [1][Daten des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme]
zufolge stieg sie von knapp 9,8 Terawattstunden im Mai 2025 auf 10,9 in
diesem Jahr. Das sei nicht nur ein Höchstwert für einen Mai, sondern ein
Allzeithoch für die monatliche Stromerzeugung aus Solarenergie, [2][sagte
Forscher Bruno Burger in der monatlichen Datenauswertung]. Solar war damit
im Mai mit Abstand die stärkste Energiequelle in Deutschland. Es folgten
Windenergie und Kohle.
Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung lag im Mai bei 68,1
Prozent und damit unter dem Vorjahreswert von 74,6 Prozent. Die Windkraft
blieb unter dem Durchschnitt der Vorjahre. Trotz des Wind-Zubaus habe die
Erzeugung nur ein durchschnittliches Niveau erreicht, so Burger. Bei der
Wasserkraft gab es mit 1,27 Terawattstunden sogar einen historischen
Tiefstwert. Als Ursache nannte Burger die sehr geringen Niederschläge.
Gleichzeitig stieg die Stromerzeugung aus mehreren fossilen Energieträgern
deutlich. Kohle legte im Vergleich zum Vorjahr von 4,8 auf 6,4
Terawattstunden zu, Erdgas von 2,2 auf 3,1 Terawattstunden. Für den
Frühling sprach Burger bei Erdgas von einem „Trend zu Erdgas“; die
Erzeugung lag 15 Prozent über dem Vorjahr und war der dritthöchste
Frühjahrswert nach 2021 und 2022.
## Irankrieg führt zu höheren Strompreisen
Der durchschnittliche Börsenstrompreis stieg im Mai wieder an: von 69 auf
88 Euro je Megawattstunde beziehungsweise von 6,9 auf 8,8 Cent je
Kilowattstunde. Das waren rund 26 Prozent mehr als im April. Als Grund
nannte Burger die durch den Irankrieg stark gestiegenen Preise für Erdöl
und Erdgas. Ohne erneuerbare Energien hätte der Preis fast 45 Prozent höher
gelegen, bei fast 125 Euro je Megawattstunde.
Laut Burger steigen die Strompreise europaweit. In Frankreich stieg er im
Mai von fast 19 auf 52 Euro je Megawattstunde, in der Schweiz um 36 Prozent
und in Österreich von 70 auf fast 100 Euro je Megawattstunde.
6 Jun 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.energy-charts.info/charts/energy/chart.htm?l=de&c=DE&month=05&year=-1&legendItems=kyi
(DIR) [2] https://www.energy-charts.info/energy-charts-talks.html?l=de&c=DE
## AUTOREN
(DIR) Lalon Sander
## TAGS
(DIR) Schwerpunkt Klimawandel
(DIR) klimataz
(DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
(DIR) Solarenergie
(DIR) Energiewende
(DIR) Schwerpunkt Klimawandel
(DIR) Schwerpunkt Klimawandel
(DIR) Energiewende
(DIR) Schwerpunkt Klimawandel
(DIR) Schwerpunkt Klimawandel
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Klimakonferenz in Bonn: „Krise der Kosten für fossile Brennstoffe“
In Bonn haben internationale Klimaverhandlungen begonnen. Der UN-Klimachef
warnt: Fossile Energie ist schlecht fürs Klima – und für die Wirtschaft.
(DIR) CO₂-Entnahme aus der Atmosphäre: Letzte Hoffnung Staubsauger
Um die Klimakrise im Zaum zu halten, muss der Atmosphäre Treibhausgas
entzogen werden. Der Markt für entsprechende Technologien ist aber noch
klein.
(DIR) Reform der Netzentgelte: Haushalte mit Solaranlage zahlen mehr
Wie können die Kosten für den Umbau des Stromnetzes besser verteilt werden?
Die Bundesnetzagentur will auch Stromerzeuger belasten.
(DIR) Sonniges Wochenende: Energiewende-Experten verzweifeln wegen Stromüberschüssen
Ein Energieökonom riet Privatleuten, Solaranlagen temporär abzustellen. Die
Solarbranche fordert bessere Bedingungen für Stromspeicher von der Politik.
(DIR) Weltweite Stromproduktion: Solarboom führt zu sinkenden Emissionen
2025 stieg der weltweite Stromverbrauch. Weil die Solarenergie in vielen
Ländern aber noch schneller ausgebaut wurde, sanken die Stromemissionen.