# taz.de -- Klimakonferenz in Bonn: Auf Anti-Klima-Kurs
       
       > Seit diesem Montag laufen in Bonn die Klimaverhandlungen der Vereinten
       > Nationen. Der Umweltminister beschönigt die deutschen Klimabemühungen
       > schamlos.
       
 (IMG) Bild: Klimaschutz à la Schneider
       
       Schön wär’s. „Deutschland setzt sich für internationale Zusammenarbeit,
       Frieden und Klimaschutz ein“, sagte Bundesumweltminister Carsten Schneider
       (SPD) zu den am Montag in Bonn gestarteten Klimaverhandlungen. Und weiter:
       „Deutschland wird dazu auch künftig seinen Beitrag leisten – verlässlich,
       konstruktiv und mit dem klaren Ziel, die internationale Energiewende weiter
       voranzubringen.“
       
       Weil die Vereinten Nationen ihr Klimasekretariat in Bonn haben, findet das
       alljährliche Treffen zur Vorbereitung der ebenfalls alljährlichen
       Weltklimakonferenz dort statt. Klar, dass Deutschland die internationale
       Bühne nutzt, um das eigene Image aufzupolieren. Nur: Wo von vornherein
       nichts glänzt, hilft auch das Polieren nicht.
       
       Deutschland kürzt bei der Entwicklungshilfe – mit Folgen für die von
       Schneider beschworene internationale Zusammenarbeit beim Klimaschutz. Viele
       Projekte, um die es dabei geht, sollen schließlich im globalen Süden für
       Klimaschutz oder auch die Anpassung an die Klimakrise sorgen. Im
       Bundeshaushalt 2026 könnte [1][laut Oxfam mindestens eine Milliarde Euro
       fehlen], um Deutschlands Versprechen einzuhalten, jährlich mindestens sechs
       Milliarden Euro für die Klimafinanzierung bereitzustellen. Für 2027
       befürchten die Entwicklungsexpert:innen noch schlimmere Einschnitte.
       
       Und dass Deutschland die Energiewende voranbringt, wie Schneider es in
       Aussicht stellt, ist aktuell auch nicht ersichtlich. Ganz im Gegenteil:
       Energieministerin Katherina Reiche (CDU) ist fleißig dabei, dem Ausbau von
       erneuerbaren und dem Abschied von fossilen Energien alle möglichen Steine
       in den Weg zu legen.
       
       Öl- und Gasheizungen sollen ohne Ende weiter eingebaut werden dürfen.
       Reiches Netzpaket dürfte Solar- und Windparks in vielen Regionen
       unkalkulierbar machen, die staatliche Förderung für kleine Solaranlagen auf
       Dächern will sie einstampfen. Ein vollumfängliches Programm für die fossile
       Industrie, gegen die Energiewende.
       
       Aber all das würde in einer Eröffnungsrede für eine Klimakonferenz
       natürlich schlecht ankommen.
       
       8 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.deutscheklimafinanzierung.de/blog/2026/05/oecd-klimafinanzierung-erreicht-rekordwerte/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Susanne Schwarz
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Reden wir darüber
 (DIR) Klimaschutz
 (DIR) Vereinte Nationen
 (DIR) Energiepolitik
 (DIR) Energiewende in Gefahr
 (DIR) Schwerpunkt Klimaproteste
 (DIR) Reden wir darüber
 (DIR) Bundesregierung
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Ende des Worst-Case-Szenarios fürs Klima: Die tröstende Umarmung
       
       Die Klimakrise wird gar nicht so schlimm, sagen rechte Medien und Öl-Lobby.
       Wer dieses Narrativ entkräften will, muss seine emotionale Macht verstehen.
       
 (DIR) Klimaschutz in Deutschland: Die Regierung schützt die Bürger*innen nicht
       
       Schwarz-Rot überschätzt die Wirkung der geplanten Klimamaßnahmen deutlich.
       Von den geplanten Antiklimamaßnahmen ganz zu schweigen.
       
 (DIR) Entkernung des Heizungsgesetzes: Ideologisch verblendet
       
       Schwarz-Rot profitiert nicht davon, das Habeck’sche Heizungsgesetz
       abzuschaffen. Die Hetze gegen die Wärmepumpe verstellt den Blick auf die
       Realität.