# taz.de -- ESC-Kandidat Cosmó: „Ich bin nur für die Musik hier“
       
       > Für das Gastgeberland Österreich tritt der 19-jährige mit deutschem
       > Elektro-Pop an. Warum er die Klubkultur verändern will und wie politisch
       > der ESC für ihn ist.
       
 (IMG) Bild: Ein Leben für die Musik, Cosmó in Wien
       
       taz: Cosmó, du singst in „Tanzschein“, darüber, dass die Leute in den Klubs
       zu wenig tanzen und zu viel rumstehen. Nun bist du mit 19 Jahren noch kein
       Klubveteran. Woher kommt die Erfahrungen für den Song? 
       
       Cosmó: Das waren einfach meine ersten Eindrücke und darüber habe ich
       geschrieben. Ich bin natürlich kein Experte, aber der Wunsch, mehr zu
       tanzen, hat mir zu einem Thema und am Ende zu dem Song verholfen. Und ich
       habe tatsächlich viele Fans getroffen, die sich auch mit dem Thema
       identifizieren konnten. Und mehr Tanzen ist doch immer gut.
       
       taz: Du forderst nicht nur, mehr zu tanzen, sondern tust es auch selbst.
       Für „Tanzschein“ hast du eine eigene kurze Choreo entwickelt. Wie kamst du
       darauf? 
       
       Cosmó: Tanzen ist immer eine gute Methode, um Leute zusammenzubringen. Auch
       auf Social Media. Es ist schön zu sehen, dass Leute die Tanzschritte lernen
       und performen, egal wie ihr Bezug zu mir und dem Song vorher war. Und darum
       geht es mir auch im Tanz: die Menschen zusammenbringen.
       
       taz: Du zeigst ein großes Durchhaltevermögen. Hast dich zweimal bei The
       Voice Kids beworben, wo du dann im Finale standest beim zweiten Versuch.
       Auch beim ESC hat es für dich erst beim zweiten Mal geklappt. Woher kommt
       die Motivation, immer weiter zu machen? 
       
       Cosmó: Ganz klar von meiner Mutter. Ich habe schon in jungen Jahren von ihr
       viel über Meditation und das Manifestieren gelernt. Ich habe ein ganz
       klares Visionboard, wo ich meine Ziele visuell darstelle. Ich habe auch
       meine Ziele aufgeschrieben, die ich erreichen möchte. Und ich glaube, das
       erste Mal so richtig gelernt habe ich das beim Triathlon als Kind. Ich lebe
       dafür, mein Bestes zu geben.
       
       taz: Was war auf deinem ESC-Visionboard? 
       
       Cosmó: Ich hatte einerseits ein Gruppenfoto von einer Party, wo die
       ESC-Teilnehmer vom vorigen Jahr drauf waren. Ich hatte den ESC-Pokal und
       das Staging von diesem Jahr. Und ich habe mir aufgeschrieben, dass ich
       Österreich beim Eurovision Song Contest 2026 vertreten werde.
       
       taz: Und jetzt bist du hier. Wie ist es für dich, für Österreich anzutreten
       in Österreich? 
       
       Cosmó: Es ist so cool. Bei der Eröffnungszeremonie waren so viele
       österreichische Fans da und es war einfach ein Traum. Also sie haben
       abwechselnd Österreich und Cosmó geschrien und die Fans waren richtig cool.
       Auch in der Stadthalle habe ich das Gefühl, die Volunteers und das Team
       freuen sich, wenn wir uns begegnen. Ich fühle mich sehr, sehr wohl.
       
       taz: Du trittst noch nicht lang als Cosmó auf. Wie hast du dein
       Künstler-Alias geschaffen? 
       
       Cosmó: Was mich immer sehr inspiriert, ist, wenn ein Künstler oder eine
       Künstlerin ein ganz klares Branding haben. Bei Billie Eilish sind es zum
       Beispiel ihr Sound, ihr Auftreten, ihre Fashion, ihr Logo. Ich wollte schon
       immer eine Artist Identity haben. Und das ist mir vorher nie gelungen.
       Voriges Jahr hat mir mein Produzent dann vorgeschlagen, auf Deutsch zu
       singen. Meine Musik war plötzlich ganz anders als das, was ich früher in
       meinem Leben gemacht habe. Und dann wollte ich alles verändern, neuer Name,
       neue Looks, doch irgendwas fehlt hier noch. Und dann kam der Stern. So war
       das Bild komplett.
       
       taz: Du singst auf Deutsch, lebst in Österreich, aber bist in Ungarn
       geboren. Warum ist es dir wichtig, deine Identität auch durch dein
       Künstler-Alias zu zeigen? 
       
       Cosmó: Wo ich herkomme, macht mich als Mensch aus. Ich wollte ganz klar
       zeigen, dass ich Einflüsse aus drei verschiedenen Ländern habe, ich bin
       weltoffen, ich bin Kosmopolit. Und deswegen fand den Namen ganz passend.
       
       taz: Der diesjährige ESC wird auch begleitet von politischen Debatten rund
       um die Teilnahme von Israel. Wie beeinflusst das auch deine eigene
       ESC-Erfahrung? 
       
       Cosmó: Ich bin ganz klar nur für die Musik hier. Ich finde, wenn ich auf
       der Bühne stehe, habe ich immer die Verantwortung, dem Publikum die
       bestmögliche Show zu bieten. Mein Ziel ist es, mit Tanzschein und mit dem
       Tanz die Menschen zusammenzubringen. Mehr nicht.
       
       taz: Schweden und Finnland haben sich kritisch zu der Teilnahme Israels
       geäußert. Andere Länder boykottieren den ESC in diesem Jahr. Würdest du
       trotzdem für dich sagen, dass der Eurovision Song Contest komplett
       unpolitisch ist? 
       
       Cosmó: Das kann ich nicht beurteilen. Ich bin Künstler und fokussiere mich
       beim ESC nur auf meine Performance.
       
       taz: Für diese sehr wichtige Performance am Samstag hast du eine Art
       silberne Rüstung an. Woher kam die Inspiration für das außergewöhnliche
       Outfit? 
       
       Cosmó: Ich fühle mich sehr cool, wenn ich damit auf der Bühne stehe. Es ist
       die perfekte Plattform, um etwas anzuziehen, was man im Alltag nicht
       anziehen würde und was eine Mischung aus Fashion, Glamour und Kunst ist.
       Und das fand ich super cool. Am schönsten ist mein silberner Arm, denn mein
       Gitarrist und Manager steht mit mir auf der Bühne und hat den ergänzenden
       anderen silbernen Arm an. Es zeigt, wir sind seit Jahren ein Dreamteam.
       
       15 May 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Anastasia Zejneli
       
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