# taz.de -- Anschläge auf Parteibüros in Flensburg: Brandstifter von rechts außen
       
       > Nach Brandanschlägen auf Parteibüros in Flensburg nimmt die Polizei einen
       > Verdächtigen fest. Er soll erst kürzlich der AfD beigetreten sein.
       
 (IMG) Bild: Mit dieser Aufnahme einer Überwachungskamera fahndete die Polizei öffentlich nach dem Verdächtigen
       
       Im Zusammenhang mit den Brandanschlägen auf die Büros mehrerer Parteien in
       Flensburg hat die Polizei einen Tatverdächtigen ermittelt. Wie
       antifaschistische Kreise vermuten, handelt es sich bei dem Mann um einen
       ehemaligen Politiker der Partei Die Basis, der vor kurzem in die AfD
       eingetreten ist. Der Mann sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft.
       
       Nach Angaben der Polizei waren am Osterwochenende vom 5. bis zum 7. April
       vor den Büros der Grünen, der SPD und der Linken [1][Molotowcocktails
       gefunden worden]. Die Brandsätze zündeten, führten aber nur zu
       oberflächlichen Schäden.
       
       An die Fassaden der Parteibüros des Südschleswigschen Wählerverbandes
       (SSW), der CDU und der SPD wurden Deutschlandflaggen gesprüht und auch
       rechtsextreme Sticker geklebt, wie die SPD damals mitteilte. Zudem seien
       die Scheiben mehrerer Parteibüros beschädigt worden. Die Polizei schätzt
       den Schaden auf einen niedrigen vierstelligen Betrag.
       
       Die Anschläge Anfang April sorgten im Land für Bestürzung. „Wer Büros
       beschädigt, Brandanschläge verübt oder mit rechtsextremen Symbolen
       markiert, greift nicht einzelne Parteien an, sondern das Fundament unseres
       Zusammenlebens“, sagte der SPD-Landesvorsitzende Ulf Kämpfer.
       
       ## Haftbefehl wegen Wiederholungsgefahr
       
       Auf die Spur gekommen ist die Polizei dem Verdächtigen jetzt, indem sie die
       Fotos aus einer Überwachungskamera veröffentlichte. Hinweise aus der
       Bevölkerung führten zu dem 40-jährigen Deutschen aus Flensburg. Die Polizei
       durchsuchte seine Wohnung und stellte Beweismittel sicher. Deren Auswertung
       dauere noch, teilte die Polizei mit.
       
       Am Montag schließlich erwirkte die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl
       wegen des Verdachts der versuchten schweren Brandstiftung. Weil die
       Staatsanwaltschaft und das Amtsgericht eine Wiederholungsgefahr sehen,
       wurde der Mann in Untersuchungshaft genommen.
       
       Die Staatsanwaltschaft Flensburg war für die taz am Dienstag für eine
       Stellungnahme nicht zu erreichen. Auf der linken Nachrichtenplattform
       [2][de.indymedia.org] war zu lesen, dass in Flensburg nicht nur Parteibüros
       besprüht und beklebt wurden, sondern auch der [3][Infoladen Subtilus].
       „Nach Recherchen antifaschistisch aktiver Personen könnte es sich bei dem
       Tatverdächtigen mutmaßlich um den ehemaligen Basis-Politiker und jetzigem
       AfD-Mitglied Daniel L. (Abkürzung d. Red.) handeln“, heißt es auf
       Indymedia.
       
       Vor zwei Jahren war L.s Auto von Unbekannten mit Kot und einer Warnung
       beschmiert worden: „Parke lieber nicht mehr hier in der Nähe.“
       
       L. zeigt auf seiner Facebook-Profilseite einen Post des Flensburger
       Ratsherrn Reinhold Majeske, der kurz nach den Anschlägen an Ostern an
       diesen alten Vorfall erinnerte. „Liebe Flensburger Demokraten, wo war Euer
       Aufschrei als von dem stellvertretenden KV Vorsitzender der dieBasis (sic)
       sein Fahrzeug massiv beschädigt wurde“, fragt er. Auf L.s Profil finden
       sich im Übrigen Posts mit einem Bekenntnis, rechts zu sein, zu White Lives
       Matter, Germanentum und deutscher Tradition.
       
       ## Nicht eindeutig auf einer Links-rechts-Achse zu verorten
       
       Die Basis (Basisdemokratische Partei Deutschlands) entstand 2020 im Zuge
       der Proteste gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie.
       [4][Laut der Bundeszentrale für Politische Bildung] lässt sie sich nicht
       eindeutig auf einer Links-rechts-Achse verorten. Sie sei geprägt von
       „starkem Anti-Establishment-Denken und Skepsis gegenüber repräsentativen
       Institutionen“.
       
       Die AfD bestätigte, das der Tatverdächtige seit ein paar Tagen Mitglied der
       AfD sei. Der Verdacht sei zum Zeitpunkt der Aufnahme aber noch nicht
       bekannt gewesen, sagte der AfD-Landesvorsitzende Kurt Kleinschmidt. Sollten
       sich die Vorwürfe bewahrheiten, werde er [5][aus der Partei geschmissen],
       selbst wenn er nur gesprüht oder Sticker geklebt haben sollte, versicherte
       Kleinschmidt. „Solche Menschen haben bei uns nichts zu suchen.“
       
       2 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Mutmassllich-rechtsextreme-Tat/!6169005
 (DIR) [2] https://de.indymedia.org/
 (DIR) [3] https://subtilus.info/2026/04/07/rechter-terror-in-flensburg/
 (DIR) [4] https://www.bpb.de/themen/parteien/wer-steht-zur-wahl/baden-wuerttemberg-2026/575059/basisdemokratische-partei-deutschland/
 (DIR) [5] /AfD-Spitze-nimmt-Parteiausschluss-zurueck/!6165495
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Gernot Knödler
       
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