# taz.de -- Klimakonferenz in Bonn: „Krise der Kosten für fossile Brennstoffe“
> In Bonn haben internationale Klimaverhandlungen begonnen. Der
> UN-Klimachef warnt: Fossile Energie ist schlecht fürs Klima – und für die
> Wirtschaft.
(IMG) Bild: Liefert noch fossile Energie: das Kohlekraftwerk Neurath des Energiekonzerns RWE
UN-Klimachef Simon Stiell hat die Regierungen zu einer schnellen
[1][Energiewende] aufgefordert. „Der Krieg im Nahen Osten verursacht
immenses menschliches Leid und löst eine Krise der Kosten für fossile
Brennstoffe aus, die die Wirtschaft weltweit würgt“, so Stiell zum Auftakt
internationaler Klimaverhandlungen am Montag in Bonn, die die
Weltklimakonferenz Ende des Jahres im türkischen Antalya vorbereiten
sollen.
„Es ist völlig klar: Unsere fortgesetzte Abhängigkeit von fossilen
Brennstoffen bedeutet, dass wir weiter Inflation und wirtschaftliche
Instabilität importieren und gleichzeitig Energiesicherheit, Souveränität
und politische Autonomie exportieren“, sagte Stiell. Dadurch würden
Volkswirtschaften und Menschen den „Klimakatastrophen schutzlos
ausgeliefert“.
Die Welt müsse jetzt beim Klimaschutz weiter gehen und schneller werden:
„Wir müssen unsere Verpflichtungen aus dem Pariser Weltklimaabkommen
vollständig erfüllen.“ Die internationale Übereinkunft wurde 2015 in der
französischen Hauptstadt beschlossen. Sie sieht vor, dass die Erderhitzung
auf „deutlich unter 2 Grad“ und möglichst auf 1,5 Grad begrenzt wird.
Fast alle Staaten der Welt sind dabei. Mit den USA unter Donald Trump ist
allerdings ein Emissionsschwergewicht (schon zum zweiten Mal) ausgetreten.
Auch seinen Mitgliedern macht das Abkommen keine konkreten Vorgaben zur
Senkung der Emissionen. Die Rede ist von einer „gemeinsamen, aber je
unterschiedlichen“ Verpflichtung. So soll das Abkommen der Tatsache gerecht
werden, dass die Industrieländer ihren Wohlstand durch den Ausstoß von
CO2-Emissionen aufgebaut haben – und entsprechend mehr Verantwortung für
die [2][Klimakrise] tragen. Die lose Struktur des Abkommens, die auf
freiwilligen Selbstverpflichtungen der Regierungen beruht, gestaltet den
Prozess allerdings schleppend.
## 6.500 Teilnehmer*innen in Bonn
Im Dreijahresschnitt von 2023 bis 2025 lagen die globalen Temperaturen
[3][bereits um mehr als 1,5 Grad Celsius über dem Niveau der
vorindustriellen Zeit].
Die Verhandlungen in Bonn sind für zehn Tage angesetzt. Mehr als 6.500
Teilnehmende aus 186 Ländern sind angemeldet. Unter ihnen sind
Politiker*innen und Diplomat*innen, aber auch Aktivist*innen,
Lobbyist*innen und Journalist*innen.
8 Jun 2026
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## AUTOREN
(DIR) Susanne Schwarz
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Wer dieses Narrativ entkräften will, muss seine emotionale Macht verstehen.