# taz.de -- Geld für kleine Verlage: Hamburg öffnet die Schatulle
       
       > Weil sie zur Vielfalt von Meinungen und Perspektiven beitragen: Als
       > erstes Bundesland fördert Hamburg die Arbeit kleiner Verlage.
       
 (IMG) Bild: Mit bis zu 700.000 Euro jährlich werden „ausgewählte Programme“ konzernunabhängiger Verlage unterstützt
       
       Als erstes Bundesland führt Hamburg eine Förderung für [1][unabhängige
       Buchverlage] ein. Mit bis zu 700.000 Euro jährlich werden „ausgewählte
       Programme“ konzernunabhängiger [2][Verlage unterstützt]. Diese trügen
       „entscheidend zur Vielfalt von Meinungen und Perspektiven im öffentlichen
       Diskurs bei“, sagte Kultursenator Carsten Brosda (SPD) am Dienstag. Volker
       Petri, Geschäftsführer des Branchenverbands Börsenverein Nord, freute sich:
       „Dieses Programm setzt bundesweit Maßstäbe.“
       
       Und das „nicht, weil wir das alleine machen wollen“, so Brosda. Es zeige
       sich aber eine gemeinsame Lösung von Bund und Ländern, „als zäh bis nicht
       aussichtsreich“. Begünstigt hat den Vorstoß eine Hamburger Besonderheit: Am
       drittgrößten Verlagsstandort – nach Berlin und München – sind die
       Unternehmen Sache des Kulturressorts, überall sonst kümmert sich die
       Wirtschaftspolitik.
       
       Gefördert werden „spezifische Programme“ beziehungsweise
       „Programmsegmente“, es entscheide keine Jury über einzelne Bücher, führte
       Brosda aus – man musste es als Anspielung lesen auf [3][den jüngsten Umgang
       mit Jury-Entscheidungen] auf dem literarischen Feld. Die Höhe der Förderung
       bemisst sich am Jahresumsatz und liegt zwischen 10.000 und 25.000 Euro.
       
       ## Sachbuch oder Belletristik als Grundlage
       
       Pro Förderrunde können bis zu 40 Verlage profitieren. Ihr Jahresumsatz darf
       maximal zwei Millionen Euro betragen, sie müssen seit mindestens drei
       Jahren in Hamburg ansässig sein. 75 Prozent ihrer Einnahmen müssen sie mit
       Sachbuch oder Belletristik erwirtschaften, mindestens drei selbstständige
       Publikationen pro Jahr müssen sie verantworten.
       
       Daneben gibt es in der Richtlinie durchaus inhaltliche Kriterien: Wer
       ausschließlich Erotik oder auch Esoterik verlegt, ist aus dem Rennen.
       Ebenso „publizistische Vorhaben, die gewaltverherrlichende bzw.
       -verharmlosende, volksverhetzende, pornografische oder rassistische bzw.
       antisemitische Inhalte bzw. Begriffe zum Gegenstand haben“.
       
       Das Instrument trifft auf eine Branche, die vor erheblichen
       Herausforderungen stehe, betonten Brosda und Petri. Zwei Prozent der
       Unternehmen machen rund zwei Drittel des Gesamtumsatzes, 79 Prozent der
       Verlage setzen weniger als eine Million Euro um. Es stünden keine Summen
       bereit, für die jemand eigens einen Verlag gründen dürfte, so Brosda. Aber
       sie erlaubten es, auch mal ein Risiko einzugehen.
       
       5 May 2026
       
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