# taz.de -- Neue Regierung in Baden-Württemberg: Ein schwäbischer Vegetarier bedroht Markus Söder
> Es sieht nicht gut aus für Bayerns Ministerpräsidenten. Erst das miese
> Ergebnis bei den Kommunalwahlen und jetzt auch noch der Özdemir im
> Ländle.
(IMG) Bild: D'Schwob Özdemir bedroht Weißwurst Markus
Multiple Krisen können einen Menschen verändern, sogar Gottes Geschenk an
die Menschheit: Markus Söder (CSU). Bisher kannten wir den bayerischen
Ministerpräsidenten auf Social Media [1][nur von Würsten umgeben], mit
Hamburgern, Dönern oder Adventskerzen posierend. Er war natürlich immer gut
gelaunt, weil Bayern eben der schönste Fleck auf Gottes schöner Erde ist.
Und er, Söder, machte diesen Fleck fortwährend noch schöner.
Doch zum großen Schreck Deutschlands nun dies: Der Bayer ist glattrasiert,
trägt vermehrt Krawatte und postet nur noch fleischlosen Content. Der
Hashtag #soederisst – ist weg. „Die Lage ist zu ernst“, ließ Söder in einem
Interview mit der Bild-„Zeitung“ verlauten. Vorher war demnach die Lage
nicht ganz so ernst. Da gab es nur den [2][Ukrainekrieg], die Energiekrise,
Inflation, die Rückkehr Trumps ins Weiße Haus, die [3][Coronapandemie] und
die Erderwärmung.
Jetzt hingegen: Merz ist an der Macht und versucht zu regieren. Da kann man
schon nachvollziehen, dass er sich um Deutschland, vor allem aber um Bayern
Sorgen macht. Gleichzeitig haben seine eigenen Leute gewagt, Unmut wegen
#söderisst zu äußern, zumal die jüngsten [4][Kommunalwahlergebnisse der
CSU] ein historisch niedriges Ergebnis bescherten. Es war die fünfte
landesweite Wahl unter Söder, bei der die CSU Verluste einfuhr.
Ganz im Norden schüttet man bereits eimerweise Spott über Söder aus:
„Früher, als die CSU in Bayern sehr erfolgreich war, haben wir ja wirklich
immer voller Stolz darauf geguckt“, so Daniel Günther (CDU), Regierungschef
in Schleswig-Holstein. Damals seien viele aus der CDU nach Bayern
gepilgert, als es dort noch erfolgreiche Ministerpräsidenten gegeben habe.
„Jetzt ist es halt umgekehrt so, dass Markus Söder mal nach
Schleswig-Holstein fährt, um mal wieder dieses Gefühl zu haben, dass man
auch Über-40-Prozent-Ergebnisse holen kann.“
Als sei das nicht schlimm genug, droht nun auch noch Ungemach aus der
Nachbarschaft: Der frisch vereidigte grüne Ministerpräsident [5][Cem
Özdemir] kündigte an, Baden-Württemberg werde unter ihm „an Bayern
vorbeiziehen“. Allerdings werde man in Stil und Auftritt „bescheidener“
sein. Käsespätzle statt Schweinshaxe. Für Söder ist diese Kampfansage das
schlimmstmögliche Horrorszenario: von einem Vegetarier besiegt zu werden.
16 May 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Markus-Soeder-im-Wahlkampf/!5947595
(DIR) [2] /Schwerpunkt-Krieg-in-der-Ukraine/!t5008150
(DIR) [3] /Schwerpunkt-Coronavirus/!t5660746
(DIR) [4] /Stichwahlen-in-Bayern/!6165218
(DIR) [5] /Wahl-von-Cem-Oezdemir-zum-Regierungschef/!6178235
## AUTOREN
(DIR) Silke Mertins
## TAGS
(DIR) Kolumne übrigens
(DIR) Markus Söder
(DIR) Cem Özdemir
(DIR) Wurst
(DIR) Reden wir darüber
(DIR) Friedrich Merz
(DIR) CSU
(DIR) Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk
(DIR) Realos
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Kanzler bei Katholikentag: Merz fragt sich, warum er nicht überzeugt
Bundeskanzler Friedrich Merz räumt beim Katholikentag Schwächen in der
schwarz-roten Koalition ein. Er verspricht, seine Politik künftig klarer zu
vermitteln.
(DIR) Politischer Aschermittwoch der CSU: Das große Déjà-vu
In Passau feiert die CSU ihren Haudrauf Markus Söder. Dessen Feindbilder
sind die alten – zum Beispiel die „Habeck-Minions“.
(DIR) Bayrischer Rundfunk: Extrawurst-Gesetz à la Bavaria
Was Markus Söder unter Medienfreiheit versteht, riecht stark nach
Eigenbraterei. Thüringen zeigt derweil: Es geht auch ohne Wurstigkeit.
(DIR) Urwahl der Grünen: Die Protestantin und der Vegetarier
Katrin Göring-Eckardts Neuer ist der „anatolische Schwabe“ Cem Özdemir.
Großer Gewinner ist der Norddeutsche Robert Habeck.