# taz.de -- Neuer Konkurrenzkampf im All: Nasa will Mond mit Menschen besiedeln
       
       > Nach der erfolgreichen „Artemis 2“-Mission will die Nasa nun den Mond
       > besiedeln. Der Chef der US-Behörde von Trumps Gnaden macht große
       > Ankündigungen.
       
 (IMG) Bild: Urlaubsziel für eher seltsame Gemüter: Rückseite des Mondes
       
       dpa/rtr/taz | Die US-Raumfahrtbehörde Nasa will dauerhaft Menschen auf dem
       Mond leben lassen und treibt ihre Pläne dafür mit Hochdruck voran. Mit
       Dutzenden Missionen sollen dafür in den kommenden Jahren Lander, Drohnen
       und von Menschen steuerbare Rover-Vehikel zum Erdtrabanten gebracht werden,
       sagte Nasa-Chef Jared Isaacman bei einer Pressekonferenz. „Amerika kehrt
       zum Mond zurück – und dieses Mal, um zu bleiben“, tönte der Unternehmer,
       Pilot und Amateur-Astronaut.
       
       Allein in diesem Jahr soll es dafür noch drei unbemannte Missionen zum Mond
       geben, an der dritten soll auch die europäische Raumfahrtagentur Esa
       beteiligt sein. Die Lander sollen von der Raumfahrtfirma Blue Origin
       [1][des superreichen Amazon-Gründers und Trump-Kumpels Jeff Bezos] gebaut
       werden, die Drohnen vom Unternehmen Firefly Aerospace und die Rover von den
       Firmen Astrolab und Lunar Outpost. Etwa ab den frühen 2030er Jahren soll
       die Mondstation – die laut Nasa Hunderte Quadratkilometer groß werden
       könnte – dann dauerhaft von Menschen bewohnbar sein.
       
       Das Gesamtvolumen der Aufträge an die privaten Raumfahrtunternehmen beläuft
       sich auf einen dreistelligen Millionenbetrag. Wie die Behörde mitteilte,
       erhalten Lunar Outpost und Astrolab jeweils rund 220 Millionen Dollar, an
       Bezos’ Blue Origin gehen fast 190 Millionen Dollar.
       
       Jared Isaacman, der Mond-Mann von US-Präsident Donald Trump, ist seit
       Dezember 2025 im Amt. Als neuer Nasa-Chef hatte er die ursprünglichen
       Mondpläne der Behörde erst vor wenigen Monaten umgeschmissen und den Plan
       einer dauerhaften menschlichen Präsenz auf dem Erdtrabanten angekündigt.
       
       ## Kampf ums All
       
       Hintergrund der Ankündigungen ist auch [2][der globale Konkurrenzkampf im
       All]. Schon seit Jahren gibt es einen neuen Wettlauf von Raumfahrtnationen
       zum Mond. Größter Konkurrent der USA ist China mit dem vorgegebenen Ziel,
       bis 2030 Menschen auf den Mond zu bringen. Auch Russland hat das vor, aber
       mit Verzögerungen wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten zu kämpfen.
       
       Im April waren mit der „Artemis 2“-Mission der Nasa [3][erstmals seit mehr
       als 50 Jahren wieder Menschen in der Nähe des Mondes]. Victor Glover,
       Christina Koch, Reid Wiseman und Jeremy Hansen waren vom Weltraumbahnhof
       Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida gestartet und dann um den Mond
       herumgeflogen, bevor sie wieder zur Erde zurückkehrten und im Pazifik nahe
       San Diego landeten. Bei ihrem Flug entfernten sie sich weiter von der Erde
       als jemals Menschen zuvor.
       
       In gewisser Weise zur Unzeit oder auch gerade noch rechtzeitig vor einer
       tatsächlichen Mondbesiedlung zeigt eine aktuelle Studie, dass das
       Zusammenleben von Menschen in kleinen Gruppen und unter Extrembedingungen
       vielleicht nicht die beste Idee ist.
       
       Das Autorenteam untersuchte [4][zehn Monate lang die zwölfköpfige Besatzung
       der französisch-italienischen Antarktisstation Concordia], die an einem der
       entlegensten Orte der Erde auf etwa 3.200 Metern Höhe liegt. Fazit: „Unter
       Extrembedingungen nehmen Einsamkeit, Misstrauen und Konflikte zu, während
       Zusammenhalt und Leistungsfähigkeit sinken“, schreibt die maßgeblich
       beteiligte Universität Bern. Dies sollte man bei künftigen
       Weltraummissionen berücksichtigen.
       
       27 May 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Massenentlassungen-bei-Washington-Post/!6151744
 (DIR) [2] /Bemannte-Raumfahrt/!6150576
 (DIR) [3] /Artemis-2/!6169949
 (DIR) [4] https://www.pnas.org/doi/abs/10.1073/pnas.2533420123?af=R
       
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