# taz.de -- Mifepriston per Post: US-Berufungsgericht stoppt Lieferung von Abtreibungspille
       
       > Ein US-Berufungsgericht untersagt vorerst den Versand von Mifepriston.
       > Frauen müssen das Medikament nun persönlich in Kliniken abholen.
       
 (IMG) Bild: Die Selbstverständlichkeit Selbstbestimmung bleibt in den USA ein Politikum
       
       afp | In den USA hat ein Berufungsgericht landesweit die Lieferung der
       Abtreibungspille Mifepriston per Post vorläufig gestoppt. Das von
       konservativen Richtern dominierte Bundesberufungsgericht erließ am Freitag
       eine einstweilige Verfügung nach einer Klage des konservativen südlichen
       US-Bundesstaats Louisiana gegen die US-Arzneimittelbehörde FDA. Die
       Entscheidung schränkt den Zugang zu Abtreibungen für Frauen in den USA
       landesweit weiter erheblich ein, es wird erwartet, dass gegen das Urteil
       beim Obersten Gerichtshof Berufung eingelegt wird.
       
       Gemäß dem Richterspruch müssen sich Frauen, die einen
       Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen wollen, Mifepriston überall in den
       USA persönlich in einer Gesundheitsklinik beschaffen. Die Lieferung per
       Post oder über eine Apotheke ist demnach verboten.
       
       Die FDA hatte 2023 die Vorschrift aufgehoben, dass Mifepriston persönlich
       ausgehändigt werden muss. Dagegen hatte das republikanisch regierte
       Louisiana, das eine der strengsten Abtreibungsgesetzgebungen der USA hat,
       geklagt.
       
       Louisianas Generalstaatsanwältin Liz Murrill begrüßte die Entscheidung des
       Berufungsgerichts als „Sieg für das Leben“. Die Vorsitzende der
       Frauenrechtsorganisation Center for Reproductive Rights, Nancy Northup,
       erklärte dagegen, es gehe darum, „Abtreibungen so schwierig, teuer und
       unzugänglich wie möglich zu machen“.
       
       Mifepriston wird in den USA bei den meisten Schwangerschaftsabbrüchen
       eingesetzt. Abtreibungsgegner in den USA streben schon seit langem danach,
       dass der Zugang zu dem in Deutschland unter dem Namen Mifegyne verbreiteten
       Präparat eingeschränkt wird.
       
       Die FDA hatte das Mittel im Jahr 2000 zugelassen. Früher musste die Pille
       in einer medizinischen Einrichtung eingenommen werden. Die Regierung des
       früheren US-Präsidenten Joe Biden hatte es aber 2021 erlaubt, dass das
       Medikament auch von Tele-Medizinern verschrieben und per Post zugeschickt
       werden kann.
       
       Der Supreme Court hatte im Jahr 2022 das seit rund fünf Jahrzehnten
       geltende landesweite [1][Recht auf den Schwangerschaftsabbruch annulliert].
       Seitdem liegt die Zuständigkeit für das Abtreibungsrecht bei den einzelnen
       Bundesstaaten. Louisiana und rund 20 andere konservativ geprägte
       Bundesstaaten haben seither das Recht auf Abtreibung abgeschafft oder
       drastisch eingeschränkt.
       
       2 May 2026
       
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