# taz.de -- Börsengang von SpaceX: Der reichste Mann der Welt greift nach den Sternen
> Musk will mit SpaceX den größten Börsengang aller Zeiten hinlegen. Dabei
> geht es um Monddörfer, Marsreisen und viel Geld.
(IMG) Bild: Büste von Elon Musk am Straßenrand in Brownsville, Texas, USA
Elon Musk hat The Space Exploration Technologies, wie SpaceX offiziell
heißt, 2002 gegründet. [1][Der reichste Mensch der Welt] treibt es als Chef
auch voran. Ohne SpaceX wäre der derzeitige Boom bei Satelliten und
Raumfahrtmissionen kaum möglich. Das Unternehmen dominiert mit seinen
günstigen Raketen den Transport ins All. SpaceX ist Partner der
US-Weltraumbehörde Nasa, um wieder Menschen auf den Mond zu bringen, und
arbeitet für das US-Verteidigungsministerium. Das eigene Netz von
Starlink-Satelliten liefert rund um die Erde schnelles Internet. Zudem
entwickelt SpaceX bei xAI künstliche Intelligenz. Hier die Antworten auf
die wichtigsten Fragen:
Wie laufen die Geschäfte?
Geschäftszahlen waren bisher streng geheim. Nach Unterlagen, die SpaceX bei
der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht hat, setzte der Konzern vergangenes
Jahr rund 18,7 Milliarden Dollar um, der Verlust betrug 4,94 Milliarden
Dollar. Ein Jahr zuvor gab es 791 Millionen Dollar Gewinn bei 14 Milliarden
Dollar Umsatz. Im ersten Quartal 2026 schrieb das Raumfahrtgeschäft hohe
Verluste, [2][Starlink] verdiente Geld bei steigenden Nutzerzahlen, das
KI-Geschäft steckt tief im Minus. Größter Anteilseigner ist Elon Musk, der
rund 85,1 Prozent der Stimmrechte besitzt. Die Kontrolle wird er auch nach
dem Börsengang behalten.
Was ist genau geplant?
Der Konzern strebt unter dem Kürzel SPCX an die US-Technologiebörse Nasdaq.
Es soll nur ein Teil der Aktien abgegeben werden. Spekuliert wird, dass es
am 12. Juni so weit ist. Mit Einzelheiten, etwa was die Aktie kosten soll,
rechnen Experten um den 4. Juni herum.
Wie teuer ist das Unternehmen?
Der Wert eines Unternehmens bemisst sich danach, wie viel Geld Investoren
für einen Anteil bezahlen wollen. An der Börse, an der die Aktien eines
Unternehmens gehandelt werden, ist der Wert sofort ersichtlich. Ist das
Unternehmen nicht an der Börse, können die Eigentümer Anteile privat
verkaufen. Experten schätzten den Wert von SpaceX Anfang des Jahres auf um
die 800 Milliarden Dollar. SpaceX strebt mit dem Börsengang einen Wert von
mehr als 2 Billionen Dollar an, was für einen Platz in der Liste der zehn
wertvollsten börsennotierten US-Unternehmen reicht. Allerdings sollen nicht
alle Aktien verkauft werden. Laut dem Wirtschaftsnachrichtendienstes
Bloomberg strebt Musk einen Erlös von 75 Milliarden Dollar an. Es wäre der
größte Börsengang aller Zeiten. Bisher hielt den Rekord der staatliche
saudische Ölkonzern Saudi-Aramco, der 2019 insgesamt 29,4 Milliarden Dollar
erlöste.
Ist SpaceX den Betrag wert?
Das ist unklar. Einige Experten halten den Wert für zu hoch. SpaceX wäre
den jetzt vorgelegten Zahlen nach mit dem 107-Fachen seines Umsatzes
bewertet. Das ist viel. Deutschlands größtes börsennotiertes Unternehmen
Siemens (Wert rund 182 Milliarden Euro) kommt auf das 2,5-fache. Die Börse
ist eine Wette auf die Zukunft, der Wert könnte gerechtfertigt sein. Und
Musk hat schon gezeigt, wie sehr er eine vermeintlich stabile Branche
wandeln kann. Mit Tesla verhalf er dem E-Auto zum Durchbruch, mit SpaceX
trieb er die Raketenentwicklung voran und bereitete der neuen
privatwirtschaftlich orientierten Raumfahrt den Weg, New Space genannt.
Wie wird sich der Kurs entwickeln?
Das ist schwer zu sagen. Experten schätzen, dass viele große Anleger
fürchten, eine Chance zu verpassen, wenn sie nicht kaufen. Das könnte den
Kurs zunächst treiben. Allerdings ist die Bewertung sehr hoch, der Kurs
könnte deshalb fallen. Chef Musk und seine unkonventionelle und konsequente
Herangehensweise ist langfristig eine große Chance, aber auch das größte
Risiko. So hat der Ausflug in die Politik und seine radikalen Ansichten
Kurs und Renommee von Tesla beschädigt – zum Leidwesen der Aktionäre. Zudem
kann gerade im Space-Geschäft immer etwas schiefgehen oder explodieren.
Wie steht es mit der Raumfahrtbranche?
Die Raumfahrt hat sich von der staatlich getriebenen Branche zu einer
privatfinanzierten entwickelt. Dies hat einen Boom ausgelöst.
Kostengünstige Massenfertigung ist einer der Treiber. Die Berater von
Roland Berger schätzten zuletzt, dass der Markt für Weltrauminfrastruktur
wie Raketen und Satelliten von 63 Milliarden Euro 2024 auf 264 Milliarden
Euro 2040 zunimmt. Für Dienstleistungen aus dem All soll er sogar von 408
auf 1.700 Milliarden Euro steigen. Satellitensysteme beobachten Tiere,
optimieren Wettervorhersagen, steuern [3][autonomes Fahren], verbessern die
Landwirtschaft, erkennen Waldbrände. Geplant sind Fabriken im All, die für
Pharma- oder Chip-Produktion in Schwerelosigkeit und Vakuum ausgestattet
sind, Datencenter, ein Monddorf als Zwischenstopp für Reisen zum Mars.
21 May 2026
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## AUTOREN
(DIR) Björn Hartmann
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