# taz.de -- Klimademos am Freitag: Fridays for Future wirft Reiche Kungelei mit Gaslobby vor
       
       > Erstmals ziehen die Klimaaktivisten mit ihrem Protest deutschlandweit vor
       > die Parteibüros von CDU und SPD. Die Wirtschaftsministerin steht im
       > Zentrum ihrer Kritik an der Energiepolitik der Bundesregierung.
       
 (IMG) Bild: Schon vergangenen Samstag demonstrierte ein breites Klimabündnis, um den Ausbau der Erneuerbaren zu verteidigen
       
       dpa | Vor bundesweit geplanten Protestaktionen für mehr Klimaschutz wirft
       die Bewegung Fridays for Future Wirtschaftsministerin Katherina Reiche
       (CDU) Kungelei mit der Gasindustrie vor.
       
       „Sie betreibt als [1][Personalunion von Bundesregierung und Gaslobby] mit
       Vollgas eine Umverteilung in die Hände fossiler Großkonzerne“, sagte die
       Aktivistin Carla Reemtsma der Deutschen Presse-Agentur. Dabei seien der
       gesellschaftliche Wille und die Lösungen für einen schnellen Ausbau von
       sauberen Erneuerbaren und einer Abkehr vom „dreckigen Gas“ längst da.
       
       Fridays for Future protestiert an diesem Freitag mit einem bundesweiten
       Aktionstag gegen die Klima- und Energiepolitik der Bundesregierung. An rund
       60 Orten in ganz Deutschland soll es Aktionen geben, beispielsweise vor
       Rathäusern und den Parteibüros der Regierungsparteien CDU und SPD. Die
       Bewegung erwartet bundesweit mehrere Tausend Teilnehmer. Man trage den
       Protest nun in die Wahlkreise, sagte Reemtsma.
       
       ## Reiche soll 14 Meter lange „Rechnung“ bekommen
       
       In Berlin beginnt eine Demonstration am Nachmittag vor der CDU-Zentrale,
       dem Konrad-Adenauer-Haus am Tiergarten. Enden soll sie am frühen Abend an
       der Bundeszentrale der SPD, dem Willy-Brandt-Haus in Kreuzberg. Dort soll
       jeweils [2][Reiches „lange fossile Rechnung], die wir alle bezahlen
       müssen“, entrollt werden – ein 14 Meter langes Banner mit Entscheidungen
       Reiches, [3][die aus Sicht der Klimaschützer kritikwürdig sind].
       
       Mehrere Vorhaben von Ministerin Reiche hängen derzeit in der
       regierungsinternen Abstimmung fest. Auch Vizekanzler und
       Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hatte Reiche vor einem Ausbremsen
       der Energiewende gewarnt. Dabei geht es unter anderem um geringere
       Subventionen und weniger Garantien für Erneuerbare Energien, die laut der
       Branche den Ausbau stark bremsen könnten.
       
       Erst am vergangenen Samstag hatten viele Tausend Menschen bundesweit für
       eine andere Energiepolitik demonstriert. Aufgerufen hatte ein Bündnis von
       Umweltorganisationen, darunter Greenpeace, der WWF und Fridays for Future.
       Proteste gab es auch in Hamburg, Köln und München. Die Veranstalter
       sprachen von insgesamt rund 80.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
       
       24 Apr 2026
       
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