# taz.de -- Nius-Werbung in der Berliner U-Bahn: Auf dem falschen Gleis
> Das rechte Portal „Nius“ darf bei den Berliner Verkehrsbetrieben präsent
> sein. Die sagen, es sei nur Werbung. Doch damit macht es sich das
> Unternehmen zu leicht.
(IMG) Bild: Auch schon ohne „Nius“ häufig die Hölle: U-Bahn der BVG
Täglich sind rund 3,1 Millionen Menschen mit den Berliner Verkehrsbetrieben
unterwegs. Für viele Berliner*innen gehören U-Bahn oder Bus zu den
wenigen Orten, die sie täglich sehen – neben Wohnung oder Büro. Gerade
deshalb trägt die BVG eine besondere Verantwortung dafür, welche
Botschaften sie auf ihren Werbeflächen sichtbar machen. [1][Dass dort nun
Werbung für das rechtspopulistische Portal „Nius“ läuft, ist ein Problem].
Denn „Nius“ hat sich seit seiner Gründung 2023 [2][einen zweifelhaften Ruf
erarbeitet]. Es fällt regelmäßig durch Desinformation, rechtspopulistische
Zuspitzungen und menschenfeindliche Stimmungsmache auf. Und dieses Portal
kann jetzt sehr präsent in vielen U-Bahnen schreiben: „Morgens um 6 schon
wissen, was einem abends um 8 verschwiegen wird“. Dieser Satz spielt auf
die Tagesschau an und suggeriert, dass öffentlich-rechtliche Medien die
Bevölkerung bewusst belügen würden. Dabei ist „Nius“ wirtschaftlich
keineswegs die Erfolgsgeschichte, als die es sich inszeniert. Das Portal
steckt tief im Minus. Die groß angelegte Werbekampagne wirkt wie ein
verzweifelter Versuch gegenzusteuern.
Die BVG weist die Verantwortung übrigens von sich. Werbung würde von
externen Partnern vermarktet, heißt es. Mit den Grundwerten der BVG dürften
„Nius“-Inhalte auch nicht übereinstimmen. „Wir stehen öffentlich und aus
Überzeugung für Offenheit, Respekt und ein demokratisches Miteinander ein.“
Aber es gelte: Werbung sei „nicht gleichzusetzen mit der Haltung der BVG“.
Aber wer täglich Millionen Menschen befördert, kann sich nicht aus der
Verantwortung ziehen. Werbung schafft Sichtbarkeit und normalisiert deren
Inhalte im öffentlichen Raum. Die BVG entscheidet darüber, welchen
Akteur*innen sie diese Bühne bietet. Und wenn „Nius“ okay war, was folgt
dann als Nächstes? Werbung für den Dritten Weg, für einschlägige
rechtsradikale Onlineshops? Wenn sich die BVG ernsthaft für ein
demokratisches Miteinander einsetzt, sollten rechte Hetzportale wie „Nius“
nicht mehr mitfahren dürfen.
26 May 2026
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(DIR) Ann-Kathrin Leclère
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