# taz.de -- Schwangerschaftsabbrüche in den USA: Abtreibungspille Mifepriston darf wieder versendet werden
> In US-Staaten mit Abtreibungsverbot können sich Frauen zumindest
> Mifepriston per Post schicken lassen. Louisiana wollte das verbieten –
> wurde aber vorläufig vom Supreme Court ausgebremst.
(IMG) Bild: Abtreibungsmedikament Mifepriston: 13 der 50 Bundesstaaten haben Abtreibungen verboten, darunter Louisiana
epd | Der Versand der Abtreibungspille Mifepriston per Post ist in den USA
zumindest vorübergehend wieder legal. Das Oberste Gericht des Landes, der
Supreme Court, hob am Donnerstag (Ortszeit) das Urteil eines
untergeordneten Gerichts zum Verbot des Versandes vorläufig auf. Ein Termin
für eine endgültige Entscheidung steht nicht fest.
Die Entscheidung vom Donnerstag setzte [1][das Urteil eines Bundesgerichts
vom 1. Mai zum Verbot des Versandes] vorläufig außer Kraft. Auf die Klage
des Bundesstaates Louisiana hin hatte es darin geheißen, der postalische
Versand untergrabe das in Louisiana geltende [2][Abtreibungsverbot]. Das
Urteil betraf die gesamten USA. Das Oberste Gericht begründete seine
Entscheidung am Donnerstag nicht näher.
## Weitreichendes Urteil des Obersten Gerichts von 2022
Der Rechtsstreit um Mifepriston geht zurück auf ein Urteil des Obersten
Gerichts von 2022, das seit 1973 landesweit geltende Recht auf
Schwangerschaftsabbruch aufzuheben. Seitdem haben 13 der 50 Bundesstaaten
[3][Abtreibungen verboten], darunter Louisiana. Mehrere weitere haben das
Recht eingeschränkt.
Die Zahl der Abtreibungen sei dennoch nicht gesunken, berichtete das
Familienplanungsinstitut Guttmacher. 2025 seien etwa 1.126.000
Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen worden. Mehr als 60 Prozent der
Abtreibungen im „formellen Gesundheitswesen“ erfolgten medikamentös. Frauen
in Staaten mit Abtreibungsverbot können sich Medikamente online
verschreiben lassen. Die Lieferung erfolgt per Post von außerhalb des
Staates.
Louisiana hatte im Herbst 2025 Klage eingereicht gegen diese Praxis.
„Aktivisten“ hätten ein „organisiertes und gefährliches System“ entwickelt
zum Handel mit Drogen, erklärte die Generalstaatsanwältin des Staates, Liz
Murrill. Der Ausgang der Kontroverse hängt vermutlich von einem endgültigen
Urteil des Obersten Gerichts ab.
15 May 2026
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