# taz.de -- Queerfeindliche Ministerin Karin Prien: Zur fanatischen Kulturkämpferin mutiert
> Aktionsplan gegen Queerfeindlichkeit ausgehebelt, Queerreferat umbenannt,
> Queerprojekte eingedampft: Bildungsministerin Karin Prien führt einen
> homophoben Kulturkampf.
(IMG) Bild: Im Vergleich mit Prien wirkt selbst Kulturstaatsminister Wolfram Weimer wie ein harmloser Debütant
Mit Friedrich Merz statt mit Daniel Günther am Kabinettstisch zu sitzen,
ist offenbar kein guter Einfluss. 2023 rief Karin Prien, damals
Bildungsministerin in Schleswig-Holstein, ihre Partei noch zur Mäßigung in
der Debatte um ein Genderverbot auf. Lieber als einen Kulturkampf sähe sie
„Angebote“ durch die CDU. Zum Beispiel in der Migrationspolitik und beim
Thema Heizen.
Drei Jahre später ist die vermeintliche Liberale als Bundesministerin für
Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend selbst zur fanatischen
Kulturkämpferin geworden. Im Vergleich mit Prien wirkt selbst
[1][Kulturstaatsminister Wolfram Weimer] wie ein harmloser Debütant. Nur
ist das kaum Thema, weil der Feldzug der Ministerin im Namen von Mehrheit
und Mitte vor allem die queere Community trifft.
Priens Kampfkurs im Schnelldurchlauf: Das [2][Gendersternchen] wird als
eine der ersten Amtshandlungen verboten. Der von der Ampel gestartete
Aktionsplan gegen Queerfeindlichkeit landet im Papierkorb. Mit dem
[3][Kahlschlag bei „Demokratie leben“] droht auch wichtigen LGBTI-Projekten
das Aus. „Vielfalt ist kein staatliches Förderziel“, findet Prien. Sophie
Koch, die in ihrem Haus angesiedelte Queerbeauftragte, wird wegen eines
Posts gegen Transfeindlichkeit via Bild abgekanzelt. Der Begriff
„Queerpolitik“ wird aus dem Titel des zuständigen Referats gestrichen.
Karin Priens Queer-Allergie, ihre ideologische Verbissenheit, ihr Kampf
selbst gegen Worte haben mit sachlicher Politik nichts mehr zu tun.
Getrieben von LGBTI-feindlichen Rechtsaußen-Medien, setzt ausgerechnet die
Bundesministerin, die sich qua Amt für Vielfalt und gegen Diskriminierung
einsetzen sollte, auf Ausgrenzung statt Inklusion, auf Ressentiments statt
Akzeptanz, auf Konfrontation statt Annäherung. Und vergisst, dass der
Umgang mit Minderheiten ein wesentlicher Gradmesser für die Qualität einer
Demokratie ist.
Die Begründung der Ministerin ist scheinheilig. Prien erklärt ihr Handeln,
„künftig stärker die Menschen in der Mitte“ zu erreichen. Genau das ist das
Problem: Mit dieser Argumentation macht sie queere Menschen zu
Randständigen, die nicht Teil der Gesellschaft und der Mitte sind. Das ist
in Zeiten, in denen queerfeindliche Gewalt zunimmt, hochgefährlich.
7 May 2026
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## AUTOREN
(DIR) Micha Schulze
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