# taz.de -- Abgeordnetenhauswahl in Berlin: Das Rennen ist wieder völlig offen
       
       > CDU und SPD lassen Federn, Linke und Grüne legen zu. Die jüngste Umfrage
       > legt nahe, dass in Berlin so etwas wie Wechselstimmung in der Luft liegt.
       
 (IMG) Bild: Schon das erste Krisengespräch? Regierungschef Kai Wegner (CDU) ist unter Druck
       
       Nur 17 Prozent sind noch zufrieden mit dem Senat aus CDU und SPD. Ebenso
       viele finden, dass Kai Wegner einen guten Job macht. Das ergibt der jüngste
       [1][Berlintrend von Infratest dimap im Auftrag des RBB]. Auf der Skala der
       unbeliebtesten Berliner Landesregierungen gibt es also immer noch Luft nach
       unten. Dieser schwarz-rote Senat hat nun den vorläufigen Tiefpunkt
       erreicht.
       
       Knapp fünf Monate vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus liegt Wechselstimmung
       in der Berliner Luft. Die regierenden Parteien haben abgewirtschaftet.
       Schlechtes Krisenmanagement, breitbeiniges Klüngeln bei der Vergabe von
       Fördermitteln, freie Fahrt für Autofahrer: Das alles schadet nicht nur dem
       Regierenden Bürgermeister Kai Wegner und seiner CDU.
       
       Auch die SPD wird von Wegner mit in den Abwärtsstrudel gezogen. Es ist die
       SPD, die sich freiwillig in die Arme der CDU geworfen, lange Zeit alles
       mitgetragen, kaum aufgemuckt hat. Offenbar werden CDU und SPD in ihrer
       Bewertung der Senatsarbeit in einen Topf geworfen. Senatsversagen als
       Kollektivschuld.
       
       Mit Steffen Krach hat die SPD versucht, einen Spitzenkandidaten von außen
       ins Rennen zu schicken. Einen mit Regierungserfahrung aus seiner Zeit als
       Regionspräsident in Hannover. Eingezahlt auf die Umfrageergebnisse hat das
       bislang nicht. Offenbar ist es mit der Berliner SPD [2][wie mit Hertha
       BSC]. Egal, wie oft das Personal ausgetauscht wird: Die Talfahrt geht
       weiter.
       
       ## Kann es die Opposition besser?
       
       Aber auch die Opposition sollte sich nicht zu früh freuen. Unzufriedenheit
       alleine macht noch keinen Regierungswechsel aus. Zu dem gehört mehr als
       bloß Stimmung. Der dringend benötigte Politikwechsel in der Stadt muss auch
       finanziert und professionell moderiert werden.
       
       Ob Linken-Kandidatin Elif Eralp [3][oder der Grüne Werner Graf] dazu in der
       Lage sind? Auch diese Frage werden die Wählerinnen und Wähler am 20.
       September beantworten müssen. Und auch, welche der beiden Parteien dann das
       Rote Rathaus von der CDU übernehmen soll.
       
       Gut möglich, dass die Messe für die SPD noch nicht gesungen ist. Anders als
       Linke und Grüne haben die Sozialdemokraten ihren Landesparteitag noch vor
       sich. Krach auf der Bühne muss ihr Kandidat nun machen. Und sich womöglich
       nicht nur von Kai Wegner distanzieren, sondern auch vom bisherigen
       Regierungshandeln der eigenen Partei.
       
       30 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Uwe Rada
       
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