# taz.de -- Sonniges Wochenende: Energiewende-Experten verzweifeln wegen Stromüberschüssen
> Ein Energieökonom riet Privatleuten, Solaranlagen temporär abzustellen.
> Die Solarbranche fordert bessere Bedingungen für Stromspeicher von der
> Politik.
(IMG) Bild: Solaranlage auf einem Einfamilienhaus: Gut fürs Klima – aber es fehlen Stromnetze und -speicher
Verzweiflung bei Energiewende-Experten: „Wenn ihr etwas Gutes für die
Versorgungssicherheit und die Energiewende tun wollt, dann schaltet morgen
eure PV-Anlage ab“, forderte Energieökonom Lion Hirth von der Hertie School
in Berlin vor dem sonnigen Wochenende [1][im sozialen Netzwerk Linkedin]
die fünf Millionen Besitzer von Solarstromanlagen in Deutschland auf.
Die Wetterprognose hatte einen Überfluss an Solarstrom nahegelegt. Und
tatsächlich: Die Photovoltaik erzeugte zeitweise mehr Strom, als im ganzen
Land verbraucht wurde oder in Stromspeichern eingelagert werden konnte.
Entsprechend bekamen Käufer im Großhandel – etwa ausländische
Energieunternehmen oder [2][sonstige Kunden, die spontan ihren Verbrauch
steigern] – für die Kilowattstunde keine Rechnung, sondern bis zu 50 Cent
Prämie.
Größere Solaranlagen lassen die Stromnetzbetreiber in solchen Zeiten
abschalten. Viele kleine Solaranlagen sind aber noch nicht mit Smart Meter
ausgestattet und nicht von außen steuerbar.
Von der Verbrauchsseite her argumentierte sarkastisch der Ökonom Justus
Haucap von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, der als
Energiewende-Kritiker bekannt ist: „Bitte alle von 10 bis 17 Uhr Sauna,
Backofen und Haushaltsgeräte anschmeißen – der Strom muss entsorgt werden.“
## Solarwirtschaft wendet sich an Politik
Ganz ohne Sarkasmus setzen Stromanbieter auf genau dieses Prinzip und
bieten dynamische Stromtarife an. Philipp Schröder, Chef des
Stromversorgers 1KOMMA5°, riet denn auch in eigener Sache, man möge sich
„Steuerbox, Batterie und Smart Meter“ zulegen. Es sei „eine Schande, wie
günstiger, sauberer Strom im Überschuss mitten in der Energiekrise
weggeschmissen wird“.
Der Bundesverband Solarwirtschaft wendet sich an die Politik: Im ersten
Quartal 2026 hätten die „Batteriespeicher-Investitionen in Deutschland neue
Höchststände“ erreicht. Inzwischen gebe es Batterien mit 28 Gigawattstunden
Kapazität. Trotzdem reichen sie gerade aus, den PV-Strom zu speichern, der
in einer halben Stunde anfällt. [3][Statt den Zubau von Solaranlagen zu
bremsen, wie es Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) plant],
propagiert der BSW Solar „beschleunigte Netzanschlussverfahren“ für
Stromspeicher.
3 May 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://de.linkedin.com/posts/lionhirth_an-die-5-mio-besitzerinnen-von-solaranlagen-activity-7455591143377002496-gzSs
(DIR) [2] /E-Autobesitzer-verdienen-beim-Laden/!6174014
(DIR) [3] /Ausbau-der-Erneuerbaren-in-Gefahr/!6164754
## AUTOREN
(DIR) Bernward Janzing
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