# taz.de -- Weltweite Stromproduktion: Solarboom führt zu sinkenden Emissionen
       
       > 2025 stieg der weltweite Stromverbrauch. Weil die Solarenergie in vielen
       > Ländern aber noch schneller ausgebaut wurde, sanken die Stromemissionen.
       
 (IMG) Bild: Die Solarenergie war der maßgebliche Motor des Wandels im globalen Stromsystem, Installation von Solarpanels in Lagos, Nigeria
       
       Berlin taz | Im vergangenen Jahr sind die weltweiten Emissionen in der
       Stromproduktion leicht gesunken. Das zeigt [1][eine Analyse der Denkfabrik
       Ember Energy], die jährlich die Stromerzeugung in fast allen Ländern der
       Welt auswertet. Weltweit wächst zwar der Stromverbrauch, dieser Anstieg
       wurde im vergangenen Jahr allerdings vollständig von erneuerbaren Energien
       abgedeckt – größtenteils von Solarenergie. Die Emissionen sanken dadurch um
       0,2 Prozent.
       
       Insgesamt wurden 2025 weltweit rund 31.800 Terawattstunden Strom
       verbraucht, etwa 849 Terawattstunden mehr als im Jahr zuvor. Erneuerbare
       Energien lieferten insgesamt 34 Prozent des Stroms, 2024 waren es noch 32
       Prozent. Fossile Energieträger wie Kohle und Gas lieferten mit 57 Prozent
       weiterhin den Großteil des Stroms, aus der Atomkraft kamen etwa 9 Prozent.
       Dennoch sank der fossile Anteil damit zum ersten Mal seit der
       Coronapandemie.
       
       „Wir sind endgültig im Zeitalter des sauberen Wachstums angekommen“, sagte
       Aditya Lolla, Geschäftsführer von Ember Energy. Angesichts des knappen
       Ergebnisses wirkt diese Einschätzung mutig. Bereits [2][zweimal hatte Ember
       prognostiziert], dass das globale Stromsystem nun seinen Wendepunkt bei den
       Emissionen erreichen werde – was aber nicht passierte. Die Erzeugung von
       erneuerbarem Strom kann je nach Wetterbedingungen in einem Jahr stark
       variieren. Deshalb könnten die Emissionen in den kommenden Jahren auch
       wieder steigen.
       
       Allerdings gibt es deutliche Zeichen für strukturelle Veränderungen. Die
       sinkenden Emissionen 2025 gehen dem Bericht zufolge auf Entwicklungen in
       China und Indien zurück. Beide Länder verantworteten in den vergangenen
       Jahrzehnten große Teile des steigenden weltweiten Stromverbrauchs, den sie
       mit fossilen Kraftwerken deckten. 2025 wuchsen allerdings [3][in beiden
       Ländern die erneuerbaren Energien stärker als der Stromverbrauch] und die
       Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen fiel.
       
       ## Solarenergie wächst exponentiell
       
       „Die Solarenergie war der maßgebliche Motor des Wandels im globalen
       Stromsystem“, so Lolla. Die Stromerzeugung aus Solaranlagen stieg 2025 von
       2.100 Terawattstunden auf fast 2.800, also um fast ein Drittel. Gemeinsam
       mit Batteriespeichern zeige sich so der Weg zu sauberer Energie, die rund
       um die Uhr verfügbar sei, sagte Lolla. Vorreiter wie Australien und Chile
       bauten bereits jetzt genug Batteriespeicher, um erhebliche Mengen
       Solarstrom in den Nachtstunden verfügbar zu machen.
       
       Viele Länder haben dabei eine extrem steile Entwicklung hinter sich. In
       Pakistan ist der Anteil der Solarenergie an der Stromproduktion in den
       vergangenen 10 Jahren von 0,3 auf 18 Prozent. In den Niederlanden stieg der
       Anteil von 1 auf 21 Prozent. Auch in Deutschland, wo die Solarenergie schon
       länger ausgebaut wird, hat sich der Anteil von Solarstrom seit 2015
       verdreifacht.
       
       Weltweit [4][wächst die solare Stromproduktion exponentiell], schreiben die
       Analyst*innen von Ember, um mindestens 20 Prozent im Jahr. Mit den
       vielen neuen Solaranlagen, die im vergangenen Jahr gebaut wurden, werde das
       solare Wachstum auch im laufenden Jahr weitergehen, so der Bericht. Gerade
       der aktuelle Irankrieg zeige, wie wichtig es für Länder sei, ihre
       Abhängigkeit von fossilen Importen zu verringern.
       
       21 Apr 2026
       
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