# taz.de -- Kürzungen globaler Entwicklungsgelder: 5,4 Millionen zusätzliche Kindstode
       
       > Dass Geberländer an humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit
       > sparen, treffe vor allem globale Gesundheit und besonders Kinder, sagen
       > Experten.
       
 (IMG) Bild: Kasoa, Ghana, November 2025: Malariaimpfung im Mutter-und-Kind-Hospital
       
       Bis 2030 könnten zusätzlich 5,4 Millionen Kinder weltweit sterben – infolge
       der massiven Kürzungen von Entwicklungsgeldern durch reiche Geberstaaten,
       warnt die Entwicklungsorganisation One [1][in einem aktuellen Bericht].
       
       Der Bericht bezieht sich auf die bislang umfassendste Auswertung der
       globalen Kürzungen von Entwicklungsgeldern auf die Gesundheitsversorgung in
       ärmeren Ländern: [2][eine Studie in The Lancet vom Februar].
       
       Die Studienautor:innen haben auf Grundlage von Daten aus 93 Ländern
       mit niedrigem und mittleren Einkommen im Zeitraum 2002 bis 2021 den Effekt
       von Entwicklungsleistungen auf die Kindersterblichkeit errechnet. Die ist
       demnach um 39 Prozent zurückgegangen. Besonders bedeutend war der Erfolg,
       dass insgesamt die Sterblichkeit aufgrund vermeidbarer Krankheiten wie
       HIV/Aids, Malaria und anderen Tropenkrankheiten um bis zu 70 Prozent
       reduziert worden sei.
       
       Anhand der Daten projizieren die Autor*innen beim aktuellen Niveau der
       Kürzungen einen erheblichen Rückgang dieser Erfolge. Anhand der Modelle
       schätzen sie, dass bis 2030 rund 22,6 Millionen Menschen zusätzlich an
       vermeidbaren Krankheiten sterben werden, davon 5,4 Millionen Kinder unter 5
       Jahren.
       
       ## In Schuldenspiralen gefangen
       
       Lisa Ditlmann, Deutschland-Direktorin von ONE, kritisierte: „Jedes Jahr
       sterben knapp fünf Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag. Dies
       könnte ohne Weiteres verhindert werden, denn die Krankheiten, an denen sie
       sterben, sind meistens vermeidbar und können behandelt werden.“
       
       Viele Regierungen ärmerer Länder haben ihre Gesundheitssysteme
       vernachlässigt und von externen Geldern abhängig gemacht. Außerdem sind sie
       oft in Schuldenspiralen gefangen, die meist zulasten von Investitionen in
       Bildung und Gesundheit geht.
       
       2025 sind die globalen öffentlichen Ausgaben für Entwicklung, die
       sogenannten ODA-Leistungen, um ein Viertel zurückgegangen gegenüber 2024.
       Besonders ins Gewicht fällt der Rückzug der USA, die ihre
       Entwicklungsbehörde USAID abgesägt haben. Aber auch die Bundesregierung hat
       seit 2022 die Mittel für Entwicklung und humanitäre Hilfe um ein Drittel
       gekürzt. Im anstehenden Haushalt 2027 [3][stehen weitere Kürzungen bevor].
       
       19 May 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://globalgoalscms.co.uk/wp-content/uploads/2026/05/HS572-PE-Child-Survival-Report_DIGITAL_AW.pdf
 (DIR) [2] https://www.thelancet.com/journals/langlo/article/PIIS2214-109X(26)00008-2/fulltext
 (DIR) [3] /Bundeshaushalt-2027/!6174995
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Leila van Rinsum
       
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